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Meet the Danes – Völkerverständigung auf Dänisch

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es bei Dänen daheim aussieht, muss sich nicht heimlich die Nase an den gardinenlosen Fenstern plattdrücken. „Meet the Danes“ heißt ein Konzept, bei dem man sich ganz offiziell in einer dänischen Familie zum Essen einladen darf. Gastfreundschaft und spannende Unterhaltung sind hier garantiert!

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Aktualisiert: Januar 2017
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Ein Abendessen bei Dänen zuhause

Gäste beim Abendessen

Meet the Danes – ein internationaler Erfolg!

Etwas teuerer als ein Abendessen in der Pizzeria ist es schon, aber das Investment lohnt sich, wie die vielen positiven Bewertungen der Gäste bei Tripadvisor oder auf Facebook zeigen. Die Gastfreundschaft, die Warmherzigkeit, mit der man aufgenommen wird und die gemütliche Stimmung bei so einem Essen lassen sich in keinem noch so guten Sterne-Restaurant erreichen!

Da das Konzept von Anett Wæber, Gründerin und Chefin von Meet the Danes, vor Jahren für ein amerikanisches Reisebüro entwickelt wurde, spricht jeder Gastgeber Englisch. Auch die Website, auf der man sich für ein Essen anmeldet, ist auf Englisch geschrieben. Sie ist aber so übersichtlich gestaltet, dass man kein Wörterbuch benötigt, um sie zu bedienen. Vielleicht kann der ein oder andere „host“ (Gastgeber) auch Deutsch. Die Sprachkenntnisse stehen immer auf der Gastgeberseite.

Doch selbst ohne gemeinsame Sprache kann so ein Abend zum Erfolg werden. Anett bewirtete schon asiatische Reisegruppen, bei denen nur der Reiseleiter Englisch sprach – Gastfreundschaft kennt keine Sprachbarriere! Und wie die Bildergalerie beweist, hat sich das internationale Publikum bei ihr sehr wohlgefühlt. Aber nicht nur Anett bewirtet mit Herzblut, Gastgeber findet man inzwischen in ganz Dänemark.

Wie findet man eine dänischen Gastgeber?

Vor etwa fünfzehn Jahren kam Anett auf die Idee, dass es doch eine Bereicherung für alle wäre, wenn die vielen, internationalen Besucher der schönen Hauptstadt Kopenhagen nicht nur die Sehenswürdigkeiten besichtigen würden, sondern auch eine echte, dänische Familie in ihrem Zuhause treffen könnten.

Gäste beim Abendessen

Anett und ihr Mann laden seit 15 Jahren Urlauber ein

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, hinter die Fassaden zu schauen und zu sehen, wie Dänen wirklich leben! Also knüpfte sie Kontakt zu einem amerikanischen Reisebüro in Boston und lud deren Urlauber zum Abendessen in ihr hübsches, kleines Haus in Brønshøj ein. Brønshøj ist ein Stadtteil von Kopenhagen und ein beliebtes Wohngebiet. Die Idee kam so gut an, dass sie schon bald weitere Gastgeber suchen musste, die ebenfalls ihre Türen für Touristen öffneten.

Das Interesse wuchs auf beiden Seiten, die Gäste kamen nach und nach aus aller Welt und die Anzahl der Gastgeber stieg auf mehr als 100. Das amerikanische Reisebüro gibt es heute nicht mehr, das Konzept von Meet the Danes blieb bestehen. Seit zwei Jahren gibt es eine schöne Website, auf der jedermann sich ein Essen buchen kann, ähnlich, wie man private Unterkünfte bei Airbnb mietet. Einige Gastgeber kochen auf Wunsch sogar gemeinsam mit den Urlaubern!

