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Schlösser, Kirchen und Museen in Kopenhagen

Eingangsportal des staatlischen Kunstmuseum in Kopenhagen

Weithin bekannt sind Kopenhagens moderne Kulturbauten - nordisch gradlinig, schnörkellos und trotzdem prächtig. Aber vor allem die Schlösser und Kirchen, die vielen Türme und die großartigen Kunsthäuser lohnen den Besuch.

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Die Wahrzeichen der Stadt: Türme

Seit etwa 700 Jahren ist Kopenhagen nicht nur dänische Hauptstadt, sondern auch der Sitz des Dänischen Könighauses. Viele Schlossbauten haben die Jahrhunderte überlebt und zeigen ihre Schätze in wahrhaft königlichen Schlossmuseen.

Besonders stolz sind die Kopenhagener auf die alten Kirchen und hohen Türme, die die Silhouette der Innenstadt prägen. Schon das historische Stadtwappen aus dem 13. Jahrhundert ist mit drei Türmen über dem Hafenbecken verziert. Doch ebenso schätzt man moderne Architektur, die das Stadtbild in den letzten Jahren um einige Attraktionen reicher gemacht hat.

Einen Überblick über die Stadt im Allgemeinen, die Stadtteile und die berühmtesten Sehenswürdigkeiten gibt es in unserem Artikel zu Kopenhagen.

Kein Tag in Kopenhagen kann so trübe sein, dass man ihn nicht mit dem Bummel durch ein Museum aufhellen könnte. Doch auch bei Sonne sind die Kunsttempel sehenswert, vor allem, da sie oft von Grünanlagen umgeben sind. In diesem Artikel geht es hauptsächlich um Kunst und Architektur. Museen und Ausstellungen, die sich weniger mit Kunst, aber umso mehr mit Angeboten für Kinder beschäftigen, sind im Artikel Kopenhagen mit Kindern beschrieben.

Es war einmal ein König… Schlösser in Kopenhagen

Nicht nur ein König, sondern etwa 70 dänische Könige haben bis zum Jahr 1972 den Thron besetzt, seit dem 16. Jahrhundert hießen sie immer abwechselnd Christian oder Frederik und bauten sich ein oder gleich mehrere Schlösser, die dann gern auch Christiansborg oder Frederiksborg genannt wurden.

1972 durfte zum ersten Mal eine Frau zur Königin gekrönt werden, sie heißt Margrethe II und wohnt im Schloss Amalienborg. Die Namensgeberin des Schlosses, Sofie Amalie, war die Gemahlin von Frederik III. Dessen Vater war der baubegeisterte Christian IV, der Kopenhagen in seiner heutigen Form entscheidend prägte.

Die Königliche Leibgarde

Wenn die Königin zuhause ist, weht ihre Flagge auf dem Dach. Jederzeit besichtigt werden kann der achteckige Schlossplatz mit einer Reiterstatue des Bauherren und das Amalienborg Museum im unbewohnten Palais Levetzau. Das Museum bietet auch geführte Touren zu den königlichen Spuren in Kopenhagen an.

Der tägliche Wachwechsel und die schmucke Uniform der Königlichen Leibgarde, die vor jedem Palais ihre fest abgesteckten Runden drehen, sind ein beliebtes Fotomotiv. Ansprechen oder gar für Selfies engagieren darf man die Wachleute aber auf keinen Fall!

Die Geschichte von Amalienborg

Frederik III ließ das erst Schloss Amalienborg für seine Frau errichten, die dort bis zu ihrem Tod 1685 lebte. Vier Jahre später fiel das Lustschloss einem verheerenden Brand zum Opfer. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts entschied Frederik V, das mittelalterlich geprägte Kopenhagen zu modernisieren und auf dem Geände ein barockes Viertel zu errichten.

