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Wonderful, wonderful: Kopenhagen

Die wunderbare dänische Hauptstadt Kopenhagen liegt im Osten von Nordseeland, wo deutsche Urlauber nicht unbedingt ihre Ferien verbringen. Aber Dänemark ist ein kleines Land. Selbst vom Holmsland Klit an der Nordsee kann man einen Tagesausflug per Bus in die Hauptstadt buchen und wird feststellen, dass ein Tag viel zu kurz ist für diese tolle Stadt! Kinder dabei? Unbedingt auch unsere Tipps im Artikel Kopenhagen mit Kindern lesen.

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Aktualisiert: September 2016
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Ausgezeichnet: Die lebens- und liebenswerte dänische Hauptstadt

Blick über Kopenhagen vom Kirchturm

Kopenhagen von oben - eine entspannte City am Meer

Wer nach Kopenhagen fährt, lässt am besten sein Auto zuhause, packt Sonnenbrille und eine wasserfeste Windjacke ein und macht sich vom Bahnhof aus direkt auf den Weg zum nächsten Fahrradverleih. Das Fahrrad ist hier, neben dem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, das perfekte Transportmittel.

In Dänemarks Hauptstadt gibt es keine Hochhausschluchten oder mehrsspurige Autoschlangen im Dauerstau, hier fährt man Fahrrad. Statistisch gesehen besitzt jeder Kopenhagener mindestens zwei Fahrräder und nutzt diese auch täglich, die breiten Radwege und Fahrradbrücken zeigen, dass die Stadtplanung das Berücksichtigt. Stau gibt es in der Rush Hour also eher auf den Radwegen, weshalb man als Urlauber nicht unbedingt zu dieser zeit seine erste Fahradtour starten sollte. Wenn die Wege dann frei sind, ist es ein Vergnügen, durch die Stadt zu radeln, nicht zuletzt wegen der kurzen Entfernungen zwischen den Stadtteilen und den hyggeligen Cafés überall.

Kopenhagens Zentrum präsentiert sich als ein gelungener Mix aus alter Bausubstanz und moderner Architektur, umgeben von unzähligen Grünanlagen mit spielenden Kindern und entspannten Erwachsenen. Überall atmet der Gast die saubere Luft und spürt die Nähe zum Wasser, sei es der Hafen oder einer der vielen Seen. Großstädtischer Hektik erlebt man nur auf der Einkaufsmeile Strøget und an den touristischen Hotspots, wenn gerade eine Ladung Kreuzfahrer an Land gegangen ist. Die Kopenhagener selbst wirken, als säßen sie den ganzen Tag auf dem Fahrrad, im Liegestuhl oder im Park und genössen das Leben. Die Balance zwischen leben und arbeiten scheint hier so ausgewogen zu sein, dass man als Gast ein wenig neidisch wird.

Die Brücke Knippelsbro vom Hafen aus gesehen

Unter der Knippelsbro im Hafen herrscht reger Verkehr

Das moderne Kopenhagen hat einen sehr traditionellen Kern, sowohl in der Lebensweise als auch in der Architektur. Die historische Altstadt zwischen Rathausplatz, dem malerischen Nyhavn und dem königlichen Wohnsitz Schloss Amalienborg sowie der gegenüberliegende Stadtteil Christianshavn sind während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg fast komplett erhalten geblieben.

In der Altstadt wechseln sich bürgerliche Stadthäusern, bunten Fachwerkgassen und historischen Prachtbauten ab. Die vereinzelten Neubauten fallen kaum auf. Da die Schlösser eher bescheiden wirken und alle Plätze von Leben erfüllt sind, selbst der Rathausvorplatz und der breite Schlossplatz vor Schloss Amalienborg, empfindet man als Besucher eine tiefe Dankbarkeit den Stadtplanern und -lenkern gegenüber: Danke, dass ihr aus eurer Stadt keine adelige Trutzburg, kein Jetset-Treff und kein Finanzzentrum gemacht habt, sondern sie für und mit euren Bürgern lebenswert gestaltet!

Kopenhagen ist eine Hafenstadt, sinngemäß bedeutet der Name einfach "Kaufmannshafen". Der Innenhafen zieht sich wie ein breiter Fluss mitten durch die Stadt. Seine Wasserqualität ist so gut, dass darin fleißig gebadet wird, vorzugsweise in den schicken Hafenschwimmbädern. Der neue Gewerbehafen liegt außerhalb an der Ostküste, aber die Ausflugsschiffe, die Königliche Marine und die gelben Wasserbusse kreuzen in Sichtweite und sorgen zusammen mit den Freizeitkapitänen und Kajakfahrern für bunte Farbflecken im plätschernden Blau.

Blick über einen der Kopenhagener Seen

Erholung zwischen Wohnen und Arbeiten: Kopenhagener Seen

Kopenhagen als Wohnort bekam in den letzten Jahren viele Titel verliehen: Grünste Hauptstadt, Lebenswerteste Stadt, Hauptstadt der glücklichsten Europäer. Einen großen Beitrag dazu leistet sicher die gute Luft. In einem relativ kleinen Stadtgebiet mit nur etwa 700.000 Einwohnern und kurzen Entfernungen ist es leicht, Energie und Abgase zu sparen. Vor allem sind Autos so teuer, dass die Bürger schon aus Kostengründen lieber Rad fahren. Aber es gehört auch eine gewisse Grundhaltung dazu, wenn autofreie Mobilität ein Lebenskonzept und nicht nur eine Notlösung wegen Geldmangel ist.

Der Stadtentwicklungsplan Fingerplanen aus den 1940er Jahren gilt noch heute: Öffentlicher Nahverkehr bildet die Grundlage der innerstädtischen Mobilität. Der Abstand zwischen Wohn-, Arbeits- und Grünflächen soll so kurz wie möglich gehalten sein. Kopenhagens Grundriss erinnert an eine Hand mit gespreizten Fingern, zwischen denen die Stadtteile mit ihren Wohn- und Freizeitflächen angeordnet sind.

