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Mehr als nur sehenswert: Prachtbauten in Kopenhagen

Weithin bekannt sind Kopenhagens moderne Bauten für Oper, Bibliothek, Konzertsaal oder Schauspiel - nordisch gradlinig, schnörkellos und trotzdem prächtig. Aber vor allem die Schlösser und Kirchen, die vielen Türme und die großartigen Kunsthäuser lohnen den Besuch.

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Aktualisiert: September 2016
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Das Wappen von Kopenhagen

Das Wappen von Kopenhagen

Seit etwa 700 Jahren ist Kopenhagen nicht nur dänische Hauptstadt, sondern auch der Sitz des Dänischen Könighauses. Viele Schlossbauten haben die Jahrhunderte überlebt und zeigen ihre Schätze in wahrhaft königlichen Schlossmuseen.

Besonders stolz sind die Kopenhagener auf die alten Kirchen und hohen Türme, die die Silhouette der Innenstadt prägen. Schon das historische Stadtwappen aus dem 13. Jahrhundert ist mit drei Türmen über dem Hafenbecken verziert. Aber genauso sehr liebt man moderne, beinahe kunstvolle Architektur, die das Stadtbild in den letzten Jahren um einige Attraktionen reicher gemacht hat. Einen Überblick über die wichtigsten Stadtteile und das entspannte Lebensgefühl der Kopenhagener gibt unser Artikel Kopenhagen.

Kein Herbsttag in Kopenhagen kann so trübe sein, dass man ihn nicht mit dem Bummel durch ein Museum aufhellen könnte. Auch bei strahlendem Sonnenschein sind die Kunsttempel sehenswert, denn die meisten Museen sind von einladenden Grünanlagen umgeben. In diesem Artikel geht es hauptsächlich um Kunst und Architektur. Mehr Museen und Ausstellungen, besonders für einen Ausflug mit Kindern, sind hier beschrieben.

Es war einmal ein König... Schlösser in Kopenhagen

Nicht nur ein König, sondern etwa 70 dänische Könige haben bis zum Jahr 1972 den Thron besetzt, seit dem 16. Jahrhundert hießen sie immer abwechselnd Christian oder Frederik und bauten sich ein oder gleich mehrere Schlösser, die dann gern auch Christiansborg oder Frederiksborg genannt wurden. 1972 wurde zum ersten Mal eine Frau zur Königin gekrönt, sie heißt Margrethe II und wohnt im Schloss Amalienborg in der dänischen Hauptstadt. Die Namensgeberin Sofie Amalie war ebenfalls dänische Königin, aber nicht als Thronfolgerin, sondern weil sie mit Frederik III verheiratet war. Frederiks Vater war übrigens der baubegeisterte Christian IV, der Kopenhagen in seiner heutigen Form entscheidend prägte.

Schloss Amalienborg

Die Königliche Leibgarde auf dem Weg zur Arbeit

Die Königliche Leibgarde auf dem Weg zur Arbeit

Frederik III baute das erste Schloss Amalienborg für seine Frau, die dort bis zu ihrem Tod 1685 lebte. Vier Jahre später brannte das Lustschloss ab und wurde auch nicht neu errichtet. Stattdessen entschied Frederik V Mitte des 18. Jahrhundert, das immer noch mittelalterlich geprägte Kopenhagen zu modernisieren und ein französisch inspiriertes, barockes Viertel zu errichten.

Da man die neuen Gebäude eigentlich nicht brauchte, bot Frederik sie adeligen Familien als Stadtpalais an, vorausgesetzt, sie hielten sich an die Vorgaben des Hofbaumeisters Nicolai Eigtved. Der Adel war einverstanden, vier Familien ließen je ein Palais um den Schlossplatz herum errichten, wohnten allerdings selten darin. Das kam König Christian VII im Jahre 1794 sehr gelegen, denn nachdem sein Wohnsitz Schloss Christiansborg einem Feuer zum Opfer fiel, konnte er vorübergehend in das Palais der Familie Moltke einziehen. Der neue Wohnort gefiel offenbar, denn nach und nach erwarb die königliche Familie alle vier Palais und residiert seit dem im Schloss Amalienborg.

Wenn die Königin zuhause ist, weht ihre Flagge auf dem Dach. Jederzeit besichtigt werden kann der schöne, achteckige Amalienborg Slotsplads mit einer Reiterstatue des Bauherren und das Amalienborg Museum im unbewohnten Palais Levetzau. Das Museum bietet auch geführte Touren zu den königlichen Spuren in Kopenhagen an. Der tägliche Wachwechsel und die schmucke Uniform der Königlichen Leibgarde, die vor jedem Palais ihre fest abgesteckten Runden drehen, sind ein schönes Fotomotiv. Ansprechen oder gar für Selfies engagieren darf man die Wachleute aber auf keinen Fall!