Da man die neuen Gebäude eigentlich nicht brauchte, bot Frederik sie adeligen Familien als Stadtpalais an, vorausgesetzt, sie hielten sich an die Vorgaben des Hofbaumeisters Nicolai Eigtved. Der Adel war einverstanden, vier Familien ließen je ein Palais um den Schlossplatz herum errichten, wohnten allerdings selten darin.

Vom Palais zum königlichen Schloss

Das kam König Christian VII im Jahre 1794 sehr gelegen, denn nachdem sein Wohnsitz Schloss Christiansborg einem Feuer zum Opfer fiel, konnte er vorübergehend in das Palais der Familie Moltke einziehen. Der neue Wohnort gefiel offenbar, denn nach und nach erwarb die königliche Familie alle vier Palais und residiert seit dem im Schloss Amalienborg.

Gute Nachbarschaft

Die Schlossanlage Amalienborg wirkt fast bescheiden im Vergleich zu anderen Palästen, doch die Dänen lieben und schätzen es und sie achten sehr penibel darauf, dass die Würde des Platzes nicht missachtet wird.

Als der Industrielle Mærsk Mc-Kinney Møller der Stadt ein Opernhaus schenkte und Architektur und Bauplatz gleich mitbestimmte, gab es Bedenken, ob der mächtige Bau auf der gegenüberliegenden Hafenseite nicht das Schloss erblassen ließe und es damit übertrumpfen würde.

Tatsächlich ist das Opernhaus am Hafen weithin sichtbar, die Amalienborg sieht man vom Hafen aus gar nicht, nur die Kuppel der dahinter stehenden Marmorkirche kann man erahnen.

Eine Fontaine als Sichtschutz

Die Fontaine im Blumengarten Amaliehave, den Møller einige Jahre zuvor ebenfalls spendierte und zwischen dem Schloss und der Hafenmauer anlegen ließ, verdeckt vom Schlossplatz den Blick auf die gegenüber stehende Oper. In der Glasfassade des Opernhauses spiegeln sich das Schloss und die Marmorkirche, so dass beide Bauten doch ganz gut miteinander auskommen.

Schloss Rosenborg und Kongens Have

Schloss Rosenborg ist wohl das meistbesuchte Parkmuseum am Kongens Have, vielleicht sogar das meistbesuchte Museum der Stadt. Erbaut hat es Christian IV, der auch den Lustgarten Kongens Have anlegen ließ und 1648 im Schloss Rosenborg verstarb.

Rosenborg ist nur ein kleines Schlösschen, aber es birgt einen großen Schatz: königliches Mobiliar und Tafelgeschirr, kostbare Gastgeschenke wie geschnitzte Elfenbeinpokale oder einen verzierten Colt, den der amerikanische Präsident Abraham Lincoln einst mitbrachte, sowie einige der dänischen Kronjuwelen.

Die prächtige Krone trug übrigens nicht Christian IV, sie wurde erst für seinen Nachfolger Christian V vom deutschstämmigen Goldschmied Paul Kurtz gefertigt. Der Rotwein, der im Schlossgewölbe seit einigen hundert Jahren lagert, reicht noch für etwa 400 Jahre, denn nur zum Neujahrsbankett wird eine Flasche davon zum Anstoßen geöffnet.

Kongens Have

Kongens Have ist ein öffentlicher Park. Hier trifft man sich zur Mittagspause, lässt Kinder in den Spielanlagen toben und besucht im Sommer Theateraufführungen unter freiem Himmel. Das Marionettentheater steht seit 1968, es ist das älteste, fest installierte Puppentheater in Dänemark. In der Nationalgalerie ist sogar eine Kopie der Puppenbühne als Kunstobjekt zu sehen.

Immer wieder neu: Schloss Christiansborg

Das Schloss Christiansborg auf der Insel Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen, zu der auch das Thorvaldsen Museum gehört, stand nie unter einem guten Stern, zumindest, was seine Geschichte als königliche Residenz angeht.

