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    Roskilde – Stadt der dänischen Könige

    Roskilde ist für Dänen die Stadt der Könige, ausländischen Gästen ist Roskilde eher als Austragungsortes des Roskilde Festivals bekannt, seit fast 50 Jahren eines der größten und beliebtesten Rockfestivals der Welt.

    Fast dänische Hauptstadt - aber nur fast

    Wer sich ein wenig für die Geschichte Dänemarks interessiert, kommt an Roskilde nicht vorbei. Gegründet wurde die Stadt vor etwa 1000 Jahren, natürlich von den Wikingern. Harald Blauzahn, der als erster König ganz Dänemark unter einer Krone vereinte, soll hier 960 eine Kirche gestiftet haben, historisch belegt ist der Bau einer ersten Steinkirche im Jahr 1030.

    Die ersten Mauern des heutigen Dom zu Rosklide, das berühmteste Gebäude der Stadt, wurden im 12. Jahrhundert errichtet.

    In den folgenden Jahrhunderten ist der Dom ständig angebaut, erweitert und erneuert worden. 1995 hat die UNESCO ihn als bedeutenden Sakralbau in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

    Ein Geschenk für den Bischof

    Aufgrund seiner wirtschaftlichen und weltlichen Bedeutung hätte Roskilde dänische Hauptstadt bleiben können. Nachdem Bischof Absalon aber das bis dato unbedeutende Örtchen Havn, das heutige Kopenhagen, geschenkt bekam und dort eine Festung errichtete, entwickelte sich das strategisch günstiger gelegene Havn zum Handelszentrum Kopenhagen.

    Der Dom zu Roskilde

    Im 15. Jahrhundert zogen auch die Könige nach Kopenhagen, bis heute tagt die dänische Regierung dort im Schloss Christiansborg. Im Kellergewölbe der Christiansborg kann man die Ruinen der ersten Festung von Absalon besichtigen.

    Ihrem prächtigen Rosklide Dom blieben die Monarchen treu. Seit Harald Blauzahn werden Dänemarks Könige und Königinnen hier bestattet. Der kostbare Sarkophag von Königin Margrethe I steht mitten in der Kirche hinter dem Hauptaltar. Sie war die erste Königin, die nach dem Umzug der Regierung in Roskilde beigesetzt wurde.

    Die ungekrönte Königin

    Margrethe I war eine ungekrönte Herrscherin, denn Frauen war nicht vorgesehen in der Thronfolge. Dennoch gilt sie als eine der bedeutendsten Regentinnen im Mittelalter. Königin Margrethe II durfte nach einer Ausnahmeregelung im Thronfolgegesetz 1953 gekrönt werden. Nach einer weiteren Reform 2009 sind in Dänemarks Thronfolge Töchter und Söhne vollständig gleichberechtigt.

    Kostbares Interieur aus vielen Jahrhunderten

    Neben den verschiedenen Grabstätten und dem prächtigen Königsportal zwischen den Türmen, dass nur für die Trauerfeiern geöffnet wird, sind auch der goldene Altar oder die Holzorgel aus dem 16. Jahrhundert sehenswert.

    Man kann den Dom gegen eine Gebühr besichtigen, größere Gruppen können Führungen auf Deutsch bestellen. Andachten und Gottesdienste sind natürlich frei, außerdem gibt es einen Veranstaltungskalender mit Konzerten, Gesprächskreise und sogar Yogastunden in der Kirche. Mehr dazu steht hier.

    Das Wikingerschiffsmuseum

    Das Vikingeskibsmuseet am Hafen verdankt seine ersten Schätze einer Verteidigungsanlage vor der Stadt. Um die Fahrinne im Roskilde Fjord gegen Feinde zu sichern, versenkte man im 11. Jahrhundert fünf Holzschiffe als Barriere im Fjord. Nur ortskundige Schiffer konnten danach die Passage zwischen den Buchten und Inseln in der sogenannten Peberrende gefahrlos bewältigen.

    Nachdem Archäologen durch angeschwemmte Planken auf den Fundort bei Skudelev aufmerksam wurden, konnte man 1962 die Wracks von fünf Wikingerbooten aus dem Schlick bergen.

    Schiffswracks aus dem 11. Jahrhundert

    Das Wikingerschiffmuseum wurde 1969 für diese ersten Funde errichtet. Im Laufe der Jahre fand man noch weitere Wrackteile im Fjord. Sie wurden konserviert und teilweise rekonstruiert.

    Das Kriegsschiff Skuldelev 2 aus dem ersten Fund stammte ursprünglich aus Irland, mit einer länge von 30 Metern gehört es zu den größeren Funde. Der Nachbau dieses Schiffs heißt Havhingsten von Glendalough, es liegt im Museumshafen und läuft ab und an zu Forschungszwecken aus.