Spiegelbild auf der Königlichen Oper Kopenhagen

Perfekte Spiegelung in der Oper: Schloss Amalienborg

Die Schlossanlage Amalienborg wirkt fast bescheiden im Vergleich zu anderen Palästen, aber die Dänen lieben und schätzen es und sie achten sehr penibel darauf, dass die Würde des Platzes nicht missachtet wird. Als der Industrielle Mærsk Mc-Kinney Møller der Stadt das neue Opernhaus schenkte und Architektur und Bauplatz gleich mitbestimmte, gab es viele Bedenken, ob der mächtige Bau auf der gegenüberliegenden Hafenseite nicht das Schloss erblassen ließe und es damit übertrumpfen würde.

Die Fontaine im symmetrischen Blumengarten Amaliehave, den Møller einige Jahre zuvor ebenfalls spendierte und zwischen Schloss Amalienborg und der Hafenmauer anlegen ließ, verdeckt vom Schlossplatz aus die neue Oper, in deren mehrteiliger Glasfassade spiegeln sich bei Sonnenschein das Schloss und die dahinter thronende Marmorkirche, so dass beide Bauwerke doch ganz gut miteinander auskommen.

Schloss Rosenborg und Kongens Have

Schloss Rosenborg ist wohl das meistbesuchte Parkmuseum am Kongens Have, vielleicht sogar das meistbesuchte Museum der Stadt. Erbaut hat es Christian IV, der auch den Lustgarten Kongens Have anlegen ließ und 1648 im Schloss Rosenborg verstarb. Christian IV war wirtschaftlich recht erfolgreich und hinterließ seinem Land viele Bauwerke, die das Stadtbild von Kopenhagen bis heute prägen.

Das Schloss Rosenborg

Schloss Rosenborg im Königlichen Garten

Rosenborg ist nur ein kleines Schlösschen, aber es birgt einen großen Schatz: königliches Mobiliar und Tafelgeschirr, kostbare Gastgeschenke für die Könige wie fein geschnitzte Elfenbeinpokale oder einen üppig verzierten Colt, den Abraham Lincoln einst mitbrachte, sowie glitzernde Kronjuwelen. Die prächtige Krone trug übrigens nicht Christian IV, sie wurde erst für seinen Nachfolger Christian V vom deutschstämmigen Goldschmied Paul Kurtz gefertigt. Der Rotwein, der im Schlossgewölbe seit einigen hundert Jahren lagert, reicht noch für etwa 400 Jahre, denn die Könige dürfen nur zum Neujahrsbankett eine Flasche davon zum Anstoßen öffnen.

Bewacht wird der Schatz von der Königlichen Leibgarde, die jeden Mittag kurz vor zwölf mit musikalischer Begleitung durch die Innenstadt zu ihren Arbeitsplätzen marschiert.

Kongens Have ist noch heute ein wichtiger Park für die Bürger der Stadt. Hier trifft man sich zur Mittagspause, lässt Kinder in den Spielanlagen toben und besucht im Sommer Theateraufführungen unter freiem Himmel. Ein kleines Marionettentheater steht seit 1968 und ist das älteste fest installierte dänische Puppentheater. In der Nationalgalerie ist sogar eine Kopie der Puppenbühne als Kunstobjekt zu sehen.

Schloss Christiansborg

Das Schloss Christiansborg auf Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen, wo auch das Thorvaldsen Museum erbaut wurde, stand nie unter einem guten Stern, zumindest was seine Geschichte als königliche Residenz angeht. Das erste Schloss, erbaut von Christian VI, brannte 1794 nach 50 Jahren Hofleben ab, aus dieser Zeit sind nur die Marmorbrücke am Frederiksholm Kanal und der Reitplatz übrig geblieben. Da es sich um das teuerste Schloss handelte, das jemals in Dänemark gebaut wurde, ist man anschließend etwas bescheidener zu Werke gegangen.