Das erste Bauwerk an dieser Stelle war eine Burg, die Bischhof Absalon um 1200 bauen ließ. Das erste Schloss Christiansborg, benannt nach dem Erbauer Christian VI, brannte 1794 nach nur 50 Jahren Hofstaat ab. Aus dieser Zeit stammen die Marmorbrücke am Frederiksholm Kanal und der Reitplatz davor.

Da diesem Brand das teuerste, je gebaute Schloss zum Opfer fiel, ging man anschließend etwas bescheidener zu Werke.

Die Demokratie zieht ein

Das zweite Schloss wurde Anfang des 19. Jahrhundert fertig. Der König, der ja mittlerweile ins Schloss Amalienborg umgezogen war, musste auf Drängen des demokratiewilligen Volkes einen Teil der Christiansborg an das Parlament abgeben. Seit dieser Zeit tagt das dänische Parlamant, Folketing, auf Slotsholmen.

Die heutige Christiansborg

Nur 30 Jahre später brannte das Schloss erneut ab. Die schlecht organisierten Löscharbeiten waren der Auslöser für die Gründung des Falck Rettungsdienstes, vergleichbar mit der Feuerwehr in Deutschland. Beide Brände wurden durch überhitzte Eisenöfen verursacht, mit denen man die zahllosen Zimmer heizte. Es ist schon erstaunlich, dass sich dieser Fehler so schnell wiederholte!

Was heute als Schloss zu sehen ist, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut. Es ist zwar irgendwie imposant, aber weder besonders schön noch besonders beliebt, zumindest als Bauwerk. Als Regierungssitz wird Christiansborg aber nach wie vor wertgeschätzt. Sowohl das Parlament, das Büro der Ministerpräsidenten und das Oberste Gericht haben hier ihren Sitz.

Verschiedene Museen im Schloss

Besichtigen kann man im Schloss die Repräsentationsräume, die königlichen Reitställe und die unterirdischen Ruinen der ersten Burg an dieser Stelle. Dort wird auch die Geschichte des Schlosses erzählt. Der Schlossturm ist mit 108 Metern das höchste Bauwerk in der Innenstadt und bietet eine tolle, kostenlose Aussicht auf die Stadt.

Schöner, höher, am höchsten - Kirchen und Türme in Kopenhagen

In einem flachen Land wie Dänemark werden Türme ganz besonders wertgeschätzt, vor allem, wenn sie so schön sind wie die Türme im Zentrum von Kopenhagen. Auch, wenn das Stadtwappen auf drei nicht mehr existierende Türme zurückgeht, zählen die verbleibenden Türme zu den Wahrzeichen der Stadt.

Dank einer Bauverordnung aus den 60er Jahren ragt kein Haus im Zentrum höher hinauf als die Schloss- und Kirchtürme, dafür darf man fast alle Türme besteigen.

Vor Frelser Kirke

Der attraktivste Turm schmückt die Vor Frelser Kirke in Christianshavn. Eine goldverzierte Treppe verläuft schneckenförmig außen um die Turmspitze herum. Ein bisschen schwindelfrei sollte man sein, ist viel Betrieb, muss man oben warten, bis der Weg nach unten wieder frei ist. Aus fast 90 Metern Höhe liegt einem die Stadt zu Füßen.

Der blau-weiß gehaltene und mit goldenen Strahlen verzierte Altar aus dem 18. Jahrhundert und die weißen Deckengewölbe sind von römischen Kirchen inspiriert. Die kostbare, über 300 Jahre alte Holzorgel ist die älteste in ganz Kopenhagen. Sie gilt wegen ihres wunderbaren Klanges als "Stradivari" unter den Orgeln.

Vor Frue Kirke, der Dom vom Kopenhagen

Fast unscheinbar ist dagegen der viereckige Turm der Vor Frue Kirke, dem Dom von Kopenhagen an der Nørregade im Universitätsviertel. Das Kirchenschiff ist ein heller, relativ schlicht und doch eindrucksvoll gestalteter Säulenbau mit wunderschönen Marmorfiguren von Bertel Thorvaldsen.

