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Von Billund in die Welt hinaus: Legoland

Der größte Freizeitpark Dänemarks und der erste Lego Freizeitpark überhaupt liegt in Südjütland, etwa anderthalb Autostunden von Flensburg entfernt und gut von allen beliebten Ferienhausregionen an Nord- und Ostsee zu erreichen. Für Familien mit Kindern und auch für junggebliebene Erwachsene ist der Besuch im Legoland eine Reise in die Welt der Fantasie und der unbegrenzten Möglichkeiten dieser beliebten Spielzeugsteine. Das neue Lego House, ebenfalls in Billund, ist ein Wirklichkeit gewordener Kinderzimmertraum!

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Aktualisiert: Januar 2018
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Steinchen für Steinchen zum bekanntesten Spielzeugnamen der Welt

Eingangstor zum Legoland

Schon am Eingang wird man von den bunte Klötzchen begrüßt

Mitten in Südjütland wurde vor etwa 70 Jahren die Spielzeugfabrik Lego gegründet, die zu einer Revolution im Kinderzimmer führte. Ole Kirk Cristiansen, ein Tischler aus Billund, fertigte zunächst Holzautos und klassische Bauklötze an. 1949 entwickelte er einen Kunstoffbaustein mit Noppen auf der Oberseite, den er später noch einmal perfektioniert und 1958 sogar für 30 Jahre zum Patent anmelden ließ. Mit Noppen auf der Oberseite und passenden Röhren im Baustein ließen sich Oles Steine richtig fest zusammenstecken und schufen damit ungeahnte Möglichkeiten für kreative Bauwerke im Kleinformat. Heute besitzt, statistisch gesehen, jeder Mensch auf der Welt fast 100 Legosteine. Obwohl es auch andere Firmen gab und gibt, die ein ähnliches Prinzip verwendeten, ist nur Lego damit so berühmt geworden.

Der Name Lego setzt sich aus den dänischen Wörten leg (spiel) und godt (gut) zusammen. Gut und vor allem viel damit gespielt wurde wohl in jeder Familie. Das raschelnde Geräusch, mit dem man in der großen Kiste nach einem passenden Teilchen sucht und der Schmerz beim Tritt auf ein übersehenes Steinchen mit nacktem Fuß kennt sicher jedes Kind seit vielen Jahren!

Legosteine sind ein zeitloses Spielzeug, denn auch die Steine aus den 70ern passen auf ein heute neu gekauftes Klötzchen. Die fortschreitende Spezialisierung der Bauelemente in Lego Sets, die sich nicht mehr universell verwenden ließen, wurde vor einigen Jahren gestoppt. Heute besteht ein Lego Set zum Großteil wieder aus Standardbausteinen. Die Bauwerke, die man im Legoland oder im neu eröffneten Lego House besichtigen kann, könnte jeder Tüftler nachbauen – vorausgesetzt, er oder sie verfügt über einen entsprechenden Vorrat an Steinen.

Lego House mit Sitzplätzen am Wassergraben

Das Lego House ist die neuste Attraktion in Billund

Echte Freaks, die in ihrer Freizeit ganze Welten erschaffen oder berühmte Schlösser und Wolkenkratzer nachbauen, sind in Lego Fanclubs organisiert. In Deutschland kann man auf 1000steine.de den nächsten Club in der Nachbarschaft finden, Lego selbst unterstützt die sogenannten AFOLs, Adult Fans of Lego, mit dem LEGO Ambassador Network weltweit.

Diesen Clubs stehen für ihre Konstruktionen große Mengen an Steinen zur Verfügung und die Bauwerke sind weltweit als Werbeaktion für Lego oder auch für das Land Dänemark auf Messen und anderen Großerverantaltungen zu bewundern.

Eine andere Möglichkeit, aus Millionen von Legosteinen Großes zu bauen, bietet das neue Lego House. Hier stehen den Besuchern schier unbegrenzt Klötzchen zur Verfügung, jeder darf aus dem Vollen schöpfen und so lange bauen, wie der Urlaub (und der Rest der Familie) es zulassen.