Die Marmorbrücke mit Blick auf Schloss Christiansborg

Die Marmorbrücke mit Blick auf Schloss Christiansborg

Das zweite Schloss, dass Anfang des 19. Jahrhundert gebaut wurde, musste der König, der ja mittlerweile im Schloss Amalienborg eingezogen war, auf Drängen des demokratiewilligen Volkes teilweise an das Parlament abgeben. Seit dieser Zeit tagt das dänische Parlament des Folketing an diesem Ort. Leider brannte das Schloss 30 Jahre später erneut ab. Die schlecht organisierten Löscharbeiten dieses Brandes waren der Auslöser für die Gründung des Falck Rettungsdienstes, vergleichbar mit der Feuerwehr in Deutschland. Beide Brände wurden übrigens durch überhitze, kleine Eisenöfen verursacht, mit denen die vielen hundert Zimmer gewärmt wurden - erstaunlich, dass man diesen fehler zwei Mal machte!

Was heute als Schloss zu sehen ist, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und ist zwar irgendwie imposant, aber weder besonders schön noch besonders beliebt, zumindest als Bauwerk. Als Regierungssitz wird das Gebäude heute noch genutzt, sowohl das Parlament als auch der Ministerpräsident und das Oberste Gericht haben hier ihren Hauptsitz. Besichtigt werden können im Christiansborg Slot die Repräsentations­räume, die königlichen Reistställe und die unterirdischen Ruinen der ersten Burg von Bischof Absalon. Interssant ist auch die Geschichte von Schloss Christiansborg, die in einem Nebenraum der Ruinen erzählt wird. Der Schlossturm ist mit 108 Metern das höchste Bauwerk in der Innenstadt und bietet eine tolle Aussicht auf die Stadt.

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    Nordseeland ist ein Paradies für den aktiven Urlaub. Königliche Schlösser, Museen, Stadtleben in Kopenhagen und Spaß am Strand.

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    Die dänische Hauptstadt ist reich an Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte: königliche Schlösser, der Freizeitpark Tivoli oder die lange Fußgängerzone Ströget!

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Schöner, höher, am höchsten - Kirchen und Türme in Kopenhagen

In einem flachen Land wie Dänemark werden Türme ganz besonders wertgeschätzt, vor allem wenn sie so schön sind wie die Türme in der Innenstadt von Kopenhagen. Einige der historischen Turmbauten gelten als Wahrzeichen der Stadt, auch wenn das Stadtwappen auf drei nicht mehr existierende Türme zurückgeht. Dank einer Bauverordnung aus den 60er Jahren darf kein Haus im Zentrum höher hinaufragen als die Kirchtürme. Also muss man auf einen Kirchturm steigen, um den Blick über die Stadt von oben zu genießen. Aber nicht nur schöne Kirchtürme ragen hoch hinauf, sondern auch ganz weltliche Bauwerke.

Vor Frelser Kirke

Altar der Vor Frelser Kirke

Altar der Vor Frelser Kirke

Der beliebteste und attraktivste Turm ist der goldene Turm der Vor Frelser Kirke in Christianshavn. Eine goldverzierte Treppe verläuft schneckenförmig außen um die hölzerne Turmspitze herum. Ein bisschen schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man sich bis ganz oben traut, wo es zwar ein Geländer gibt, aber die Treppe wird natürlich immer schmaler. Wenn viel Betrieb ist, muss man warten, bis der Weg nach unten wieder frei ist. Der Blick ist wunderschön und man kann aus fast 90 Metern Höhe wirklich die ganze Stadt überschauen.

Das Innere der Kirche ist ebenfalls sehenswert, ein blau-weiß gehaltener und mit goldenen Strahlen verzierter Altar aus dem 18. Jahrhundert und die weißen Deckengewölbe sind von römischen Kirchen inspiriert. Die kostbare, über 300 Jahre alte Holzorgel ist die älteste in ganz Kopenhagen. Sie gilt wegen ihres wunderbaren Klanges als "Stradivari" unter den Orgeln.

Vor Frue Kirke

Frauenkirche, der Dom von Openhagen

Eine schlichte Schönheit ist der Dom

Fast unscheinbar ist dagegen der viereckige Turm der Vor Frue Kirke, dem Dom von Kopenhagen an der Nørregade im Universitätsviertel. Das Kirchenschiff ist ein heller, relativ schlicht und doch eindrucksvoll gestalteter Säulenbau mit wunderschönen Marmorfiguren von Bertel Thorvaldsen.

Der dänische Kronprinz Frederik hat 2004 im Dom geheiratet, ein Novum, denn bisher wurden königliche Hochzeiten in der Holmens Kirke gefeiert. Der Dom ist wohl die größte Kirche in Kopenhagen, allerdings hat sie keinen hohen Kirchturm.