Der dänische Kronprinz Frederik und Mary von Dänemark heirateten hier 2004, ein Novum, denn bisher wurden königliche Hochzeiten in der kleineren Holmens Kirke gegenüber der Christiansborg gefeiert.

Die Vor Frue Kirke bietet Platz für 1.100 Gläubige und ist ein Zeugnis des sogenannten Goldenen Zeitalters, wie der dänische Klassizismus des 19. Jahrhunderts genannt wird.

Von Kopenhagen in die Welt: die Christusfigur

Die Christusfigur auf dem Altar war damals ein beliebter Schreibtischschmuck, eine Kopie schaffte es sogar bis nach Salt Lake City in eine Mormonenkirche.

Besucher sind im Dom jederzeit willkommen. Alle 14 Tage finden abends Taizé-Andachten mit Musik und Kerzen statt.

Die Trinitatiskirken mit dem Runden Turm

Kein Kirchturm, aber dennoch verbunden mit der angrenzenden Trinitatiskirke ist der berühmte Rundetårn. König Christian IV ließ den Runden Turm als Observatorium für die Astrologen der benachbarten Universität bauen.

Statt Treppen führt ein etwa 200 Meter langer, spiralförmiger Weg nach oben. So konnte man damals die Ausrüstung für die Sternengucker mit einem Pferdewagen hinauftransportieren.

Ein Planetarium im Turm

Der dänische Astronom Tycho Brahe beobachtete als erster Mensch eine Supernova im Sternbild Cassiopea – zu einer Zeit, als es noch kein Teleskop gab. Er stellte zudem präzise Berechnungen über die Positionen der Himmelkörper an, für die man heute modernste Technik benötigt.

Nach seinem Tod ließ Christian IV den Rundetårn errichten, um die Erforschung der Himmelskörper fortzuführen. Die Aussichtsplattform in 34 Metern Höhe ist heute eine beliebte Touristenattraktion.

Die Kirche dient immer noch als Universitätskirche, der Erbauer ließ sich in dem barocken Schmuckstück als marmorne Wandskulptur verewigen.

Die Frederikskirke im barocken Viertel

Eine imposante Kuppelkirche aus Marmor sollte es werden, prunkvoller Mittelpunkt der neuen Barocksiedlung um Schloss Amalienborg und Krönung seines ehrgeizigen Bauvorhabens. So hatte Frederik V sich das vorgestellt und nach ihm heißt die Kirche offiziell Frederikskirke.

Leider überstiegen die Baukosten den Staatshaushalt bei Weitem, so dass das Vorhaben 1770 endgültig von dem als "Leibarzt des Königs" bekannten Ministers Johann Friedrich Struensee gestoppt wurde.

Sandstein statt Marmor

Die halbfertige Kirche stand über 100 Jahre als Bauruine in der Stadt, bis der Privatbankier C.F. Tietgen die Baustelle 1874 vom Staat übernahm und die Fertigstellung der Kirche finanzierte.

Er wählte eine etwas kostengünstiger Bauweise aus dänischem Sandstein statt dem norwegischem Marmor, der den Sockel bildet und der Kirche ihren geläufigen Namen gab. Mit 79 Metern Höhe und einer Kuppel mit 31 Metern Durchmesser ist sie dann doch noch die größte Kirche in Skandinavien geworden.

Drei besondere Kirchenbauten

Die Helligåndskirken wurde im 14. Jahrhundert als Teil eines katholischen Klosters errichtet und später reformiert. Heute ist sie dänische Volkskirche Kirche und das größte, mittelalterliche Bauwerk von Kopenhagen. Der grüne Kirchplatz lädt zum Verschnaufen ein, wenn man genug hat vom Trubel der Einkaufsmeilen. Zum Angebot gehören neben den Gottediensten auch nächtliche Andachten oder Mittagsmusik für Eltern mit Kleinkindern.

