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Fejø – eine kleine Insel in Dänemark

Fejø [faj-ö] ist eine kleine Insel dicht vor der Nordküste Lollands in der Ostsee Dänemarks. Sie hat 600 Einwohner und ist mit einer Größe von 16 km² und einer Küstenlinie von mehr als 30 km die größte der drei bewohnten Inseln im Smålandshavet, dem „Meer der kleinen Länder“. Es ist eine friedliche Insel ohne Streß und Hektik. Über das sanft hügelige Land weht ein ständiger Wind, der die Wolken stets verändert. Das hier wunderbare helle Licht bringt die Farben der Insel zum Leuchten – ein echtes Paradies für Maler.

Nicht nur die Größe unterscheidet Fejø von den Nachbarinseln Femø [fem-ö] und Askø [ask-ö]. Die Fährfahrten sind für Touristen und Einheimische wegen der häufigen Abfahrten und der kurzen Dauer kein Problem, sondern eine willkommene Möglichkeit sich die Beine zu vertreten, ein wenig abzuschalten und den Streß auf dem „Festland“ zu lassen.

Die Insulaner sind freundlich, entgegenkommend und hilfsbereit. So ist es alte Tradition zu grüßen, wenn man sich begegnet. Es freut uns besonders, wenn Sie dazu beitragen diese Tradition zu bewahren und zurückgrüßen.

Dorfsiedlungen

Fejø hat zwei Dorfsiedlungen, Østerby und Vesterby. Beide sind geprägt von idyllischen alten Häusern, von denen einige mit Stroh gedeckt sind. In der Mitte der Insel befindet sich das Pflegeheim mit Arztpraxis und die Schule mit dem Inselmuseum, das von Freiwilligen betreut wird.

Häfen

Jedes Dorf hat auch einen eigenen Hafen, in Vesterby den Fährhafen. Im gemütlichen Jachthafen von Østerby, Dybvig Havn, befindet sich die alte Bootsbauerei, wo heute noch, in der vierten Generation der Mortensendynastie, u.a. für das Nationalmuseum, gebaut wird.

Skalø

Die kleine Insel Skalø, gut 100 Hektar groß, ist durch einen schmalen Damm mit Fejø verbunden. Der Damm wurde 1868 nur mit Handkräften gebaut. Skalø hat einen eigenen, privaten Hafen. Sie ist gekennzeichnet durch eine ursprüng­liche Felder- und Heckenlandschaft, mit „hohen“ Lehmsteilküsten und flachen Stränden und verfügt über eine vielfältige Vogelwelt.

Einkauf

Auf der Insel gibt es einen Spar-Laden mit Bäckerei und Post, eine Tankstelle mit Kfz-Werkstatt, einen Friseur, einen Gasthof (Kro), ein Café, ein Restaurant und ein kleiner Fischladen. Etwas ganz Besonderes sind die kleinen Verkaufsstände am Straßenrand, wo die Einheimischen u.a. frische Eier, Marmelade und Obst und Gemüse der Saison anbieten. Ganz in Ruhe und ungestört kann man alles betrachten und sich etwas aussuchen. Bezahlt wird in eine Dose. Dafür können Sie auf Fejø weder mit Euro noch mit Ihrer EC-Karte zahlen.

Fejø – Fernab vom Massentourismus

Fejo Karte Luftfotos der Insel Fejø

Kirche

Recht nah am Wasser liegt die trutzige Fejø Kirche, eine der ältesten Inselkirchen Dänemarks. Die Kirche wurde um 1200 erbaut und ursprünglich auch von den umliegenden Inseln genutzt.

Eine aktive Insel

Fejø ist eine aktive Insel. So erfreut sich der fröhliche Pfingst­karneval mit einem Umzug von Hafen zu Hafen großer Beliebtheit. Ein Verein sorgt für die umfassende Restaurierung der alten Østerby Mühle, die nach Fertigstellung als aktive Museumsmühle für Besucher zugänglich sein wird.

Anfang September starten nach alter Tradition unsere Original-Holzschiffe, voll mit Obst beladen, von Dybvig Havn auf Fejø nach Nyhavn in Kopenhagen. Dort wird eine Woche lang frisches Fejø-Obst am Kai verkauft.

Die jährliche Zeesen Regatta findet Ende Juli statt. Etwa 15 Boote, mehrere von der deutschen Ostseeküste, nehmen an dieser spektakulären Veranstaltung teil, die in einer besonders gemütlichen Atmosphäre abgewickelt wird. Nach der Regatta gibt es im alten Jachthafen Dybvig ein Festessen für die Besatzungen.

Falls Sie sich dafür interessieren, was alles auf einer kleinen Insel passiert, haben wir für Sie ein paar Neuigkeiten aus den Jahren 2001 und 2002 gesammelt. Lesen Sie z.B. von der neuen Fähre Christine oder wie man in Dänemark Midsommer feiert.

Wirtschaft

Der Hauptanteil der Arbeitsplätze auf der Insel liegt innerhalb der primären Gewerbe: Landwirtschaft, Fischerei und Obstbau. Andere Jobs sind im Servicebereich, z.B. bei der Post. Mit 15 Angestellten ist die Fejø Lachsfarm der größte Betrieb der Insel. Hier werden jährlich 600 Tonnen Lachs gezüchtet und im November geschlachtet. Das „rote Gold“, die 50 Tonnen Rogen, werden nach Japan exportiert und dort als Delikatesse „Fejo Sujiko“ verkauft. Im November können Sie sehr günstig frischen Lachs und Rogen direkt vor Ort kaufen.

Ein wenig Geschichte

  • 10.000 v.Chr. kamen die ersten Menschen nach Fejø. Es waren Nomaden, die Rentiere jagten. Zu jener Zeit war Fejø Teil des europäischen Kontinents, also noch keine Insel.
  • 4.000 v.Chr. entstand die Insel Fejø, da viel Land vom Schmelzwasser (der abklingenden Eiszeit) überflutet wurde.
  • 1231 erscheint Fejø im Grundbuch (Krongut) von König Valdemar als "Fæø" (fæ = Vieh, ø = Insel).
  • 1658-59 war Fejø von den Schweden besetzt. Zu dieser Zeit wurde der letzte Rest Wald gefällt, um die frierenden Insulaner zu wärmen.
  • 1766 wurden die Bauern von Fejø frei, als die Krone ihr Gut an sie verkaufte. Die „Fejbattinger“, so nennen sich die Insulaner selbst, haben also außer dem König nie andere Herren gehabt.
  • 1820 (etwa) erreichte die Einwohnerzahl 1500 und es kamen Arzt und Hebamme auf die Insel.
  • 1872 wurde ein Silberbecher aus der Wikingerzeit, im 9. Jahrhundert in Frankreich hergestellt, gefunden. Eine Kopie ist im Inselmuseum zu sehen.

Heute sieht man auf den fetten Äckern der Insel kaum Rinder. Dafür ist Fejø jetzt für schwerpunktmäßigen Anbau von Qualitätsobst bekannt, weil das umgebende Meer für ein mildes Klima in den kritischen Frühlingsmonaten sorgt. Die meisten Obstbäume blühen Anfang Mai. Allein dieser Anblick ist eine Reise wert.