Die Christusfigur, die den Altar schmückt, war im 19. Jahrhundert so beliebt, dass sie oft kopiert wurde. Eine Kopie hat es sogar in eine Mormonenkirche in Salt Lake City geschafft. Besucher sind im Dom jederzeit willkommen, der Eintritt ist frei und dass der Bischof gegenüber in einem roten, sehr schlichten Backsteinhaus wohnt und arbeitet, passt zum volksnahen und uneitlen Gesamteindruck der dänischen Kirche.

Rundetårn und Trinitatiskirken

Der Runde Turm

Der Runde Turm

Kein Kirchturm, aber dennoch verbunden mit der angrenzenden Trinitatiskirke ist der berühmte Rundetårn. Sein Bauherr Christian IV ließ den Turm als Observatorium für die benachbarte Universität bauen. Statt Treppen führt ein etwa 200 Meter langer, spiralförmiger Weg nach oben, über den die Ausrüstung für die Sternengucker mit einem Pferdewagen hinauftransportiert werden konnte.

Ein berühmter Sohn der Stadt ist der Astronom Tycho Brahe, nach ihm wurde das moderne Planetarium an einem der Kopenhagener Seen benannt. Brahe war einer der führenden Astro­nomen im 16. Jahrhundert. Er beobachtete die erste Supernova im Sternbild Cassiopea zu einer Zeit, als es noch keine Teleskope gab und stellte so präzise Berechnungen über die Positionen der Himmelkörper an, wie man sie heute nur mit modernster Technik nachvollziehen kann. Nach seinem Tod ließ Christian IV den runden Turm errichten, um die Erforschung der Himmels­körper fortzuführen.

Die Aussichtsplattform auf dem Dach ist eine beliebte Touristenattraktion in 34,50 Metern Höhe. Die Trintatiskirche dient noch heute als Universitäts­kirche und ist ein barockes, italienisch inspiriertes Schmuckstück, in dem sich der Bauherr als marmorne Wandskulptur verewigen ließ.

Helligåndskirken

Die Helligåndskirken direkt an der Fußgängerzone Strøget in Höhe des Amagertorvs war einst Teil eines katholischen Klosters und ist heute das größte mittelalterliche Bauwerk der Stadt. Der baumbestandene Kirchplatz lädt ein zum Verschnaufen, wenn man genug hat vom Trubel der Einkaufsmeilen. Im Nebengebäude, wo sich einst Klosterschwestern um Findelkinder und Kranke sorgten, wurde später eine Volksbibliothek eingerichtet. Heute kann man hier in antiquarischen Büchern stöbern.

Marmorkirken

Die Marmorkirche

Der Altar der Marmorkirche

Eine imposante Kuppelkirche aus Marmor sollte es werden, prunkvoller Mittelpunkt der neuen Barocksiedlung um Schloss Amalienborg und Krönung eines ehrgeizigen Bauvorhabens. So hatte sich Frederik V das vorgestellt und nach ihm heißt die Kirche offiziell Frederikskirke.

Leider überstiegen die Baukosten den Staatshaushalt bei Weitem, so dass der Bau 1770 endgültig von dem als Leibarzt des Königs bekannten Minister Johann Friedrich Struensee gestoppt wurde. Die halbfertige Kirche stand über 100 Jahre als Bauruine in der Stadt, bis der Privatbankier C.F. Tietgen die Baustelle 1874 vom Staat übernahm und die Fertigstellung der Kirche finanzierte, etwas kostengünstiger aus dänischem Sandstein statt aus norwegischem Marmor, der den Grundstein bildet und der Kirche ihren geläufigen Namen gab. Mit 79 Metern Höhe und einer frei begehbaren Kuppel von 31 Metern Durchmesser ist sie dann doch noch die größte Kirche in Skandinavien geworden.

Nikolajkirken

Etwa 150 Meter weiter östlich nah der Strøget steht auf dem hübschen Nikolajplads eine Kirche, die keine Kirche ist, wie großformatige Werbebanner verkünden. Die Nikolajkirke wurde nach einem Brand im 19. Jahrhundert als Gotteshaus aufgegeben. Statt sie abzureißen, hat man den soliden Backsteinbau anderweitig genutzt. Inzwischen heißt sie Nikolaj Kunsthal und dient als Galerie für zeitgenössische Kunst. Im Vorraum gibt es einen kleinen Kunstbuchhandel und wer eine besondere Feier plant, kann das Gebäude für ein Event mieten.

