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    Ein Tag in Kopenhagen - fast umsonst

    Im Ranking der teuersten Orte für Urlauber liegt Kopenhagen ganz vorn – wer also gern Geld ausgibt, ist in Kopenhagen goldrichtig! Doch es geht auch anders. Selbst für ein kleines Budget zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite.

    Map
    Karte

    Die kleine Nixe im Meer

    Am besten eignet sich der innerstädtische Hafen als Startpunkt für einen Stadtspaziergang durch Kopenhagen, da die meisten Sehenswürdigkeiten von hier nur wenige Gehminuten entfernt sind.

    Wir beginnen mit dem kleinsten, aber auch berühmtesten Wahrzeichen von Kopenhagen: Der Skulptur der Kleinen Meerjungfrau vom Bildhauer Edvard Eriksen, entworfen nach dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen.

    Die kleine Figur sitzt auf einem Stein am Hafen vor dem Kastell. Wer nicht nach ihr sucht, könnte sie glatt übersehen, sie ist nur etwa 1,25 Meter hoch. Mehrere Hinweisschilder, mobile Souvenirshops und Scharen von fotografierenden Touristen weisen aber den Weg.

    Leckeres Eis mit Aussicht

    Am Langeliniekaj hinter der Meerjungfrau ist der Anleger für kleinere Kreuzfahrtschiffe, die in Kopenhagen Station machen. Eiscreme mit toller Aussicht auf den Hafen und die großen Fähren gibt es in der Eisbude am Ende des Kais.

    Gefion, die Göttin des Glücks

    Die Meerjungfrau ist ein Pflichtprogramm, imposanter und vielleicht ein bisschen schöner ist aber der Gefionbrunnen einige Meter zuvor. Es ist das größte Denkmal der Stadt und zugleich ein Wunschbrunnen.

    Gefion heißt die germanische Göttin des Glücks und der Familie. Der Sage nach hat sie mit ihrem Pflug die Insel Seeland aus der Landmasse Schwedens herausgepflügt. Die glänzenden Münzen in den mehrstufigen Wasserbecken deuten darauf hin, dass auch die Besucher an die Macht dieses imposanten Brunnens und seiner Göttin glauben.

    St. Alban's Church

    Vor dem Gefionbrunnen hier steht die einzige anglikanische Kirche Dänemarks, St. Alban's Church. Sehr hilfsbereiten Aufseher verteilen im Sommer Informationen zur Kirchengeschichte und laden ein, den hübschen Innenraum zu besichtigen.

    Das Kastellet

    Nebenan führt eine Brücke ins Kastell. Die sternförmige Festung aus dem 17. Jahrhundert ist ein schmuckes Militärgelände. Man kann sie auf dem Wall umrunden oder innen durch die hübschen Gassen schlendern. Ungewöhnlich schlicht ist die rechteckige Kirche Kastelskirken mit dem fein säuberlich geharkten Exerzierplatz davor.

    Ein Spaziergang durch die Parks

    Vom Kastell führt ein Weg durch die ehemalige Wallanlage Østre Anlæg zu den sogenannten Parkmuseen zwischen den Gärten Kongens Have und Botanisk Have.

    Die Kronjuwelen von Christian V im Schloss Rosenborg mitten im Kongens Have sieht man nur als zahlender Besucher, doch der Anblick des Schlosses und ein Besuch in den beiden Gärten ist umsonst. Das Schloss ist heute nur noch ein königliches Museum, der Wohnsitz von Königin Margrethe II und ihrer Familie ist das Schloss Amalienborg.

    Durch die Stadt mit der Leibgarde

    Für einen kostenlosen und dazu recht ungewöhnlichen Stadtrundgang vom Kongens Have zum Schloss Amalienborg sollte man die Königliche Leibgarde zum Wachwechsel begleiten. Täglich zwischen 11:27 Uhr und 11:32 Uhr, je nach Anwesenheit der königlichen Familie, marschiert die Leibgarde mit viel Musik und Tamtam von der Livgardens Kaserne am Schloss Rosenborg zum Schloss Amalienborg.