Nikolaj Kunsthal

Am Nikolajplads steht eine Kirche, die bereits im 19. Jahrhundert als Gotteshaus aufgegeben wurde. Statt sie abzureißen, hat man den soliden Backsteinbau anderweitig genutzt. Heute beheimatet sie die Nikolaj Kunsthal, eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Im Vorraum gibt es einen kleinen Kunstbuchhandel und im Anbau eine traumhaft schöne, altmodische Weinbar im Restaurant Maven.

Grundtvigs Kirke

Etwas außerhalb im Stadtteil Bispebjerg steht noch eine recht ungewöhnliche Kirche: die expressionistische Grundtvigs Kirke. Sie wurde nach einem Architektenwettbewerb zu Ehren des Philosophen und Pastors Grundtvig zwischen 1920 und 1940 gebaut. Der Entwurf vereint verschiedene Baustile mit dem Prinzip der dänischen Dorfkirchen.

Die imposant Giebelfront ist 47 Meter hoch und in ihrer Bauart ziemlich einmalig. Die umliegenden Gebäude wurden aus dem gleichen, blassgelben Ziegel gemauert. Die schnurgerade Allée vor dem Portal führt am Bispebjerg Friendhof vorbei zum Utterslev Mose, einem naturbelassenen, wasserreichen Stadtpark.

Der Glockenturm am Rathaus

Der Rathausturm ist mit 105,60 Meter der zweithöchste Turm in der Innenstadt. Sein Glockenspiel kann auf jeden Fall mit dem berühmten Big Ben konkurrieren! Den Turm darf man besteigen. Die astronomischen Uhr im Eingangsbereich, für deren Berechnung und Bau man etwa 30 Jahre brauchte, wird derzeit restauriert. Dass das ebenfalls 30 Jahre dauert, ist eher unwahrscheinlich, ein genaues Datum für die Wiedereröffnung steht aber nicht fest.

Der Rådhuspladsen

Der Rathausplatz ist der zentrale Versammlungsort der Stadt, umgeben von blinkender Neonreklame, die die alten und neuen Bauten rund um das Rathaus zieren. Neben dem nachts beleuchteten H. C. Andersen Slottet, das früher mal den Eingang zum Tivoli bildete, sticht vor allem das mit Neonleuchten verkleidete Industrien Hus und dierunden Axel Towers ins Auge. Gegenüber des H. C. Andersen Slottes steht eine Skultur des Dichters, im Sommer öffnet sich dahinter das Tor zum Rathausgarten.

Zwei alte Türme am Rådhuspladsen krönen je ein Hotelgebäude. Das Hotel Bristol ist inzwischen der Sitz einer Versicherung, im Palace Hotel kann man auch heute noch übernachten. Der Turm der Børsen, eine Spirale aus vier Drachenschwänzen, gehört ebenfalls zu den bekannten Türmen. Die ehemalige Börse ist heute ein privates Bürogebäude.

Dänen, Kopenhagen und die Welt

Hinter dem Rathaus steht das Dänische Nationalmuseum. Es hat keinen Turm, aber drei Etagen voll mit Geschichten über Dänemark und die Völker dieser Welt. Mit Filmen aus den 1950er Jahren oder Musik aus aller Welt kommt man fremden Völkern näher, die Wikingerabteilung zeigt die Originale berühmter Funde aus dem ganzen Land.

Das Bymuseum Kopenhagen hat ganz in der Nähe neu eröffnet. Es widmet sich der Geschichte dieser schönen Stadt und zeigt wechselnde Ausstellungen mit Malerei oder Fotografie über und aus Kopenhagen.