Rådhustårn

Der Rathausturm

Der Rathausturm

Der Rathausturm ist mit 105,60 Meter der zweithöchste Turm in der Innenstadt. Sein Glockenspiel kann auf jeden Fall mit dem berühmten Big Ben konkurrieren, es wird gesteuert von einer astronomischen Uhr, für deren Berechnung und Bau man etwa 30 Jahre brauchte. Sie wird einmal wöchentlich aufgezogen und zeigt nicht nur die genaue Uhrzeit an, sondern auch den Stand von Sonne, Mond und vielen Sternen. Die Uhr steht in einem gläsernen Kasten in der riesigen Rathaushalle. Die Halle ist frei zugänglich und nicht nur wegen der Uhr sehr sehenswert.

Der Rathausplatz ist der zentrale Versammlungsort der Stadt, hier ist immer etwas los, auch wenn schon seit längerem eine der vielen innerstädtischen Baustellen dem Platz etwas von seinem Charme nimmt.

Zwei andere Türme am Rand des Rathausplatzes krönen je ein Hotelgebäude. Das Hotel Bristol ist inzwischen der Sitz einer Versicherung, im Palace Hotel kann man auch heute noch übernachten.

Grundtvigskirken

Etwas außerhalb vom Zentrum steht eine weitere, ganz besondere Kirche, die einen Besuch wert ist: die Grundtvigs Kirke im Stadtteil Bispebjerg. Das Bauwerk aus gelben Ziegeln ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs zu Ehren des dänischen Philosophen und Pastors Grundtvig. Das Bauwerk stellt eine Mischung aus dänischen Dorfkirchen und klassischer Gotik dar, sehr imposant durch die breite und 47 Meter hohe Giebelfront und in seiner Bauart ziemlich einmalig. Die umliegenden Gebäude sind aus dem gleichen gelben Ziegel gebaut. Zusammen mit der Allee vom benachbarten Friedhof, die schnurgerade auf die Kirche führt, bildet die Anlage ein beeindruckendes und ungewöhnliches Ensemble.

Børsen

Baukönig Christian IV hat auch eine Turmspitze für eine sehr weltliche Macht in Auftrag gegeben, die aus vier ineinander verschlungenen Drachenschwänzen besteht: die Börse. Die Drachen sollten das Gebäude gegen Feind und Feuersbrunst schützen. Ganz geklappt hat das nicht, 1775 musste der 56 Meter hohe Turm nach einem Brand neu aufgebaut werden. Aber entgegen anderer Vorschläge hat man sich wieder für die Drachenform entschieden. Die Børsen steht noch heute und ihr Turm gilt als eines der Wahrzeichen Kopenhagens. Das 127 Meter lange, schmucke Gebäude ist ein Beispiel für Christians Vorliebe für holländische Bau- und Handwerkskunst, die sich auch in der Gestaltung des Stadtteils Christianshavn zeigt. Die Börse wird heute als Bürogebäude genutzt, besichtigen kann man sie nur von außen.

Bildende Kunst für alle: Museen in Kopenhagen

Bürger, die es zu nennenswertem Wohlstand gebracht haben, zeigten sich ihrem Land verbunden, indem sie öffentlichen Raum finanzieren. Die Mehrzahl aller Kunstmuseen entstanden aus privaten Sammlungen. Zwei Großindustrielle waren besonders spendabel: J. C. Jacobsen, Gründer der Brauerei Carlsberg und A. P. Møller Mærsk Mc Kinley, zu dessen Konzern A. P. Møller-Mærsk Group die derzeit größte Reederei der Welt gehört. Møller schenkte der Stadt das Opernhaus und die A. P. Møller Stiftung unterstützt viele Kunst- und Kulturprojekte in ganz Dänemark. Jacobsen war begeisterter Kunstsammler und finanzierte unter anderem die Ny Carsberg Glyptothek und den Wiederaufbau von Schloss Frederiksborg in Hillerød, das als Nationalhistorisches Museum genutzt wird.

Ny Carlsberg Glyptothek

Die Eingangshalle des Ny Carlsberg Glyptothek

Palmen in der Ny Carlsberg Gyptothek

Die Ny Carlsberg Glyptothek ist ein Prachtbau aus dem 19. Jahr­hundert, errichtet für die Skulpturensammlung von J. C. Jacobsen. Im Mittelpunkt des Gebäudes versetzt ein Palmengarten unter einer gläsernen Dachkonstruktion den Besucher in ein lichtdurchflutetes Paradies. Man trifft sich hier zum Mittagessen oder zur Kaffeepause, wer eine Dauerkarte hat, sitzt sicher regelmäßig auf den Bänken und genießt die Stimmung.