    Rund um den Rathausplatz

    Das politische Geschick der Stadt wird vom Rathausplatz im Zentrum von Kopenhagen aus bestimmt. Das mächtige Rathaus steht in der Nähe des Bahnhofs zwischen dem Freizeitpark Tivoli und der Fußgängerzone Strøget.

    In seiner sehenswerten Eingangshalle finden von Zeit zu Zeit kostenlose Ausstellungen statt. Auch das Uhrwerk der prächtigen astronomischen Uhr von Jens Olsen ist kostenlos zu bewundern, wenn auch hinter Glas. Das Meisterwerk der Feinmechanik wurde aus etwa 15.000 Teilen zusammengesetzt und gibt nicht nur die aktuelle Zeit an, sondern auch Sonnenauf- und -untergang, die nächste Mondfinsternis und die Position der Sterne.

    Günstige Stadtführungen

    Ebenfalls kostenlos sind die Stadtführungen mit Guide, die täglich vor dem Rathaus starten. Es gibt zwei Anbieter, Copenhagen Free Walking Tours mit hellgrünen Schirmen und Sandemans neweurope Free Tours mit roten Schirmen. Die Touren starten zur vollen Uhrzeit, pünktlich mit dem Glockenschlag. Die Stadtführer, zumeist Studenten, freuen sich über ein freiwilliges Trinkgeld nach der Runde.

    Eine Stadtrundfahrt mit dem Linienbus kostet im günstigsten Fall ein Einzeltickets für 24 DKK. Man fährt mit dem Linienbus 26 von der Haltestelle "Glyptotek" hinter dem Tivoli bis zum Langelinienkaj fast die gleiche Strecke wie die recht teuren Stadtrundfahrten im Doppeldecker. Fahrpläne und weiter Infos (auf Dänisch und Englisch) gibt es online auf DOT - Din offentlige Transport.

    Kunst und Kultur für wenig Geld

    Die staatlichen Museen sind alle kostenpflichtig, nur für Kinder bis maximal 12 Jahre ist der Eintritt in einige Häuser noch frei. Im Dänischen Nationalmuseum zwischen dem Rathaus und Schloss Christiansborg wird es günstiger, wenn man mit Kindern kommt – vielleicht ein kleiner Trost für Familien, denn dieses Museum mit allen wichtigen, nationalen Fundstücke von der Wikingerzeit bis heute ist wirklich sehenswert.

    Die öffentlichen Bibliotheken stehen jedem Besucher offen, sogar, wenn sie so schön und besonders sind wie die Dänische Nationalbibliothek am Hafen oder die Bibliothek der Königlichen Kunstakademie im Schloss Charlottenborg am Nyhavn.

    Den Spitznamen "Den Sort Diamant", Schwarzer Diamant, bekam die Nationalbibliothek, weil ihre Granitfassade in der Sonne glitzter wie ein Sternenhimmel. In voller Schönheit sieht man das nur vom wasser aus, wofür man mindestens ein Ticket für den gelben Wasserbus benötigt.

    In der Bibliothek ist auch der Besuch des Nationalen Fotomuseums und einer Sammlung von historischen Büchern und seltenen Handschriften frei.

    Sehenswert ist auch die Kunstbibliothek der Königlichen Kunstakademie im Schloss Charlottenborg am Nyhavn.

    Schöne Aussicht von oben

    Die vielen, prächtigen Kirchen der Stadt sind fast alle frei zugänglich, nur der Aufgang zu den Türmen kostet ein paar Kronen. Sehenbswert ist die Vor Fresler Kirke in Christianshavn, deren Turm von einer goldenen Wendeltreppe umgeben ist - von außen! Man braucht etwas Mut für diesen luftigen Aufstieg.

    Eine kostenlose Alternative mit Fahrstuhl ist die Aussicht vom höchsten Turm der Stadt. Er gehört zum Schloss Christiansborg, in dem heute das dänische Parlament Folketinget tagt.