Videos aus dem Legoland in Billund

  • Familienurlaub in Vorupør

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    Rund um Vorupør gibt es viele Attraktionen: Jesperhus Blomsterpark, Legoland, das Oceanium, das Sneglehuset oder Thisted zum Schaufensterbummel!

    legoland vorupor freizeitpark
  • Legoland und Vejers Strand

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    Urlaubsimpressionen aus Vejers Strand und ein Besuch im Legoland Billund - mit begeisterten Jungs!

    vejers legoland sommer
  • Familie in Nordfünen

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    In Vejlby Fed ist der Strand besonders kinderfreundlich und flach, das Städtchen Bogense lädt zum Bummeln ein und das Legoland und Schloss Egeskov sind tolle Ausflugsziele für Familien.

    legoland nordfunen sommer

Vom Minibyen zum X-trem-Racer

Chinesischer Tempel im Lego Miniland

Berühmte Bauten aus der ganzen Welt stehen im Miniland

Die Nachkommen des Tischlers Ole kamen in den 1960 Jahren auf die Idee, einen Freizeitpark zu bauen, der auf den Themen der Lego Baukästen basiert. Diese Idee fanden nicht nur dänische Kinder toll, heute gibt es weltweit acht Legoland Freizeitparks, der neunte in New York folgt 2019.

Das erste Legoland öffnete 1968 in Billund seine Pforten. Die Idee, typische Gebäude einer Stadt im Miniaturformat nachzubauen wie das Miniby in Varde oder das Minbyen Sæby bot sich für Lego geradezu an.

Die ersten Bauten im Miniland waren berühmten Straßenzügen aus Kopenhagen wie dem Nyhavn, später entstanden weltberühmte Attraktionen im Kleinformat wie der Eiffelturm und die Freiheitsstaue, und immer noch wird in Miniatur gebaut. Die neusten Gebäude sind perfekt anmutende Nachbauten der höchsten Wolkenkratzer der Welt. Wenn man das Legoland betritt, führt kein Weg an dieser Keimzelle des Parks vorbei. Kinder werden vermutlich eh direkt in die kleine Schienenbahn einsteigen wollen, mit der man eine Runde durch diesen Teil des Parks rattert und alle Straßenzüge und Landschaften im gemütlichen Tempo an sich vorbei ziehen sieht.

Spielende Kinder im Duplo Land

Das Duploland ist ein Spielplatz für die Kleinsten

Mindestens so spannend und auch schon fast historisch ist die Lego-Verkehrsschule, in der Kinder auf dem Verkehrsübungsplatz ihre erste Führerscheinprüfung ablegen können. Nebenan dürfen die Kleinsten im Duploland sich wie ein Duplomännchen fühlen und mit der Duplo-Bahn oder dem Duplo-Flugzeug ein paar Runden drehen.

Doch schneller, höher, weiter gilt auch im Legoland, mit einer Eisenbahnrunde lockt man heute niemanden mehr in einen Freizeitpark. Vom drehenden Aussichtsturm Legotop bekommt man aus 36 Metern Höhe einen Eindruck von der Größe des Areals. Neun Themenwelten gibt es mittlerweile, bis auf das Miniland sind sie auf Grundlage eines Legosystems gestaltet. Dass die meisten Kinder diese Systemkästen kennen, macht den besonderen Reiz des Parks aus: Man schlüpft in die Rolle des Legomännchens und befindet sich mitten in der Westernwelt Legoredo, in der Ninja World oder im Knights Kingdom.

Alle Gebäude, Fahrzeuge, Figuren und Pflanzen sind selbstverständlich aus Legosteinen oder zumindest in Lego-Optik gebaut. Der wilde Westen im Legoredo gehört zu den ersten Themenwelten, ältere Leser haben vielleicht noch das Lego-Indianerstirnband mit Feder in ihrer Erinnerungskiste! Bei den Piraten geht es ziemlich nass zu, Wechselkleidung im Gepäck ist hier ganz sinnvoll! Zu jeder Themenwelt gehört eine Achterbahn oder eine Geisterbahn. Der X-trem Racer im Polar Land ist wahrscheinlich beides, denn der Racer stürzt in einer dunklen Passage unverhofft in die Tiefe! Noch mehr Nervenkitzel verspricht der neue Flying Eagle, der aus 12 Meter Höhe abstürzt!