Das Essen beinhaltet ein dreigängiges Menü inklusive aller Getränke. Der Preis pro Person ist fix, derzeit sind es 480 DKK, die man per Kreditkarte vorab zahlt. Was genau es zu essen gibt, entscheidet der Gastgeber, aber die grobe Richtung ist im Inserat schon vorgegeben. Einige werben mit einem großartigen Barbecue, andere servieren ganzjährig ein klassisch-dänisches Weihnachtsmenü, es gibt vegetarische Menüs oder internationale Spezialitäten. Hat man sich für einen Gastgeber entschieden, klärt man im persönlichen Kontakt, ob Allergien oder Unverträglichkeiten bestimmte Speisen ausschließen. Die meisten Gastgeber findet man in und um Kopenhagen, weil hier die Nachfrage am größten ist, aber auch in Jütland oder aus Fünen kann man Dänen treffen.

Konversation ist Nahrung für den Geist

Gäste beim Nachtisch

Die Abende werden meist recht lang!

Gemeinsam zu speisen ist immer auch eine Einladung zum Gespräch, wofür natürlich gewisse Grundkenntnisse einer gemeinsamen Sprache hilfreich sind. Noch wichtiger ist aber die Bereitschaft, sich auszutauschen. Die Gastgeber wissen das und möchten ihre Gäste wirklich kennenlernen. Im Gegenzug sind sie auch bereit, sich selbst zu öffnen. Meet the Danes ist kein Cateringservice auf privater Basis, sondern ein Angebot zur Völkerverständigung. Politische Gespräche bleiben da nicht aus, sind aber kein Muss. Viel spannender ist vielleicht der Einblick in Traditionen, das Gemeinschaftsleben oder auch die Ferienhauskultur, denn einige Gastgeber laden die Besucher sogar in ihr privates Ferienhaus ein, um dort einen herrlichen Abend zu verleben.

Man duzt sich in Dänemark, damit ist die erste Hürde schon einmal genommen. Mit einem „Hallo, ich bin Kathrin“ ist das Eis gebrochen. Ein kleines Gastgeschenk wie ein Blumenstrauß, eine Flasche Wein oder auch eine Spezialität aus der Heimat bietet den ersten Gesprächsanlass. Dann wird ein Aperitif gereicht, man kostet gespannt die Vorspeise und schon ist man wie bei Freunden zuhause und ins Gespräch vertieft. Viele Kerzen, leise Musik und das hyggelige Ambiente eines dänischen Haushalts und wohl nicht zuletzt die großzügige Auswahl an Wein, Bier oder Schnaps lassen so einen Abend wie im Flug vergehen. Praktisch ist es dann, wenn der nächste Bahnhof nicht weit vom Bett entfernt liegt!

Positives Feedback aus aller Welt

Anett Wæber

Well done, Anett!

„When visiting Denmark, it’s a must“ schreibt zum Beispiel Tyler aus New York, der im März 2016 bei einem dänischen host zu Gast war. Dem kann ich mich nur anschließen. Ich selbst verbrachte mit Anett Wæber und ihrem Mann Thomas einen wunderbaren Abend, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Das Essen selbst war fast Nebensache, obwohl es ziemlich köstlich schmeckte. Wir verstanden uns prächtig und versicherten uns, dass wir ein weiteres Treffen in ihrem Sommerhaus am Meer planen, sobald ich wieder in der Nähe bin.

Die Gäste kommen leider bisher eher selten aus Deutschland. Wenn man von Dänemark mehr erfahren will, ist so ein Essen die beste Möglichkeit, unkompliziert Kontakt zu knüpfen. Anmelden sollte man sich rechtzeitig, für den Gastgeber ist es eine zeitintensive Herausforderung, die längerfristig geplant werden will.

Das positive, öffentliche Feedback der Gäste zeigt, dass es wohl niemand bisher bereut hat, pro Person etwa 65 € für den Abend bezahlt zu haben. Da das Portal erst seit kurzem in den sozialen Medien beworben wird, gibt es noch nicht sehr viele Kommentare, aber das wird sich bestimmt noch ändern. In den Medien ist das Echo durchweg gut und wie es scheint, ist dieses Konzept bisher einmalig. Be part of the experience und trefft einen Dänen!

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Aktualisiert: Januar 2017
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