    Da die Schlange vor dem Fahrstuhl meist recht lang ist, sollte man etwas Wartezeit einplanen. Sonntags werden kostenlose Führungen durch die Parlamentsräume im Schloss auf Dänisch und Englisch angeboten. Man muss sich vorher online anmelden.

    Im Kaufhaus Illum an der Strøget, Kopenhagens Fußgängerzone, gibt es einen Balkon vor den Restaurants in der obersten Etage. Eigentlich ist er für die Gäste der Lokale, doch der Zugang ist frei und ein Getränk ist erschwinglich. Die Aussicht lohnt sich vor allem bei Sonnenuntergang!

    Lebensfreude an der Hafenkante

    Die bunte Häuserreihe am Nyhavn ist vielleicht ebenso berühmt wie die Kleine Meerjungfrau. Fast alle Artikel über Kopenhagen schmücken sich mit ihrem Bild.

    Am Nyhavn legen die Canalboote zur Hafenrundfahrt ab, im Sommer spielen Straßenmusiker an jeder Ecke und im Winter öffnet ein Weihnachtsmarkt am Kai. Für Fußgänger und Radfahrer führt eine sehenswerte Brücke vom Nyhavn nach Chrisianshavn.

    Als Hafen hat der kleine Stichkanal schon lange seine Bedeutung verloren, doch als Touristenmagnet und gastronomisches Zentrum wird er wohl in die Ewigkeit eingehen. Es ist auch einfach zu schön hier!

    Getränke vom Kiosk um die Ecke

    Eine Fassade farbenprächtiger als die nächste, hinter jeder gibt es ein gemütliches Lokal mit vielen Sitzplätzen vor der Tür. Wenn man sich direkt auf die Kaimauer setzt, hat man die beste Aussicht, günstige Getränke bekommt man am Kiosk in der Lille Strandstræde oder gar bei Aldi in der Gothersgade.

    Shawarma statt Döner

    Ein Imbiss mit sehr leckeren Gerichten für wenig Geld ist das Shawarma Grill House an der Strøget, nur wenige Meter vom Rathaus entfernt.

    Shawarma gibt es eigentlich überall in Kopenhagen. Es ist die libansesische Variante unseres türkischen Döner, geschmacklich etwas orientalisch-süß. Uns schmeckt auch das Essen bei Sheik Shawarma in Nørrebro besonders gut.

    Die vielen Supermärkte im Zentrum bieten alle preiswerte, frisch zubereitete Snacks. Die Netto-Märkte mit dem Namenszusatz DøgnNetto haben bis Mitternacht geöffnet, die kleinen Irma-Filialen bis 20 oder 21 Uhr.

    Liegestühle mit Meerblick

    Einen Platz im Liegestuhl am Hafen finanziert die Kommune für alle Gäste, nur aufstellen muss man sich den Stuhl selber. Die beste Aussicht hat man am neuen Schauspielhaus oder vor der Bibliothek.

    Unter der Kvæsthusbroen hinter dem Schauspielhaus verbirgt sich eine Tiefgarage für Besucher des Theaters.

    Auf dem Dach in Meereshöhe ist eine große Freizeitfläche mit kleinen Bars, Livemusik und vielen kostenlosen Sonnenplätzen entstanden. Hier schmeckt das Picknick aus dem Supermarkt gleich doppelt so lecker!

    Spiel und Spaß für jedes Alter

    Für ein kostenloses Bad im Hafenbecken muss man nicht von der Kaimauer springen, sondern kann eines der drei wunderbaren Hafenschwimmbäder besuchen, alle kostenlos.

    Einige der Spielplätze, die in den letzten Jahren neu eröffnet wurden, sind nicht nur für Kinder reizvolle Ausflugsziele, denn die Spiel- und Sportgeräte sind auch für Große geeignet. Einen Plan mit allen Spielplätzen gibt es im Copenhagen Visitorcenter an der Vesterbrogade, gegenüber dem Haupteingang zum Tivoli.

    Ein Blick in den Zoo

    Der Kopenhagener Zoo liegt im großen Frederiksberg Park, er kostet natürlich Eintritt, doch auf zwei Seiten wurden die Mauern durch flache Zäune bzw. Glasscheiben ersetzt.