Die Handfläche bildet das Indre By (Innenstadt), nach außen zeigen die Straßen Vesterbrogade, Åboulevard, Fredensgade und Østerbrogade, dazwischen liegen die äußeren Stadtteile. Die Kopenhagener Seen, ein Teil der ehemaligen Wallanlagen, bilden einen grünen Naherholungsstreifen zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen.

Eine weitere Entscheidung aus den 60er Jahren prägt Kopenhagen bis heute: Im Zentrum darf kein Gebäude höher hinaufragen als die Kirchtürmen. Was heutzutage in der Höhe fehlt, steht an Grundfläche zur Verfügung. Seit der innerstädtische Hafen an Bedeutung verloren hat, ist viel Platz für Freizeit, Kultur und jede Menge Neubauten.

Gut gefüllte Fahrradständer in Kopenhagen

Das Fahrrad ist einfach ein Muss in Kopenhagen

Berühmte, öffentliche Beispiel sind der Anbau der Königlichen Bibliothek, das neue Schauspielhaus oder die mächtige Königliche Oper. Und es wird weiter gebaut, noch ist Platz im Stadtgebiet. Eine Dauerbaustelle bis 2019 ist Erweiterung der Metrolinien und stadtauswärts entsteht weiterer Wohnraum am Nordhavn, im Carlsberg Byen oder in Ørestad auf Amager.

Die moderne Architektur trägt dazu bei, dass Kopenhagen sein selbstgestecktes Ziel, bis zum Jahr 2025 CO2-neutral zu sein, erfüllen könnte. Parkflächen in der Innenstadt werden abgebaut, die Metro ersetzt Individualverkehr und einige der vielen Buslinien. Dass neue Wohnanlagen hell, klima- und vor allem menschenfreundlich gestaltet werden, versteht sich von selbst. Ein recht berühmtes Beispiel ist das 8 Haus in Ørestad, das 2011 zum besten Wohnkomplex der Welt gekürt wurde. Man darf es besichtigen, aus Rücksicht auf die Bewohner allerdings nur werktags zwischen 10 und 16 Uhr. Auffällig ist auch, dass öffentliche Bauten, zB Einkaufszentren, so konzipiert sind, dass immer Tageslicht einfällt, entweder durch riesige Fensterfronten, durch Glasdächer oder über Lichtschächte bis zum Erdgeschoss. So spart man Energie für Beleuchtung und nebenbei ist die Atmosphäre in den Gebäuden wesentlich angenehmer.

Stadtteile

Beim ersten Besuch von Kopenhagen hält man sich vor allem im Zentrum und in Christianshavn auf. Durch die Vielzahl von Sehenswürdigkeiten auf engem Raum ist ein Tag gut gefüllt. Mehr zu den sehenswerten Bauwerken und Museen erzählt unser Artikel über Schlösser und Museen in Kopenhagen. Die besten Bars und Bistros, schnuckelige kleine Läden und vermutlich mehr Kopenhagener als Touristen findet man allerdings in den immer beliebter werdenden Stadtteilen Vesterbro und Nørrebro sowie in den Straßenzügen von Frederiksberg.

Indre By, das Zentrum von Kopenhagen

Der Storchenbrunnen am Amagertorv in Kopenhagen

Der Amagertorv mit dem Storchenbrunnen

Das Indre By zwischen dem Hafen und den Kopenhagener Seen beherbergt alle großen Attraktionen vom Vergnügungspark Tivoli bis hin zu den prächtigen Schlössern, Museen und Kirchen.

Die bekannte Fußgängerzone Strøget, die eigentlich aus vier Straßen besteht, führt vom Rådhuspladsen bis zum Kongens Nytorv kurz vor den bunten Häuserfronten des Nyhavns. Vor allem den vorderen Bereich der Strøget säumen große Textil-Ketten und Dönerbuden (die hier Shawarma heißen). Ab dem Amagertorv wird es dann etwas eleganter mit den sehenswerten Kaufhäusern Illum und Illums Bolighus, berühmten Modemarken und dänischen Traditionsmarken wie Georg Jensen oder Royal Copenhagen. Am Weg durch die Fußgängerzone passiert man die traditionsreichen Plätze Gammeltorv und Nytorv, der schönen Amagertorv und am Ende den durch die Metro-Baustelle derzeit etwas unübersichtliche Kongens Nytorv.

Auf diesen Plätzen immer was los. Große Kaffeehäuser und Restaurants warten auf Kundschaft, Musiker hoffen auf Gehör und zwei imposante Brunnen plätschern dazu. Etwas gemütlicher sind die kleinen Geschäfte und Lokale in den parallel verlaufenden Straßen Kompagniestræde und Læderstræde, auch Strædet genannt.

Das Gebiet nördlich der Strøget zwischen Købmagergade, der Metrostation Nørreport und der Vester Voldgade ist das Szeneviertel im Zentrum. Hier ist die alte Universität Kopenhagen zuhause und mit ihr Studentenflair, gemütliche Kneipen und die urigsten Geschäfte. Das Viertel heißt auch Latinerkvarteret. Zur Gründungszeit der Universität im 15. Jahrhundert wurde hier Latein gesprochen und gelehrt. Kleine Läden mit Mode und Schmuck oder so skurrilen Dingen wie „Filmschurken und -helden“ säumen die Gassen. Vieles ist handgemacht oder zumindest aus kleiner Produktion. Dazwischen reiht sich eine Bar an die andere, viel Retro-Ambiente oder auch Schmuckstücke wie das Paludan Bogcafe, das einen Buchhandel mit freiem W-Lan und junge Gastronomie vereint.