Bildende Kunst für alle: Kunstmuseen in Kopenhagen

Bürger, die es in Dänemark zu nennenswertem Wohlstand gebracht haben, zeigen sich ihrem Land verbunden, indem sie öffentlichen Raum finanzieren. Die Mehrzahl aller Kunstmuseen entstand aus privaten Sammlungen. Zwei Großindustrielle waren besonders spendabel: J. C. Jacobsen, Gründer der Brauerei Carlsberg, und der schon erwähnte Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller, Spender der neuen Oper, zu dessen Konzern eine der größten Reedereien der Welt gehört.

Jacobsen war begeisterter Kunstsammler und finanzierte unter anderem die Ny Carsberg Glyptothek und den Wiederaufbau von Schloss Frederiksborg in Hillerød, das heute das Dänische Nationalhistorische Museum beheimatet.

Ny Carlsberg Glyptothek

Die Ny Carlsberg Glyptothek ist ein Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert, errichtet für die Skulpturensammlung des Spenders. Im Mittelpunkt des Gebäudes versetzt ein Palmengarten unter der gläsernen Dachkonstruktion die Besucher in ein grünes Paradies. Man trifft sich hier zum Mittagessen oder zur Kaffeepause.

Noch heute fließt von jeder Flasche Bier aus dem Carlsberg Konzern ein Obolus in das Kapital der Stiftung, die das Museum unterhält. Die Ausstellung umfasst weltberühmte Skulpturen von Auguste Rodin und Edgar Degas über antike Marmorbüsten bis hin zu Mumien aus der altägyptischen Kultur, auch französische Malerei des Impressionismus gehört zur Sammlung.

Dänische Nationalgalerie SMK

Der dänische Staat hat natürlich auch eine Kunstsammlung. Das Staatliche Museum für Kunst, kurz SMK, ist das größte der sechs Parkmuseen. Das Hauptgebäude, geplant vom Architekten Vilhem Dahlerup im scheidenden 19. Jahrhundert, wurde 100 Jahre später nach hinten gradlinig und modern erweitert. Entsprechend ist die Ausstellung eine Wanderung durch europäische und dänische Kunst von 1300 bis heute.

Faltblätter schlagen elf verschiedene Rundgänge durch die Sammlung vor, je nachdem, wie viel Zeit man in dem Haus verbringen möchte. Der Vorplatz wurde jüngst renoviert und ist mit Kunstobjekten und Sitzplätzen zum Verweilen bestückt.

Kaffeepause im Botanischen Garten

Neben der Nationalgalerie schmückt der Botanische Garten die Stadt, eine farbenfrohe und informative Gartenanlage, die von einem mächtigen Palmenhaus aus dem 19. Jahrhundert gekrönt wird. Der Garten gehört zum Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen. Für den Besuch des Palmenhauses zahlt man Eintritt, der Garten selbst ist frei zugänglich.

Hirschsprung Samling

Eine private Sammlung dänischer Malerei des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wie aus dem Bilderbuch zeigt das Museum Hirschsprung, etwas versteckt an der Stockholmsgade hinter dem SMK.

Hirschsprung war Sohn einer deutschen Immigrantenfamilie. Er verdiente Ende des 19. Jahrhunderts viel Geld mit Tabak und war als Kunstfreund mit dem Maler P.S. Krøyer befreundet. So verwundert es nicht, dass berühmte Werke wie der "Sommerabend an Skagens Südstrand" hier hängen, aber auch Bilder von anderen Künstlern, die zur Künstlerkolonie in Skagen zählten.

Das Ehepaar Hirschsprung vermachte seine Sammlung 1902 dem dänischen Staat. Heute gehört das Museum zu den sogenannten Parkmuseen im Zentrum von Kopenhagen. Das Gebäude im Stil des Neoklassizismus wurde spezielle für die Sammlung gebaut.