Jacobsen war Begründer der Carlsberg Brauerei. Noch heute fließt von jeder Flasche Bier ein Obolus in das Kapital der Stiftung, die das Museum unterhält. Die Ausstellung umfasst Skulpturen aus allen Jahrhunderten von Auguste Rodin und Edgar Degas über antike Marmorbüsten bis hin zu Mumien aus der altägyptischen Kultur. Französische Malerei des Impressionismus gehört ebenfalls zur Sammlung. Ein prächtiges Museum in einem fantastischen Gebäude!

Hirschsprung Samling

Gemälde von Krøyer im Museum Hirschsprung

Kroyers Gemälde in der Hirschsprung Samling

Eine private Sammlung dänischer Malerei des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie aus dem Bilderbuch zeigt das Museum Hirschsprung, etwas versteckt in der Østre Anlæg, einem Teil der ehemaligen Wallanlagen von Kopenhagen. Hirschsprung war Sohn einer deutschen Immigrantenfamilie. Er verdiente Ende des 19. Jahrhunderts viel Geld mit Tabak und war als Kunstfreund mit dem Maler P.S. Krøyer befreundet. So verwundert es nicht, dass berühmte Werke wie der Sommerabend an Skagens Südstrand hier hängen, aber auch Bilder von anderen Künstlern, die zu den Skagen-Malern zählen.

Das Ehepaar Hirschsprung vermachte seine Sammlung 1902 dem dänischen Staat, heute gehört das Museum zu den sogenannten Parkmuseen rund um den Kongens Have im Zentrum von Kopenhagen. Das Gebäude, das im Stil des Neoklassizismus für die Sammlung gebaut wurde, bildet einen sehr passenden Rahmen für die umfangreiche Gemäldesammlung.

Davids Samling

Ebenfalls ein Parkmuseum ist Davids Samling, eine Kunst- und Kunstgewerbesammlung, die von einer Stiftung verwaltet und vor allem vergrößert wird. Das schöne Stadthaus des Gründers C.L. David passt perfekt zu dem europäisches Interieur des 18. Jahrhunderts. Der gradlinige, neue Anbau ist moderner dänischer Kunst gewidmet und im Obergeschoss wird man durch eine beeindruckende Kollektionen Islamischer Kunst aus zwölf Jahrhunderten geführt.

Thorvaldsens Museum

Marmorskultur Amor und Psyche von Bertel Thorvaldsen

Armor und Psyche

Ein mehrfach ausgezeichneter dänischer Bildhauer, der lange in Italien arbeitete, hat in seinem Testament verfügt, dass sein Nachlass ein eigenes Museum in Kopenhagen bekommen soll: Bertel Thorvaldsen. Thorvaldsen lebte im 19. Jahrhundert und war Liebhaber der antiken Mythologie, die sein gesamtes Schaffen prägte.

Die Stadt Kopenhagen, Nachlassverwalter des Erbes, baute ihm ein passendes Museum auf der Insel Slotsholmen, auf der sich auch das Parlament und die Königliche Bibliothek befinden. Die farbenprächtige Wandgestaltung bildet einen schönen Kontrast zu den weißen Marmor- und Gipsskulpturen von antiken Göttern und Heldengestalten. Zur Sammlung zählen auch Gemälde und Skizzen verschiedener anderer Künstler. Einige von Thorvaldsens berühmtesten Figuren schmücken den Dom von Kopenhagen.

In Nysø bei Præstø in Südseeland gibt es ein weiteres, privates Thorvaldsen Museum. Nach Nysø zog der Bildhauer sich zurück, wenn es ihm in der Stadt zu laut und hektisch wurde.

Louisiana Museum für moderne Kunst

Parkanlage des Museums Louisiana

Sommertag im Louisiana Park

Das Louisiana Museum für moderne Kunst steht nicht direkt in Kopenhagen, sondern in Humlebæk, etwa 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Der Name Louisiana geht auf ein Patrizierhaus aus dem 19. Jahrhundert zurück. Der Erbauer hatte drei Ehefrauen mit dem Vornamen Louise, nach denen er sein Anwesen am Øresund benannte. Die alte Villa bildet den Mittelpunkt des Museums. Zwischen dem Gründungsjahr 1958 und 1998 wurden mehrere Seitenflügel und Kellerräume angebaut, die sich fast unsichtbar in die Parklandschaft einfügen. Die gesamte Fläche ist nicht sehr weitläufig, die große Ausstellungsfläche innen und außen ergibt sich durch die Hanglage. Der Skulpturenpark ist besonders reizvoll, man ist manchmal nicht sicher, ob es Kunst ist, was man sieht, oder doch Natur, ob gewachsen oder von Menschenhand geschaffen. In jedem Fall ist die Museumsanlage ein Gesamtkunstwerk, das man unbedingt besuchen sollte, auch wenn man nicht ausgesprochen kunstinteressiert ist. An sonnigen Tagen sind Museum und Park voll mit spielenden, plaudernden und staunenden Menschen aller Altersstufen.