Gemüsestand in der Markthalle Torvehallerne

Die schönste Markthalle: Torvehallerne am Nørreport

Vor allem abends ist der Gråbrødretorv mit einer großen Platane in der Mitte der schönste Platz im Viertel. Dicht gesäumt von gemütlichen Restaurants, die das ganze Jahr über im Freien servieren, verbreitet er eine fast südländischer Atmosphäre – die niedrigeren Temperaturen gleicht man einfach mit Wolldecken und sonnigem Gemüt aus.

Die besten Markthallen, natürlich auch preisgekrönt wie so vieles in dieser schönen Stadt, sind die Torvehallerne an der Metrostation Nørreport. Die heutigen Hallen wurden 2011 eröffnet und sind nicht nur ein Augenschmaus. Allein die Farbenpracht am Gemüsestand oder die liebevolle Art, wie hier ein Sandwich zubereitet wird, sind einen Besuch wert. Wer wissen will, was in Kopenhagen gerade angesagt ist, muss nur schauen, wo sich die längsten Schlangen bilden. Trends in Kopenhagen haben fast immer etwas mit Essen zu tun! Die Hallen schließen, typisch dänisch, schon recht früh am Abend zwischn 19 und 20 Uhr.

Sehnsucht nach einem Leben am Meer bekommt, wer einen Liegestuhl an der Hafenkante ergattern konnte. Zwischen der schwarz glänzenden Bibliothek und der Kleinen Meerjungfrau, die etwas abgelegen vor dem Kastell sitzt und hofft, dass endlich mal ein Prinz die Rettung bringt, gibt es reichlich Außensitzplätze mit Meerblick. Liegestühle, Sitzsäcke und rustikale Holzbänke stehen zur freien Verfügung füllen sich bei den ersten Sonnenstrahlen, vor allem gegen Feierabend. Noble Restaurants mit weiß gedeckten Tischen findet man eher in den Nebenstraßen, wo es windgeschützter ist.

Café-Gäste am Hafen vor dem Schausüielhaus

Vor dem Schauspielhaus sitzt man direkt am Hafen

Wie ein blaues Band schlängelt sich der Hafen quer durch die Stadt. Wenn man am Indre By sitzt, schaut man auf die gegenüberliegenden Bürogebäude und alten Speicher von Christianshavn, das Opernhaus und die Königliche Jacht Dannebrog, die vor der denkmalgeschützten Marine-Insel Nyholm liegt.

Nicht ganz so weit ist die Aussicht vom Nyhavn, dafür umso bunter. Die farbigen Häuser auf der Nordseite des Nyhavns beherbergen fast alle ein Lokal. Nur wenige davon sind traditionell-dänische Gaststätten wie das gemütliche Frokostrestaurant Leonore Kristine. Die meisten servieren internationale Küche. Liegestühle gibt es hier nicht und die Getränke auf den zahlreichen Außenplätzen sind fast unverschämt teuer. Aber wenn man sich, wie die Insider, sein Bier am Kiosk um die Ecke in der Lille Standstræde kauft und ein Plätzchen an der Hafenmauer findet, ist man mittendrin im Leben. Das internationale Publikum ist gut gelaunt, Boote tuckern vorbei und Straßenmusiker spielen Jazziges zum Feierabend.

Dass die Lokale auf der bunten Nordseite des Nyhavn angesiedelt sind, hat historische Gründe: Die Südseite von Nyhavn stand früher unter königlicher Verwaltung und da sollte es anständiger zugehen als am städtisch verwalteten Nordufer. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass das Nordufer die Sonnenseite ist! Heute prägt Bildende Kunst das Südufer. In der Charlottenborg sitzt die Königlich dänische Kunstakademie. Die dazugehörige Kunsthalle macht mit großflächigern Objekten ziemlich deutlich auf sich aufmerksam, die benachbarte Dänische Kunstbibliothek ist ein Schmuckstück im Verborgenen.

Nächtliche Beleuchtung im Tivoli

Abends wird es besonders schön: Promenade im Tivoli

Ein Muss für jeden Touristen ist der saisonal geöffnete Park Tivoli zwischen Hauptbahnhof und Rathausplatz. Es lohnt sich nicht, einmal kurz hineinzuschauen und dann den nächsten Programmpunkt anzusteuern, dafür ist der Eintritt auch zu hoch. Tivoli ist eine kleine, wunderbare Welt für sich hinter hohen Mauern, die kaum erahnen lassen, was für ein Paradies dort liegt.

Tivoli ist ein Vergnügungspark im wahrsten Wortsinne: Er bereitet dem Besucher Vergnügen und ist gleichzeitig eine wunderschöne, blühende Parkanlage. Die höchsten Fahrgeschäfte ragen weit über die Mauer hinauf, aber die ganze Fülle an Attraktionen, märchenhaften Gebäuden und unzähligen Restaurants entdeckt man erst, wenn man die Tore passiert.

Der Park hat im Sommerhalbjahr und jeweils einige Wochen im Oktober und zur Weihnachtszeit geöffnet. In der übrigen Zeit kann man nur im Hotel Nimb ein wenig von der zauberhaften Atmosphäre genießen. Der Eintrittspreis für den Tivoli lohnt sich auch, wenn man kein Freund wilder Karussellfahrten ist. Man sollte aber mindestens drei Stunden für den Besuch einplanen und die abendliche Illumination nicht versäumen!

Für eine Stadtrundfahrt gibt es viele Optionen. Die Hop-on, Hop-off genannten Bustouren werden von zwei Unternehmen angeboten, die Anbieter heißen Redbuses und Stromma. Diese Touren sind recht sind teuer und nur mäßig spannend, weil einige Streckenabschnitte nur dazu dienen, Fahrgäste von ihren Hotels abzuholen. Die öffentlichen Buslinien 1A und 26 fahren eine ähnliche Strecke und sind selbst mit einem 24-Std-Ticket wesentlich günstiger. Auch zu Fuß werden Führungen angeboten. Vor dem Rathaus warten junge Stadtführer mit roten oder hellgrünen Schirmen auf Kundschaft, immer zur vollen Stunde beginnt ein Stadtspaziergang, der mit Trinkgeld bezahlt wird. Jeder gibt, was er für angemessen hält.