Lego U-Boot im Aquarium

Im Sea Life schwimmen Fische zwischen den Legotauchern

Bei den Ninjas gibt es keine Achterbahn. Geschicklichkeit gefragt, man muss sich zwischen Laserstrahlen hindurchschlängeln oder sich an Coles Kletterwand nach oben hangeln, um ins Ziel zu gelangen. Einen Flug ins Innere des Todessterns aus Star Wars gibt es leider nicht, aber man kann in den originalgroßen StarRacer klettern und so tun, als ob. Geschicklichkeit ist auch im Polar Land, wo man sich zum Ice Pilot ausbilden lassen kann.

Nicht ganz so spannend, auch wenn immer lange Besucherschlangen vor der Tür stehen, ist das Haunted House, eine Art Geisterbahn, die nicht auf Anhieb als Lego-Bauwerk zu erkennen ist. Für den Bau dieses Gruselabyrinths mussten alte Anlagen abgerissen werden. Die Grundfläche des Legolands ist durch die Lage mitten in Billund begrenzt und komplett bebaut.

Eine Oase der Ruhe ist die Unterwasserwelt Altlantis, die in die Gebäude der früheren Innenausstellung gezogen ist. Der Aquarienbetreiber Sea Life pflegt die Becken mit kleinen Haien, Rochen und Clownfischen. Lego hat die passenden Taucher dazu gebaut und mit einem U-Boot in die Tiefe geschickt. Die lustigen Pinguine im Polar Land sind ebenfalls echt.

Praktische Informationen

Kinderbuggys stehen gegen einen Pfand am Eingang zur Verfügung

Am Eingang kann man einen Buggy leihen

Wenn der Urlaubstermin es zulässt, sollte man seinen Besuch nicht unbedingt am Wochenende und innerhalb der dänischen Ferien planen, das verkürzt die Wartezeiten vor den Attraktionen. Alle Fahrgeschäfte, Rundfahrten und Spielangebote sind im Eintrittspreis enthalten, der so hoch ist, dass man möglichst viel dafür bekommen möchte. Ein Parkplatz auf den großen Flächen direkt vor dem Freizeitpark kostet extra, das Ticket gilt für den ganzen Tag. Für einen Besuch im Legoland sollte man mindestens 4-5 Stunden einplanen. Im Sommer hat der Park bis zu elf Stunden täglich geöffnet, im Frühjahr und Herbst sind es acht bis zehn Stunden, im Winter hat das Legoland geschlossen.

Zwischen den Themenwelten laden reichlich Imbissbuden, Restaurants und Picknickplätze zu einer Pause ein. Essen darf man selbstverständlich mitbringen, doch Pommes in Lego-Form wird man seinen Kindern nur schwer verweigern können. Kinderbuggys bekommt man am Eingang, dafür muss ein Pfand per Kreditkarte hinterlegt werden. Rauchen ist übrigens nur in versteckten Ecken, fernab von allen Kindern, erlaubt.

Grenzenlos kreativ im Lego House

Die Spitze eine sgroßen Legobaums mit einer Baustelle

Der Tree of Creativity steht im Zentrum des Lego House

Lego zeichnet sich aus durch eine schier unbegrenzte Flut neuer Ideen, sowohl in der Entwicklung von Bausystemen als auch in der ständigen Weiterentwicklung des Geschäftskonzeptes. Typisch dänisch halt;) Die Eröffnung von neuen Lego Freizeitparks wird seit Ende 2017 getopt vom Lego House. Derzeit ist es noch einmalig, mitten in Billund, aber man darf gespannt sein, in welcher Stadt weltweit das nächste Haus dieser Art eröffnet wird!

Das Lego House im Zentrum von Billund steht gegenüber der ehemaligen Firmenzentrale am Systemvej – die Adresse könnte nicht passender sein. Entworfen hat es das dänische Architektenbüro BIG. Eine naheliegende Wahl, denn Bjarke Ingels ist bekannt für seine spielerische Herangehensweise an große Bauvorhaben. Entwürfe wie der englische Serpentine Pavillon 2016 oder das Wohn- und Parkhaus Bjerget (Berg) in Kopenhagen erinnern an die stabile und zugleich leichte Konstruktion, die Legosteine ermöglichen. Bestimmt hat er als Kind schon für seine späteren Entwürfe mit Lego geübt!