Die Louisiana-Sammlung umfasst etwa 3.500 Exponate von Max Ernst über Alberto Giacometti bis hin zu dänischen Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Per Kirkeby. Ursprünglich wollte der Museumsgründer und frühere Direktor Knud W. Jensen nur moderne dänische Kunst ausstellen, aber ein Besuch der Documenta in Kassel überzeugte ihn davon, dass man den Dänen die inter­nationale Kunstszene nahebringen muss und er vergrößerte seinen Focus auf anerkannte Künstler jeder Nationalität.

Instalation Riverbed im Museum Louisiana

Anfassen erwünscht: Riverbed von O. Eliasson

Ein Schwerpunkt der Stiftung ist aber nach wie vor die dänische Kunst. Sie wird von Humlebæk aus weltweit verliehen, da die eigenen Räume gar nicht ausreichen, um alle Werke zu zeigen. Neben der festen Sammlung gibt es jährlich Sonderausstellungen, die als Publikumsmagnet fungieren. Paul Klee, Emil Nolde oder Joseph Beuys waren hier schon zu sehen.

Im Sommer 2014 wurde ein kompletter Flügel in eine Installation von Olafur Eliasson verwandelt - Isländisches Geröll füllte den Südflügel, darin ein Bächlein Wasser, das besonders die kleinen Baumeister unter den Besuchern inspirierte! Eliasson, dessen Installationen ein Zusammenspiel von Natur und Konstrukt sind, passt besonders gut zu Louisiana. Das Museum und der Park verkörpern alles, was man in Seeland findet: Kunst und Design, gepaart mit üppigen Laubwäldern und steil abfallenden Hügeln zur Ostsee, belebt von interessierten, aber achtsamen Menschen, umgeben von einer gradlinigen Architektur in Weiß, Glas und Holz, die mit der Natur verschmilzt.

Dänische Nationalgalerie

Anbau der dänischen Nationalgalerie

Gradlinig ist die Rückseite der Nationalgalerie

Der Staat selber hat natürlich auch eine Kunstsammlung. Das Staatliche Museum für Kunst ist der größte Gebäudekomplex der Parkmuseen. Das Hauptgebäude aus dem scheidenden 19. Jahrhundert mit einem imposanten Säulenaufgang wurde im hinteren Bereich 100 Jahre später gradlinig und modern erweitert. Entsprechend ist die Ausstellung eine Wanderung durch europäische und dänische Kunst von 1300 bis heute. Man bekommt elf verschiedene Rundgänge durch die Sammlung vorgeschlagen, je nachdem wie viel Zeit man in diesem Haus ver­bringen möchte. Der Vorplatz wurde jüngst renoviert und lädt ein zu lauschigen Stunden am Wasser.

Neben der Nationalgalerie schmückt der Botanische Garten die Stadt, eine farbenfrohe und informative Gartenanlage mit freiem Eintritt, die von einem mächtigen Palmenhaus gekrönt wird. Der Garten gehört zum Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen, welches zusammen mit dem Geologischen Museum 2015 neu eröffnet wurde.

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Zeitgenössische Kunstwerke auf drei Etagen zeigt der Kunstverein Gammel Strand, der bereits 1825 von dem dänischen Maler C.W. Eckersberg gegründet wurde. Seit 1952 belegt der Kunstverein ein schmales lichtdurchflutetes Stadthaus am Gammel Strand mit einem lauschigen Innenhof. Im kleinen Café im Keller liegen Kataloge und Kunstbände zum Schmökern aus.

Das in einem Vorort von Kopenhagen beheimatete Kunstmuseum Arken besitzt Objekte von Berühmtheiten wie dem Chinesen Ai Wei Wei oder dem provokanten Damien Hirst. Das futuristisch anmutende Gebäude steht auf einer künstlichen Insel am Strand von Ishøj. Die wechselnden Sonderausstellungen widmen sich auch weniger verstörenden Künstlern wie dem Dänen Bjørn Wiinblad, der in Deutschland vor allem durch seine Porzellanmalerei bekannt ist.