Die beste Aussicht auf die Stadt hat man vom Wasser aus. Die offenen Ausflugsboote verkehren das ganze Jahr über regelmäßig in kurzen Abständen und sind im verhältnis zu den kommerziellen Bustouren recht günstig und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kann man alle vom Hafen aus sehen! Sportliche Besucher können die Stadt auch mit dem Kajak erobern. Die Kayak Republic an der Knippelsbro bietet geführte Kanutouren durch Kopenhagens Kanäle an. Wer sich auskennt, darf auch auf eigenen Faust paddeln.

Christianshavn, Christiania und die Insel Amager

Gartendeko in Christiania

Grüne Idylle: Wohnen in Christiania

Südlich vom Hafen liegen Christianshavn und die künstlich angelegte Inselgruppe Holmen. Man erreicht Christianshavn über die schon erwähnte Knippelbro oder mit den gelben Havnebussen, die vor dem Schauspielhaus ablegen. Die Hafen"busse" sind eigentlich Schiffe und gehören zum Tarifgebiet des öffentlichen Nahverkehrs. Fahrräder werden kostenlos transportiert. Seit 2016 ist auch endlich die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Cykelslangen von Nyhavn nach Christianshavn fertig. Aus dem Spitznamen "kissing bridge" wurde nach etlichen Baupannen "missing bridge", denn die beiden beweglichen Brückenhälften passten zunächst leider nicht zusammen. Sie ist Teil des Havneringen, einem Radweg rund um das Hafengebiet, und wird von tausenden Radfahrern und Fußgängern täglich genutzt.

Christianshavn wurde im 17. Jahrhundert von König Christian IV geplant, um ein bisschen Amsterdam nach Kopenhagen zu bringen. Bei den Offizieren der Königlichen Marine, die dort wohnen sollten, kam die Idee nicht besonders an, doch heute ist der idyllische Stadtteil auf der Insel Amager ein Publikumsmagnet und eine bevorzugte Wohnlage.

Die malerischen Häuser, liebevoll restaurierte Holz- und Hausboote und gemütliche Straßencafés am Christianshavn Kanal findet man östlich der Torvegade, ebenso wie die schöne Vor Frelser Kirke mit ihrem markanten, goldenen Turm.

In die Prinsessegade fordert ein bunt bemaltes Tor auf, die EU zu verlassen, um den Freistaat Christiania zu besuchen. Das Grundstück, auf dem Christiania liegt, gehörte bis heute dem dänieschen Verteidigungsministerium. Wohnungsnot und Protest gegen die Regierung bildeten der Auftakt zum Projekt Christiania, im September 1971 beschlossen die Bewohner von Christianshavn, die Zäune um das verlassene Militärgelände niederzureißen, die Gebäude zu besetzen und Spielfläche für ihre Kidner zu schaffen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein weltweit bekanntest Gemeinschaftsprojekt mit eigenen Gesetzen und enormer Kreativität. Die selbstgezimmerten Häuser mit ihren bunten Gärten, fantasievoll gestaltete Lokale und nicht zuletzt das Lastenrad Christiania Bike zeigen, wie Menschen sich in einer freien Atmosphäre verwirklichen können. Im Süden grenzt Christiania an die alten Festungswälle am Stadtgraben. Wenn die Bewohner in ihren Hängematten oder auf selbstgezimmerten Bänken im Sonnenuntergang träumen, scheint die Welt in Ordnung.

Der Freistaat lohnt einen Besuch, aber sicherer ist es bei Helligkeit. Auch auf dem Weg dorthin muss man leider seine Tasche und Wertsachen besonders im Auge behalten. Die liberalen Regeln in Christiania zogen auch Kriminalität und Drogenhandel an. Nach einem Zwischenfall im Sommer 2016, bei dem ein Polizist erschossen wurde, entschieden die Bewohner von Christiania, dass organisierter Drogenhandel kein Teil ihres Lebenstraums sein darf und rissen die Verkaufsstände der Drogenhändler in sogenannte Pusher Street ab. Der Drogenhandel hat sich seit dem etwas verlagert und in Christiania wird es hoffentlich ruhiger.

Wohnhaus am Wasser in Christianshavn

Beste Lage: Schicke Wohnhäuser auf Holmen

Die Inselgruppe Holmen, auf der einst Kanonenboote und Munitionsdepots der Königlichen Marine stationiert waren, zählt heute zu den teuersten Wohnflächen in Kopenhagen. Aus den hölzernen Kanonenhütten wurden zu Freizeit- und Bürogebäude, dazwischen entstanden schicke Wohnblocks. Vielleicht ist es das, was Kopenhagen so besonders macht: Ein recht unkompliziertes Nebeneinander von alternativem, fast kostenlosem Wohnraum in Christiania und den teuersten Luxuswohnungen der Stadt!

Für "seine" neue Oper wählte der Sponsor Anorld Mærsk Mc-Kinley Møller ebenfalls eine der Holmen-Inseln, vielleicht, damit er sie von seinem gegenüberliegenden Büro aus immer im Blick hatte. Hinter dem Opernhaus erstreckt sich der Campus der Akademie für Archikektur und Design. Auf der Nachbarinsel, der sogenannten Papirøen, lebte ebenfalls temporär ein Kunstprojet namens Copenhagen Contemporary. Die Liegestühle vor der Halle gehören zur Copenhagen Streetkitchen, eienem Pulikumsmagnet zu jeder Jahreszeit. Leider werden die Hallen Ende 2017 einer neuen Appartementanlage weichen müssen. Ob darin auch Platz für Kunst und Streetfood sein wird, ist noch nicht entschieden.