Davids Samling

Ebenfalls zu den Parkmuseen gehört ist Davids Samling, eine Kunst- und Kunstgewerbesammlung, die von einer Stiftung verwaltet und vergrößert wird. Das prächtige Stadthaus des Sammlers C.L. David passt perfekt zu dem europäischen Interieur des 18. Jahrhunderts. Ein gradliniger Anbau ist moderner, dänischer Kunst gewidmet. Das Obergeschoss zeigt eine beeindruckende Kollektion Islamischer Kunst aus zwölf Jahrhunderten.

Thorvaldsens Museum

Ein mehrfach ausgezeichneter, dänischer Bildhauer, der lange in Italien arbeitete, verfügte in seinem Testament, dass sein Nachlass ein eigenes Museum in Kopenhagen bekommen soll: Bertel Thorvaldsen. Thorvaldsen lebte im 19. Jahrhundert und war Liebhaber der antiken Mythologie, die sein gesamtes Schaffen prägte.

Die Stadt Kopenhagen, Nachlassverwalter des Erbes, baute ihm Dänemarks erstes Kunstmuseum. Der Künstler wurde offenbar so geschätzt, dass man das Thorvaldsens Museum auf der Insel Slotsholmen errichtete, die bis dato dem königlichen Schloss und Regierungssitz vorbehalten war.

Farbenfrohe Wandgestaltung

Die farbenprächtige Wandgestaltung des Thorvaldsen Museums bildet einen starken Kontrast zu den weißen Marmor- und Gipsskulpturen antiker Götter und Helden. Die Sammlung wird ergänzt durch Gemälde und Skizzen verschiedener, anderer Künstler. Einige von Thorvaldsens berühmtesten Figuren schmücken den Dom von Kopenhagen, unter anderem die im 19. Jahrhundert so beliebte Christusfigur über dem Altar.

In Nysø bei Præstø in Südseeland gibt es ein weiteres, privates Thorvaldsen Museum. Nach Nysø zog der Bildhauer sich zurück, wenn es ihm in der Stadt zu laut und hektisch wurde.

Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Zeitgenössische Kunstwerke auf drei Etagen zeigt der Kunstverein Gammel Strand, der bereits 1825 von dem dänischen Maler C.W. Eckersberg gegründet wurde. Seit 1952 belegt der Kunstverein ein schmales, lichtdurchflutetes Stadthaus am Gammel Strand mit einem schattigen Innenhof. Im Café liegen Kataloge und Kunstbände zum Schmökern aus.

Kunstinsel Arken

Das in einem Vorort von Kopenhagen beheimatete Kunstmuseum Arken besitzt Objekte von Berühmtheiten wie dem Chinesen Ai Wei Wei oder dem provokanten Damien Hirst.

Das futuristisch anmutende Gebäude steht auf einer künstlichen Insel am Strand von Ishøj. Die wechselnden Sonderausstellungen widmen sich auch weniger verstörenden Künstlern wie dem Dänen Bjørn Wiinblad, der in Deutschland vor allem durch seine Porzellanmalerei bekannt wurde.

Im Sommer kann man hinter dem Museum am Ishøj Strandpark im Sand liegen und den Ausblick auf Kopenhagen genießen.

Louisiana Museum für moderne Kunst

Das Louisiana Museum steht nicht direkt in Kopenhagen, sondern in Humlebæk, etwa 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Der Name Louisiana geht auf ein Patrizierhaus aus dem 19. Jahrhundert zurück. Der Erbauer hatte drei Ehefrauen mit dem Vornamen Louise, nach denen er sein Anwesen am Øresund benannte.

Die alte Villa bildet den Mittelpunkt des Museums. Zwischen dem Gründungsjahr 1958 und 1998 wurden mehrere Seitenflügel und Kellerräume angebaut, die sich fast unsichtbar in die Parklandschaft einfügen. An sonnigen Tagen sind Museum und Park voll mit spielenden, plaudernden und staunenden Menschen aller Altersstufen.