    Vom schönen Frederiksberg Park aus sieht man die Elefanten hautnah, vom Landschaftspark Søndermarken kann man durch eine Glaswand Zebras, Antilopen und Giraffen in der Savanne grasen sehen.

    Frei in der Stadt: Christiania

    Ein Besuch in Christiania, dem selbsternannten Freistaat im Stadtteil Christianshavn ist ebenfalls gratis. Vom Zentrum geht man etwa 15 Minuten, je nach dem, welche Hafenbrücke man nutzt. Die schon erwähnte Vor Fresler Kirke mit dem goldenen Turm steht in Christianshavn.

    Ein zweite, sehenswerte Kirche in Christianshavn ist die Christianskirche an der Strandgade. Sie wurde im 18. Jahrhundert von der deutschen Gemeinde in Kopenhagen genutzt. Die weißen Holzbalkone sind recht ungewöhnlich, wegen der guten Akkustik finden hier heute viele Konzerte statt.

    Günstig essen und trinken

    In Christiania gibt es ungewöhnliche, selbstgebaute Wohnhäuser, alternative Kunstaustellungen und urige, günstige Lokale mit so schönen Namen wie Café Månefiskeren (Mondfischer), Stjerneskibet (Sternenschiff) oder Sunshine Bakery (Sonnenscheinbäckerei). Sehr kreativ wird im Grønsagen gekocht. Hier zahlt jeder Gast nur so viel, wie ihm das Essen wert war.

    Auf dem Rückweg in die Stadt kommt man nah an einer der ältesten Kneipen in Kopenhagen vorbei, wo das Bier tagsüber beinahe Kioskpreise hat. Die Eiffel Bar ist eine traditionelle, verräucherte Kneipe, die Jung und Alt gleichermaßen lieben und beleben. Ein Flaschenbier kostet hier tagsüber 17 DKK und abends 20 DKK, eine Flasche Wein gibt es für 130 DKK. Essen sollte man vorher, denn es werden nur Getränke serviert. Dazu spielt man Würfel oder Karten, hört Musik oder lernt ein paar Dänen an der Theke kennen.

    Ein Ausflug in die Vororte

    Der Freizeitpark Tivoli ist toll, aber sündhaft teuer. Für wenig Geld erlebt man einen ebenfalls wunderbaren Nachmittag im Freizeitpark Bakken im Vorort Klampenborg.

    Bakken ist der älteste Freizeitpark der Welt! Er liegt am Rand des weitläufigen Jægersborg Dyrehavn. Der Eintritt ist frei, nur für die Fahrgeschäfte muss man ein Armband als Wertmarke kaufen. Mittwochs gibt es Einzelfahrten zum halben Preis, die man bar an der Karussellkasse bezahlt, je nach Attraktion zwischen 10 und 40 DKK. Das Essen ist hier immer sehr günstig, der Imbiss Malmøkroen zum Beispiel serviert jedes Gericht und jedes Getränk für nur 25 DKK.

    Anschließend kann man einen Verdauungsspaziergang durch den Dyrehave machen und Rehe und Hirsche aus nächster Nähe beobachten. Auch ein Abstecher zum herrlichen Klampenborg Strand lohnt sich. Die Strandanlage und der Wohnkomplex Bellavista an der Uferstraße wurden in den 1930er Jahren vom Designer und Architekten Arne Jacobsen entworfen.

    Malerischers Dragør

    Am anderen Ende der Stadt, ganz im Süden der Insel Amager, liegt das Hafenstädtchen Dragør.

    Dragør ist berühmt für seine entzückende Altstadt rund um den Hafen. Dicht an dicht stehen die gelben Fischerhäuser, ein Spaziergang durch die schmalen Gassen gleicht einem Ausflug in vergangene Zeiten.

    Am Hafen erinnert ein alter Lotsenturm daran, dass Dragør einst ein bedeutsamer Hafen war. In den beiden Bars am Kai gibt es Speisen und Getränke zu einem Preis, der (zumindest für Kopenhagen) auch an gute alte Zeiten erinnert.

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