Die große Insel Amager war früher eine eher trostlose Gewerbe- und Industriefläche mit dem Flughafen Kopenhagen und der Autobahn zur Øresundbrücke nach Schweden. Durch den neuen Stadtteil Ørestad, dessen Bau mit zwei Linien der Metro begann, entwickelte sich die Insel zu einem Anziehungspunkt für Liebhaber moderner Architektur. Das DR Byen oder das preisgekrönte Wohnhaus 8 tallet stehen hier, ebenso Dänemarks größtes Einkaufszentrum Field`s. Nur wenige Meter weiter beginnt ein Naturschutzgebiet mit flachen Weiden, Schafen und viel Wald. Im Naturcenter Amager kann man ein Fahrrad mieten und der Stadt den Rücken kehren. Die Metro verkehrt alle paar Minuten ins Stadtzentrum, es gibt auch eine Buslinie und in Ørestad einen S-Bahnanschluss.

Schwimmbad im Hafenbecken

Umsonst und draußen: Das Hafenbad Islands Brygge

Zwischen dem Hafen und Ørestad erstreckt sich das Naturgebiet Amager Fælled mit Rodelberg, BMY-Strecke und vielen Radwegen. Der Uferbereich zum Hafen hin heißt Islands Brygge, hier trifft man sich zum Baden, Boot fahren und selbstverständlich auch auf einen Drink im Liegestuhl am Ufer. Etwa einen Kilometer lang ist die Promenade, deren Herz das Hafenbad bildet. Das kostenlose Schwimmbad, das als Holzkonstruktion ins Hafenbecken hineingebaut wurde und mit Meerwasser gefüllt ist, erfreut sich großer Beliebtheit. Ähnliche Bäder findet man übrigens auch am Fisketorvet und etwas außerhalb am Sydhavn das Sluseholmen.

Islands Brygge vereint Spielflächen, Restaurants und Bars, Bootsanleger und Freiflächen für Open-Air-Veranstaltungen. Im Sommer trifft sich hier vor allem die junge Bevölkerung. Und noch eine neue Freizeitfläche zieht die Städter auf die Insel: die künstlich angelegte Strandfläche am Amager Strandbad. Wer noch sportlicher unterwegs ist, trifft sich am Cablepark Copenhagen, der ganz im Norden von Amager zwischen den Hafenanlagen versteckt liegt.

Amager ist fast so groß wie die gesamte Fläche von Kopenhagen. Etwa die Hälfte der Insel ist nach wie vor unbebaut. Hier erwacht das typische Urlaubsgefühl von Weite und Entschleunigung! Daran wird wohl auch das Zusammenwachsen von Malmø und Kopenhagen zur Großregion Øresund so schnell nichts ändern.

Das Schmuckkästchen von Amager ist der Hafen von Dragør, einer Kommune ganz im Südwesten von Amager. Die gelben Fischerhäuser stehen hier so dicht beieinander, dass man durch einige Gassen nicht mal mit dem Rad fahren darf. Den Hafen schmückt ein weithin sichtbarer Lotsenturm, der die Seeleute früher half, Seelands westlichsten Hafen anzusteuern. Heute gehört er zum Amager Museums, ebenso wie das Museumsdorf Store Magleby. Hier lebten im 16. Jahrhundert holländischen Einwanderer. König Christian II bot ihnen damals Grund un Boden an, damit sie Kopenhagen mit Obst und Gemüse versorgten. In Dragør kann man gut und vor allem viel günstiger als in Kopenhagen speisen. Natürlich gibt es auch dänisches Design zu sehen: das beliebte Dragør Søbad hat kein geringerer als Arne Jacobsen entworfen.

Vesterbro

Vesterbro beginnt direkt hinter dem Kopenhagener Hauptbahnhof westlich der Innenstadt. Interessant sind hier vor allem die Istedgade und der ehemalige Fleischgroßmarkt Kødbyen.

Alte Kneipe Jernebane in Vesterbro

Livemusik und viel Kitsch: Kneipen hinter dem Bahnhof

Die Istedgade war einst ein reines Rotlichtviertel. Im vorderen Bereich in Richtung Bahnhof ist sie das immer noch. Stadtauswärts hat sich jedoch ein buntes, multikulturelles Kneipenleben entwickelt, das besonders von jungen Leuten gern besucht wird. Die Istedgade endet am Enghaveparken, einem beliebten Treffpunkt mit Skaterbahn und Parkanlagen. Davor trifft man sich zum Kaffee in der Sonne am Enghave Plads, derzeit mit Aussicht auf die von Künstlern verzierten Bauzäune der nächsten Metrolinie.

Auf dem weitläuigen Gelände der Fleischgroßmärkte werden die alten Markthallen heute für eine neue Generation von Gastronomie und Kultur genutzt. Im sogenannten Kødbyen findet man angesagte Bars und Restaurants wie die Fiskebaren oder das Mother, eine immer gut besuchte Pizzeria - trotz der recht unbequemen hölzernen Picknickbänke auf der Terrasse. Im Kødbyen finden auch sogenannte Pop-up-Partys statt. Wer einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, bekommt vielleicht eine Einladung mit der richtigen Adresse für den nächsten Termin.

Der Fahrradladen Baisikeli am Rand des Købdyen, kurz vor dem S-Bahnhof Dybbølsbro, vermietet gebrauchte und neue Fahrräder, Cargobikes, Anhänger und Zubehör. Hier gibt es für jeden das richtige Leihrad und dazu noch die günstigsten Tarife. Die gesparten Kronen kann man dann gegenüber im schicken Einkaufszentrum Fisketorvet ausgeben oder dort zumindest einen Blick in die Restaurantetage werfen, denn der Ausblick auf das Hafenbecken ist schon sehenswert. Ist man für Kommerz nicht empfänglich, fährt man einfach außen um die Shopingmall herum auf einem schwungvollen Radweg und erundet zunächst den Havneringen, die schon erwähnte Radstrecke rund um den Hafen.