    Eine Bootfahrt nach Wikingerart

    Von Mai bis September können Museumsbesucher Rundfahrten mit einem Wikingerschiff buchen. Auch Skudelev 3, ein kleineres Handelsschiff, wurde rekonstruiert und liegt mit dem Namen Roar Ege im Museumshafen.

    Die Arbeit der Museumswerft wird von Archäologen begleitet. Besucher dürfen zuschauen und Fragen stellen. Wer schon immer ein Holzboot nach Wikingerart haben wollte, kann auch ein eigenes Schiff in Auftrag geben.

    Ein Bummel durch die Altstadt

    Roskilde ist mit etwa 50.000 Einwohnern die größte Stadt auf Seeland außerhalb von Kopenhagen. Ensprechend gut sind die Einkaufsmöglichkeiten und die Auswahl an Gastronomie in der Stadt. Das Roskilde Kloster oder das Roskilde Museum in einem Handelshaus aus dem 18. Jahrhundert belegen den traditionellen Wohlstand der Stadt

    Bei der Touristeninformation in einem schmucken Backsteinbau am Marktplatz bekommt man ein Faltblatt für einem Rundgang durch Roskilde, der an allen sehenswerten Gebäuden und Einrichtungen vorbeiführt.

    Moderne Kunst und Architektur

    Eine sehr moderne Sehenswürdigkeit ist die Müllverbrennungsanlage. Das Bauwerk nach einem Entwurf des holländischen Architektens Erick van Egeraat ist mit perforiertem Eisen verkleidet. Aus den unzähligen Löchern leuchtet die Hülle des Nachts wie ein Sternenhimmel.

    Moderne Malerei ist in das ehemalige Gaswerk eingezogen, auf der anderen Seite des Gebäudes ist eine Glasgalerie. Ein erfrischend schlichter Ort, wenn man genug von mittelalterlicher Pracht hat!

    Eine Woche Rock'n Roll

    Irgenwie schrill und sehr modern ist das Popmuseum Ragnarock mit seiner goldenen Fassade. In interaktiven Ausstellungen wird die Geschichte des Rocks und Pops in Dänemark erzählt, abends finden Vorträge zu internationalen Musikgrößen statt.

    Das Museum steht im neuen Kulturviertel Musicon. Musicon entwickelt sich seit 2008 zu einem kulturellen Hotspot der Region. Musiker, Künstler, Sportler und kreative Unternehmen haben auf dem ehemaligen Gelände eines Betonwerks einen neuen Stadtteil gegründet. Die Spiel- und Sportangebote sind kostenlos und gerade für Jugendliche ein spannendes Ziel.

    Roskilde Festival

    Im Musicon ist auch die Verwaltung eines weltweit bekannten Festivals zuhause: das Roskilde Festival. Alljährlich treffen sich hier am ersten Wochenende im Juli Musikfans, um Rock- und Popgrößen wie die Rolling Stondes, The XX oder The Cure zu erleben. Das Festival dauert eine Woche, die Konzerte finden von Mittwoch bis Sonntag auf mittlerweile sieben verschiedenen Bühnen statt.

    Wer nicht zelten mag, sollte sich beizeiten nach einem Ferienhaus in Skibby oder einem Ferienhaus am Roskilde Fjord umschauen, die Auswahl ist nicht allzu groß.

    Sagenhaftes Gammel Lejre

    So wie Kopenhagen der Stadt Roskilde den Rang als Hauptstadt abgenommen hat, erging es im frühen Mittelalter Gammel Lejre, das noch heute als kleines Dorf südlich von Roskilde existiert. Vermutlich wegen des sumpfigen Bodens wurde das Zentrum der Macht irgendwann weiter nach Norden verlegt.

    Im Umkreis von Gammel Lejre wurden Gräber und Mauerreste von der Steinzeit bis zum 17. Jahrhundert gefunden, so dass man die Geschichte der Besiedlung fast lückenlos nachvollziehen kann. Die gesamte Region gilt als Wiege Dänemarks, was vielleicht auch ein Grund für die Ernennung zum Nationalpark Skjoldungernes Land war.

    Am Ortsrand von Lejre steht das Schloss Ledreborg, ein Rokoko-Gutshof mit einem weitläufigen Landschaftspark. Seit acht Generationen befindet es sich in Familienbesitz. Der Park und eine Gemäldesammlung im Haus können besichtigt werden. Auf dem Schlossgelände liegt der Lederborg Golfplatz.

    Sagnland Lejre

    Einen Teil des Grundstücks belegt das Freiluftmuseum Sagnlandet. Dieses "Land der Legenden" ist wirklich sagenhaft.

    Man kann Wikinger spielen, Holzboote schnitzen, Brot backen oder tatsächlich Familien besuchen, die im Sommer hier leben - wie in der Steinzeit, in einer archäologisch begleiteten Siedlung. Alles ist zum Anfassen, Mitmachen und Ausprobieren. So wird Geschichtsunterricht zum reinen Vergnügen!