Internationale Kunst

Die Louisiana-Sammlung umfasst etwa 3.500 Exponate von Max Ernst über Alberto Giacometti bis hin zu dänischen Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Per Kirkeby. Ursprünglich wollte der Museumsgründer und frühere Direktor Knud W. Jensen nur moderne dänische Kunst ausstellen, aber ein Besuch der Documenta in Kassel überzeugte ihn davon, dass man den Dänen die internationale Kunstszene nahebringen muss und er vergrößerte seinen Focus auf anerkannte Künstler jeder Nationalität.

Ein Schwerpunkt der Stiftung ist aber nach wie vor die dänische Kunst. Sie wird von Humlebæk aus weltweit verliehen, da die eigenen Räume gar nicht ausreichen, um alle Werke zu zeigen. Neben der festen Sammlung gibt es jährlich Sonderausstellungen, die als Publikumsmagnet fungieren.

Museen im Hinterhof

Die Königliche Bibliothek mit ihrer schwarzen Fassade ist nicht zu übersehen, doch dass sich hinter der glänzenden Fassade der Altbau und ein kleiner Garten verstecken, sieht man nicht sofort. Hier sitzt auf einem Sockel der Philosoph Søren Kirkegaard und denkt über das Leben nach.

Gegenüber liegt der Eingang zum Jüdische Museum. Die Innenarchitektur wurde von Daniel Libeskind gestaltet. Mit schiefen Ebenen und schmalen Gängen, die sich aus dem hebräischen Symbol für das Wort Mitzwa ergeben, erinnert es an das Jüdische Museum in Berlin vom gleichen Architekten.

Im Untergeschoss der Bibliothek befindet sich das Dänische Fotomuseum, in dem sehenswerte Ausstellungen und Performances von zeitgenössischen Künstlern zu sehen sind.

Kriegsmuseum

Das Kriegsmuseum neben der Bibliothek ist recht neu. Es vereinigt die historische Sammlung des Königlichen Lapidariums, das hier früher seinen Sitz hatte, mit einer beklemmenden Ausstellung zu aktuellen Kriegsschauplätzen und den Aufgaben des Dänischen Militärs. Sehr sehenswert, aber zumindest im Parterre nicht für Kinder geeignet.

Musikmuseum

Das Dänische Musikmuseum mit einer umfangreichen Sammlung alter Instrumente, dem dänischen Orgelregister und vielen, auch modernen, Möglichkeiten, sich selbst musikalisch zu probieren, findet man in Frederiksberg, gegenüber des Forums an der gleichnamigen Metro-Station.

BLOX, das Zentrum der Architektur

Das Dänischen Architekturzentrums, kurz DAC, hat zusammen mit dem Dänischen Designcenter in einem Neubau neben dem Schwarzen Diamanten eine neue Heimat gefunden. Das BLOX ist ein verglaster Bau aus gestapelten Glaswürfeln, das über die Uferstraße Christians Brygge gebaut wurde und vom Restaurant im obersten Stockwerk eine tolle Aussicht auf den Hafen bietet. Eine neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke, die Lille Langebro, verbindet das BLOX mit Christianshavn.

Der Entwurf von Rem Koolhaas wurde wohl ein wenig gestutzt, dennoch ist es ein sehenswertes Bauwerk mit wechselnden Architekturausstellungen. Das DAC bietet auch Stadtführungen zu verschiedenen Architekturepochen in Kopenhagen an. Für Kinder gibt es am Wochenende eine Kreativwerkstatt, die frei zugänglich ist, ebenso wie die große Legokiste.

Rem Koolhaas war einer der Lehrer von Bjarke Ingels, dessen Bauwerke bestimmt jeder Dänemarkurlauber kennt. Ingels entwarf das Tirpitz Museum in Blåvand, das neue Flüchtlingsmuseum FLUGT in Oksbøl oder das Museum für Seefahrt in Helsingør.

Das Dänische Design Center hat ebenfalls ein Büro im BLOX, das Designmuseum findet man aber nach wie vor am Ende der Bredgade, kurz vor dem Kastell.

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