Vesterbro grenzt an die Stadtteile Valby und Frederiksberg. Genau zwischen den drei Stadtteilen liegt das Gelände der Carlsberg Brauerei, wo heute nur noch im Carlsberg Museum für Besucher gebraut wird. Das hier gebraute Bier heißt Jacobsen nach dem Gründer der legendären Brauerei. Er benannte dmals seine Großbrauerei nach seinem Sohn Carl. Die alten Fabrikanlagen sind bis auf wenige, vermutlich denkmalgeschützte Bauten inzwischen abgerissen und machen Platz für ein weiteres Neubauprojekt: Carlsberg Byen. Hoffentlich gehen die schönen Backsteintore und -türme in den Neubauten nicht unter! Sonntags kann sich man in einem Showroom über den Bebauungsplan informieren. In der Danshallerne auf dem gleichen Gelände finden moderne Tanz- und Ballettveranstaltungen statt.

Kellner in der Cocktailbar Lidkoeb

Lumberjack serviert am Kamin: Kellner im Lidkoeb

Die Hauptstraße durch Vesterbro heißt Vesterbrogade. Die Cocktailbar Lidkoeb versteckt sich in einem Hinterhof, aber das Suchen lohnt sich! Die Einrichtugn erinnert an ein Landhaus in den amerikanischen Bergen, irgendwo zwischen Mad Men und Rio Bravo.

Gut gebaute Kellner im Holzfäller-Look servieren köstliche Drinks, die so verrückt und lecker schmecken wie ihre Namen klingen: Valkyrie (Walküre), Chokolade Sour oder Østersø Cola (Ostsee Cola). Man sollte früh genug am Abend kommen! Die Plätze an der Theke sind schnell besetzt, ebenso wie die fellverzierten Lederstühle am Kamin. Es gibt übrigens auch ein Restaurant in Kopenhagen, dass Rio Bravo heißt. Das wäre dann der richtige Ort, um nach dem schicken Landhaus auf etwas deftigere Westernstimmung umzusatteln – und hier wird bis in die frühen Morgenstunden warme Küche angeboten.

Gut zu finden ist das Kopenhagen Museum. Es ist ein interessantes Museum zur Stadtgeschichte, dass sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen wendet. Die Kleinen können oben unterm Dach ihre Traumstadt aus Lego bauen, während die Großen in der Ausstellung Geschichten von Ein- und Auswanderern oder über die ökologische Entwicklung der Stadt erfahren. Sehenswert ist auch das Museumscafé Tante T, ein altmodischer Teesalon.

Gemütlich geht es auf dem Vesterbro Torv zu, gleich neben dem Kopenhagen Museum. Hier kann man zum Beispiel im Café Obelix den Tag gemächlich ausklingen lassen, wer früh genug kommt, genießt die günstigen Happy-Hour-Preise bis 19 Uhr.

Nørrebro

Nørrebro ist ein studentisch geprägtes Wohngebiet mit einer großen Dichte beliebter Restaurants, Frühstückscafés und mit Feierabendkneipen, vor denen man sich am späten Nachmittag auf einen Plausch beim Bier trifft. In der Ravnsborgade versammeln sich diverse Antiquitätenläden. Bei Mayol in der Blågårdsgade findet man lustige und vor allem überflüssige Dinge, von denen man bisher gar nicht wusste, wie dringend man sie trotzdem kaufen muss! In der Jægersborggade wimmelt es nur so vor trendigen Lokalen, selbst Sterneküche wird hier serviert im Restaurant Relæ, eine beeindruckende Weinauswahl und kleine, allerdings sehr teure Speisen bekommt man im gegeüber liegendenManfreds. Dänisches Design, jung interpretiert, verkaufen die kleinen Kunstboutiquen dazwischen.

Berühmte Dänen sind auf dem Assistens Kirkegard bestattet

Berühmte Dänen sind auf dem Assistens Kirkegard bestattet

Rund um den St. Hans Torv gibt es einen weiteren Hotspot mit Bars und Kneipen, eine fantasievoller und bunter als die andere. Typisch für das Nachtleben in Kopenhagen sind Cafébars, die morgens Frühstück servieren, mittags bis zum frühen Abend frische Salate und warme Speisen zubereiten und abends das DJ-Pult aufklappen und zur Tanzbar werden. Das Lokal Bodega am Assistens Kirkegård ist eins dieser Lokale mit wechselnden Speisekarten und DJs. Anschließend könnte man im Rust bis zum Morgengrauen weitertanzen, fü reinen Becuh nach 23 Uhr muss man aber mindestens 20 sein.

Der Assistens Kirkegård ist der bedeutendste Friedhof Kopenhagens. Hier sind berühmte Dänen wie Hans Christian Andersen, Søren Kierkegaard oder Finn Juhl beerdigt. Um eine dieser Grabstätten auf eigene Faust zu finden, braucht man ein wenig detektivischen Spürsinn, es gibt aber eine Broschüre zum Assitens Kirkegård mit Lageplan im Internet.

Der große Friedhof ist von zwei Fahrradwegen durchzogen, auf denen reger Verkehr herrscht. Die Freiflächen sind als Picknickplätze und zum Sonnenbaden sehr beliebt, was dem Fremden zunächst etwas ungewöhnlich erscheint. Über Nacht werden die Tore geschlossen. Gespensterpartys um Mitternacht sind auch auf diesem Friedhof nicht erlaubt.

Østerbro

Feierabendbier in Söenes Bierbar

Feierabend am Seeufer in Søenes Ølbar

Ganz im Osten zwischen Nørrebro und dem Nordhavn liegt Østerbro, der bevölkerungsreichste Stadtteil von Kopenhagen, kurz Ø genannt. Besonders bei Familien ist dieses Viertel sehr beliebt. Einen großen Teil der Fläche nimmt der Fælledparken ein. Er besteht überwiegend aus Rasen mit Spiel- und Sportflächen, auf denen Betreten ausdrücklich erlaubt ist. Begrenzt wird die weitläufige Parkanlage vom dänischen Nationalstadium und dem größten Krankenhaus des Landes, dem Rigshospitaliet.