Hochhäuser und moderne Architektur

Carlsbergs Elefantenturm

Carlsbergs Elefantenturm

Was der Innenstadt bisher erspart geblieben ist, kann man in den Außenbezirken sehr wohl finden: Hochhäuser, wenn auch so vereinzelt, dass man sie schon von Weitem über der Stadt aufragen sieht. Das erste Hochhaus, mit 101 Metern fast so hoch wie der Rathausturm, wurde bereits 1969 in Frederiksberg eröffnet. Domus Vista ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit 30 Stockwerken und das zweithöchste Haus in ganz Dänemark. Frederiksberg liegt zwar im Stadtgebiet von Kopenhagen, ist aber kein Stadtteil, sondern eine eigenständige Kommune. Vielleicht war man dort hohen Bauten gegenüber aufgeschlossener als im traditionellen Stadtzentrum von Kopenhagen.

Ebenfalls aus den 60er Jahren stammt das 88 Meter hohe Silo der ehemaligen Brauerei auf dem Carlsberggelände. Nachdem die Bierproduktion verlagert wurde, ist das Gebäude zu Büroetagen umgebaut worden. Sehenswerter sind allerdings die roten Backsteingebäude aus der Gründerzeit der Brauerei um 1900. Der mächtige Elefantenturm, das Doppeltor oder die Villa des Erbauers J.C. Jacobsen, in dem heute die Carlsberg Akademie ihren Sitz hat, belegen, dass Jacobsen nicht nur Sinn für gutes Bier hatte. Seine Fabrik ist ähnlich kunstvoll gestaltet wie seine schon erwähnte Glyptothek.

Hotelkomplex Belle Sky

Schwindelerregend: Das Hotel Bella Sky

Ein besonders gelungener Hotelbau schmückt seit 2011 den neuen Stadteil Ørestad. Das Hotel gehört zum Messegelände Bella Center und heißt sehr passend Bella Sky. Zwei 76 Meter hohe, weiß glänzende Türme sind über einen Gang in schwindelerregender Höhe miteinander verbunden. Der Komplex erinnert ein bisschen an hochaufragende Eisberge im Meer. Innen ist er konsequent dänisch designed, eine sehr ansprechende Bar im Foyer und mehr als 800 Zimmer mit allem Komfort haben vermutlich den besten Ausblick der Stadt.

Schwarzer Diamant wird der Anbau der Königlichen Bibliothek genannt, weil er mit einem glänzenden, schwarzen Gestein verkleidet ist. Vom Wasser aus sieht man die Sonnen wie Sternenstaub auf der Fassade funkeln. Innen ist das Bauwerk hell und lichtdurchflutet mit frei schwebenden Rolltreppen, die die Stockwerke miteinander verbinden. Man übersieht bei dem Anblick leicht, dass der Altbau, den man von der Rückseite her erreicht, ebenso schön ist. In einem Seitenflügel des Altbaus befindet sich das Jüdische Museum. Es wurde von Daniel Libeskind neu gestaltet. Mit schiefen Ebenen und schmalen Gängen, die sich aus dem Symbol für das jüdische Wort Mitzwa ergeben, erinnert es an das Jüdische Museum in Berlin vom gleichen Architekten.

Rolltreppen in der Königlichen Bibliothek

Viel Licht im Schwarzen Diamanten

Riesig, kostbar ausgestattet aber irgendwie doch ein bisschen sehr gewaltig, zumindest wenn man direkt davor steht, erscheint einem die neue Oper nach einem Entwurf von Henning Larsen. Vormittags werden Führungen durch das Gebäude angeboten, bei denen man mehr erfährt zu den edlen Materialien und der symbolischen Bedeutung des holzverkleideten Auditoriums. Ohnen Eintrittskarte kann man das Gebäuder leider nicht betreten.

Fast bescheiden wirkt dagegen das neue Schauspielhaus am Ende des Nyhavn. Es erscheint bürgernäher und offener, allein durch die Lage. Das Foyer ist täglich geöffnet, im Restaurant an der Fensterfront lässt sich gepflegt mit Hafenblick zu Abend speisen. Die Liegestühle auf der Holzterrasse rund um die Fensterfront sind bei Sonnenschein sehr begehrt und einmal wöchentlich finden im Foyer kostenlose Konzerte statt. Das verantwortliche Architekturbüro Lungaard und Tranberg hat auch den Entwurf für das neue Naturhistorische Museums im Botanischen Garten gezeichnet.

Mit einem Architekturführer für Kopenhagen in der Tasche ist man bestens gerüstet, um eine Radtour zu allen Bauwerken zu unternehmen. Mehr Information zu Architektur, nicht nur in Dänemark, bekommt man im Dänischen Architekturzentrum in Christianshavn.

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