Das Lego House ist eine Mischung aus Museum und Experimentarium, gewürzt mit einer Prise ungewöhnlicher Gastronomie und verpackt in einem Gebäude, das natürlich wie ein großer, weißer Legobau aussieht. Allein die Architektur und die weitläufige, aber sehr übersichtliche Gestaltung des Innenraums sind einen Besuch wert. Die Ausstellung erstreckt sich über sechs Ebenen, in deren Mitte das größte, jemals gebaute Legoobjekt steht: der Tree of Creativity. Der Baum ist fast 16 Meter hoch und besteht aus mehr als 6 Mio Steinen. An seine Krone wird noch gebaut, zumindest symbolisch, denn Lego ist noch nicht am Ende aller Ideen angelangt!

Futuristische Wohnbauten in der Gren Zone im Legohause

Die Vision einer neuen Welt ensteht in der Green Zone

Das Untergeschoss, dessen Grundfarbe Schwarz ist, widmet sich der Geschichte der Spielzeugfabrik. Holzautos, alte Legokästen, Werbeplakate und kleine Filme erinnern an die eigene Jugend. Unter dem Dach in der weißen Zone würdigt die Masterpiece Gallery kreative Legokonstruktionen von Hobbytüftlern. In ihrer Mitte stehen drei mächtige Dinosaurier aus den Bausteinen je einer Lego Epoche. Ohne symbolische Doppeldeutigkeit wurde hier nichts geplant!

Dazwischen umkreisen vier farbige Kreativzonen den Baum: Emotionen, Kreativität, Logik und Rollenspiel sind die Schwerpunkte der Zonen. Ob man am großen Graffiti-Schloss mitbaut, seine Vision für eine moderne Welt mit Lego umsetzt, Fische im Aquarium zum Leben erweckt oder einen Rennwagen konstruieren und im Rennen testen will - überall stehen freundliche und engagierte Helfer zur Seite, die nichts unversucht lassen, um kleine und große Gäste zum Bauen zu animieren. Auch noch Profis sind hier noch am Werk, denn die detailreiche Vision vom Wohnen in der grünen Zone World Explorer ist noch lange nicht fertig.

zwei Legorobater mit langen Greifarmen an der Essensausgabe

Roboter servieren das Essen im Restaurant Minichef

Zum Luftschnappen gibt es mehrere Balkone mit Spielgeräten und Picknickbänken, selbstverständlich alle rauchfrei. Man sollte aber nicht zu viel Essen mitbringen, denn das Restaurant Mini Chef ist eine Attraktion für sich! Hier gibt es weder Kellner noch Küchenpersonal. Die Speisen werden mit Hilfe von farbigen Klötzchen ausgewählt, in der Küche von kleinen Robotern auf einem Tablett zusammengeragen und von zwei sehr lustigen, langarmigen Lego Robotern ausgegeben. Eine Etage höher wird im Le Gourmet gehobene Küche von echten Menschen serviert. Dort ist es auch etwas ruhiger als in der lebhaften Automatenküche.

Der Eintritt ins Lego Hause ist etwas günstiger als ein Ticket für das Legoland. Wenn man lieber baut und tüftelt und sich für Legokonstruktionen interessiert, ist das Lego House die bessere Wahl. Ein Kombiticket für beide Attraktionen gewährt einen kleinen Rabatt. Für das Lego House muss man seine gewünscht Eintrittszeit online vorbestellt, das spart Wartezeit und verteilt das Besucheraufkommen gleichmäßig über den ganzen Tag.

Rund um das Lego House kann man auf Treppensufen, Bänken und an einem künstlichen Bachlauf in der Sonne sitzen und Pläne für den nächsten, kreativen Nachmittag schmieden. Verkehr gibt es hier kaum, und auch nur wenig Geschäfte und Gastronomie, sehr erholsam im Vergleich zum trubeligen Legoland! Anschließend sollte man noch einen Blick auf das alte Legobüro Ecke Hovedgaden werfen, wo die Betonverkleidung an der Wand an die Legobauplatten der frühen 70er Jahre erinnert.

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