In Østerbro geht es geruhsam zu. Touristen verlaufen sich hier eher selten, dafür erlebt man den Kopenhagener Alltag, zum Beispiel das entspannte Feierabendgefühl, welches gegen 15 Uhr beginnt. Dann trägt man seinen Picknickkorb mit Kind und Kegel in den Fælledparken, zieht die Sportschuhe an oder entspannt bei einem Bier mit Blick auf die Kopenhagener Seen.

Seit 2012 gibt es auch einen Badestrand mit Strandpromenade zwischen dem Jachthafen und dem neuen, sehr schicken Shopping- und Wohncenter Tuborg Havnepark. Wer hier seine Jacht parkt, gehört sicher zu den wohlhabenderen Bürgern von Kopenhagen.

Fähre nach Norwegen

Softeis und große Pötte am Langlinienkai

Die Kleine Meerjungfrau, der schöne Gefionbrunnen und das Kastell von Kopenhagen, eine sehenswerte Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert, gehören auch zu Østerbro, ebenso wie die weithin sichtbaren Neubauten auf dem ehemaligen Hafengelände Nordhavnen. Hier wird seit einigen Jahren das größte Stadtentwicklungsprojekt Europas umgesetzt.

Auf die Frage, wohin eigentlich das Erdreich kommt, das bei einem U-Bahn-Bau aus dem Boden geholt wird, findet man hier die Antwort. Es wurde ins Hafenbecken geschüttet, um darauf einen neuen Stadtteil für etwa 100.000 Menschen zu bauen. Auch der neue Anleger für Kreuzfahrtschiffe, die Kopenhagen viel und gern anlaufen, gehört zum Nordhavn.

Am Ende des alten Kreuzfahrtanlegers, dem Langelinienkai hinter dem Kastell, gibt es zwei leckere Eisbuden mit bestem Ausblick auf die aus- und einlaufenden Fähren und über die gesamte Hafenregion.

Stadt in der Stadt: Frederiksberg

Biergarten auf Dänisch: Hansens Familiehave

Biergarten auf Dänisch: Hansens Familiehave

Frederiksberg wirkt wie ein Stadtteil von Kopenhagen, politisch betrachtet ist es aber eine eigenständige Kommune. Mit etwas über 100.000 Einwohnern ist Frederiksberg sogar die fünftgrößte Stadt Dänemarks und sicher eine der schönsten. Das liegt vor allem an den alten Bürgerhäusern und der großen Grünanlage Frederiksberg Have mit dem gelben Frederiksberg Schloss. Auch der Zoo Kopenhagen ist Teil des Parks. Vom schwarzen Aussichtsturm, der zudem auf einem Hügel steht, hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Und offen, wie die Dänen sind, haben sie den Blick auf Teile des Zoos auch vom Park aus geöffnet. Das neue Elefantenhaus vom Architekturbüro Fosters + Partner und die Savanne ist kostenlos vom Park aus zu sehen.

Rund um den Park findet man sogenannte Familiehave: traditionelle Ausflugslokale, die auf karierten Tischdecken unter freiem Himmel Smørrebrød und ähnliche Köstlichkeiten servieren. Ein Sonntagsausflug in den Familiehave hat eine lange Tradition, die an deutsche Biergärten erinnert. Man sollte vor dem Besuch unbedingt einen Tisch reservieren.

Gut besucht: Der Flohmarkt in Frederiksberg

Gut besucht: Der Flohmarkt in Frederiksberg

Die Hauptstraßen Gammel Kongvej, Frederiksberg Allé sowie die Allégade und die Falkoner Allé sind gesäumt von bunten Geschäften und kleinen Bars. Die Frederiksberg Allé wird ihrem Namen sehr gerecht, es ist eine breite Allee mit schön renovierten Wohnhäusern, schicken Restaurants und köstlichen Feinkostgeschäften. Für Schnäppchenjäger ist der Flohmarkt hinter dem Rathaus ein Paradies. Jeden Samstag von April bis Oktober gibt es hier alles vom selbstgehäkelten Mützchen bis zu antiken Möbelstücken. Sollte das Wetter nicht mitspielen, kann man trocken shoppen im Frederiksberg Center über der Metrostation. Schöner ist aber ein Bummel entlang der Straßen, unterbrochen von einem Kaffee im schnuckeligen Ipsen und Co oder im Laundromate Café, in dem man nebenbei seine Wäsche waschen könnte.

In Frederiksberg sind viele Studenten unterwegs, da einige Fakultäten der Kopenhagener Universität und auch die Copenhagen Business School hier ihren Campus haben. Auch Familien mit kleinen Kindern leben hier gut. Der Park wimmelt im Sommer von jungen Familien und Kinderwagen und der "Schnullerbaum" für abgelegte Nuckis hat offenbar ein großes Einzugsgebiet. Für eine Übernachtung in Kopenhagen ist Frederiksberg eine gute Adresse. Die Zimmerpreise sind etwas niedriger, aber man ist trotzdem mitten im Leben und mit der Metro auch sehr schnell in der Innenstadt von Kopenhagen.

Sehenswerte Orte, die nicht in jedem Reiseführer stehen

Um alle bekannten Sehenswürdigkeiten, die vielen Ausstellungen und spannenden Museen zu besichtigen, muss man schon mehrmals nach Kopenhagen fahren. Tipps für Familien haben wir hier zusammengefasst: Kopenhagen mit Kindern. Die schönsten kunst- und kulturhistorischen Stätten sind im Artikel Schlösser und Museen in Kopenhagen beschrieben.

Kunstwerk Andante in der unterirdischen Zisterne Kopenhagen

Kunst der besonderen Art in der Galerie Cisterne

Einige, kleinere Schätze findet man erst beim näheren Hinsehen oder durch Tipps von liebenswürdigen Anwohnern. Besonders beeindruckend ist die Galerie im ehemalige Wasserspeicher von Kopenhagen. Die Zisternen sind ein 4.200 m² großes, unterirdisches Gewölbe in Frederiksberg unter der Parkanlage Søndermarken, gegenüber des Frederiksberg Parks. In vielen Reiseführern wird es noch als Glasmuseum angepriesen, aber seit 2014 ist es ein ganz ungewöhnlicher Kunstort unter neuer Leitung. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der konstant niedrigen Temperatur ist die Galerie nur von März bis November geöffnet. In den Gewölben aus dem 19. Jahrhundert haben sich imposanten Tropfsteine gebildet, die einzigen in ganz Dänemark.

Zwischen den zerbrechlichen Naturkunstwerken gibt es jedes Jahr eine neue Ausstellung, die nur für diesen Raum geschaffen wird. Die Musik dazu liefert das stete Tropfen des Wassers aus den Mauerritzen. Die Ausstellungen beginnen alljährlich im April und enden im November.

Der Botanische Garten auf dem Campus Frederiksberg

Der Botanische Garten auf dem Campus Frederiksberg

Der Botanische Garten auf dem Frederiksberg Campus der Universität Kopenhagen ist auch so ein Kleinod. Man findet ihn zwischen Bülowsvej und Grønnegåerdsvej. Wenn man ein bisschen Dänisch versteht, bekommt man im Blumengarten eine Broschüre mit hilfreichen Tipps zur Gestaltung der eigenen Gartenlandschaft. Im Gewächshaus haben Studenten ein Café eingerichtet.

Ähnlich ist es im Blumengarten des Königlichen Gartenvereins am Rande des Frederiksbergparks. Der Eingang ist links vom dem Karrikaturmuseum Storm P. Museet. Im Garten blüht es den ganzen Sommer über bunt und üppig. Die hier spazierenden und fachsimpelnden Gartenfreunde teilen ihr Wissen sicher gern mit anderen Besuchern.

Kerzenlicht und andächtige Stille locken abends in den Kirchen der Innenstadt. Natkirken heißt das Angebot, dass vom Kopenhagener Dom organisiert wird. Mindestens eine Kirche im Zentrum öffnet abends ihre Pforten. Einige lassen ein Musikprogramm erklingen, andere verteilen gemütliche Sitzsäcke auf dem Boden und bieten warmen Tee, Kekse oder auch ein Gespräch an. Die Kirchen bei Kerzenlicht zu erleben ist ein schöner Ausklang für einen anstrengenden Tag in der Stadt.

Die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen bietet auf ihrem ehemaligen Fabrikgelände in Frederiksberg ein Museum und einen Werksverkauf an. Wer sich selbst in der Kunst des Porzellanmalens versuchen möchte, kann im Hauptgeschäft in der Innenstadt einen Malkurs belegen. Nicht ganz preiswert, aber trotzdem immer ausgebucht – man muss sich frühzeitig anmelden.

Die berühmten Lampen von Louis Poulsen hängen in Dänemark eigentlich in jedem Gebäude. Eine Sammlung seiner Designklassiker kann man im Showroom der Firma am Gammel Kongvej bewundern. Auch Arne Jacobsen hat Gebrauchsgegenstände entworfen, die aus dem Alltag in Dänemark nicht mehr wegzudenken sind. Ein ganzes Hotel, das noch heute zumindest teilweise mit Jacobsens Originalentwürfen eingerichtet ist, ist das SAS-Hotel an der Hammerichsgade. Ein Zimmer kann sich wohl nicht jeder leisten, aber die Bar ist für alle zugänglich und ein Drink erschwinglich. Man mag kaum glauben, dass dieses Design aus den 50er Jahren stammt!

Eine ganze Wohnanlage mit dazu passendem Strand hat Jacobsen für den Badeort Klampenborg nördlich von Kopenhagen entworfen. Die weißen Wohnhäuser mit einem Theatersaal und einem Restaurant werden ihrem Namen Bellevue absolut gerecht. Der weiße Strand vor Klampenborg ist ein Geheimtipp für Urlauber - die Kopenhagener kennen und lieben diesen Ort sowieso.

Siegel: Byens Bedste 2014

Publikumslieblinge: Byens Bedste

Das Antiquitätengeschäft Klassik nah des Kongens Nytorv im Zentrum (Bredgade) ersetzt fast jedes Designmuseum. Beinah alles, was in den vergangenen Jahren in Dänemark designed wurde an Möbeln und Dekoartikeln bekommt man hier, original Vintage. Eigentlich ist es zum Verkaufen gedacht, aber auch wenn Sessel und Tische nicht ins Auto passen, ist es eine Freude, durch diesen Laden zu streifen.

Die vielen gemütlichen, ungewöhnlichen, traditionellen oder ganz modernen Lokale zu beschreiben würde einen weiteren Artikel füllen. Ein guter Tipp ist immer die Empfehlung "Byens Bedste...", die man in vielen Schaufenstern sieht. Vom Bäcker über Pizza bis zu Kinos und Übernachtungsmöglichkeiten wird hier alles von Gästen bewertet und jedes Jahr neu auf der Seite Alles über Kopenhagen veröffentlicht.

Auf Visit Kopenhagen, dem offiziellen Tourismusportal, findet man eine Fülle von weiteren Angeboten, Adressen und kleine Filme über die wundervolle Stadt Kopenhagen. Wie heißt es so schön auf einem Plakat im Büro der Segway-Tours in Kopenhagen: "Foreigners, please don`t leave us alone with the Danes". Diese Stadt muss man einfach lieben, auch als Ausländer!

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Aktualisiert: September 2016
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