Fejø – Inselurlaub im Apfelgarten Dänemarks

Wer wirklich abschalten möchten und ein bisschen heile Welt mit Ruhe, frischer Luft und dem wunderbaren Licht der Ostsee genießen will, kommt nach Fejø, der größten der kleinen Inseln nördlich von Lolland.

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Insel der Ruhe und Entschleunigung

Im Smålandsfahrwasser, der Bucht zwischen Südseeland und Lolland, schlummern drei kleine Inseln: Fejø, Femø und Askø. Alle drei sind ganzjährig bewohnt und heißen Besucher allzeit herzlich willkommen. Die größte der drei Inseln mit 16 km² und knapp 500 Einwohnern ist Fejø.

Aber nicht nur die Größe unterscheidet Fejø [fej-ö] von den beiden Nachbarinseln, sondern auch die Erreichbarkeit. Die Überfahrt mit der Christine ist wegen der häufigen Abfahrten kein Problem, eher eine willkommene Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten, die frische Meeresbrise ein- und den Stress auszuatmen. Nach nur 15 Minuten Überfahrt hat man die Insel erreicht und wird spüren, dass hier vieles anders ist.

Bullerbü in Dänemark

Es gibt auf Fejø kaum Verkehrsschilder, keine Werbung und wenig Zäune. Typisch sind dagegen die vielen Apfelbäume, zwei gemütliche Ferienhaussiedlungen und freundliche Insulaner, die nach alter Tradition jeden Ankömmling grüßen.

Wenn man zurückgrüßt, trägt man dazu bei, dass diese liebenswerte Gewohnheit weiterlebt. Die Insulaner kennen sich alle seit Generationen, und auch, wer einmal weggezogen ist, kehrt so oft es geht zurück auf seine Heimatinsel.

Dieses Fleckchen Dänemark kann süchtig machen! Kaum ein Gast reist nur einmal nach Fejø, die meisten Besucher kommen immer wieder. Dann lohnt es sich, die verschiedenen Jahreszeiten nacheinander zu erleben.

Zwei Siedlungen in Ost und West: Østerby und Vesterby

Egal ob man ein Ferienhaus auf Fejø gemietet hat oder als Tagesgast die Insel besucht, folgt man der einzigen, durchgängigen Straße. Auf einer Insel führen ja alle Straßen irgendwann zum Meer, so auch auf Fejø. Die Hauptstraße verläuft von Vesterby, der Siedlung um den Fährhafen, bis nach Østerby, der zweiten Siedlung der Insel. Allerdings ist die Grenze nicht auszumachen - es gibt ja keine Schilder - und die hübschen Häuser mit üppigen Gärten säumen den gesamten Weg.

Hat man den kleinen Supermarkt, das "Einkaufszentrum" der Insel, erreicht, ist man auf jeden Fall in Østerby. Bei diesem "købmand" gibt es eigentlich alles, was man im Urlaub so braucht: Lebensmittel, Haushaltswaren, Hundefutter, Backwaren, Briefmarken oder auch Medikamente. Deutsche Zeitungen und einen Geldautomaten sucht man vergebens. Bargeld bekommt man nur auf Lolland, die nächsten Geldautomaten stehen in Horslunde oder im schönen Maribo.

Billard in der Inselkneipe

Der Fejø Kro in Vesterby hat im Sommer täglich außer Montag geöffnet, im Winter nur am Wochenende. So ganz zuverlässsig sind diese Zeiten nicht, aber bisher ist er jedes Jahr wieder geöffnet, trotz anderer Prognosen!

Auch in Østerby gibt es ein Lokal. Es heißt "Kvasen" und ist die eigentliche "Dorfkneipe" mit Billardtischen, die eifrig genutzt werden. Das Kvasen hat täglich geöffnet und bietet auch deftigen Mittagstisch und Kuchen an.

Die Insel erkunden mit dem Mühlenverein

Die Sehenswürdigkeiten der Insel sind schnell besichtigt: der Jachthafen Dybvig mit der alten Bootsbauerei, die schon in der vierten Generation Holzboote fertigt, unter anderem für das Nationalmuseum. Oder die vom Heimatverein renovierte historische Schmiede und die alte Fejø Mølle, in der es sonntags Informationen für Touristen mit Kaffee und hausgebackenem Kuchen gibt.

Der Mühlenverein verleiht im Sommer halbjahr auch Fahrräder. Sie stehen direkt am Fähranleger in einem offenen Verschlag bereit. Bezahlt wird mit Kleingeld in eine Spardose.

Seezeichen und Gotteshaus: die Fejø Kirke

Die schöne, weiße Seefahrerkirche steht, wie oft in Dänemark, einsam an der Ostküste und wacht über den gepflegten Kirchhof mit dem Friedhof der Insel. Auch die Insulaner sitzen gern auf der Picknickbank direkt am Wasser und genießen den Meerblick! In der Kirche hängte ein weißes Votivschiff und die Blumenvasen sind immer frische gefüllt. In früheren Zeiten waren die weißen Kirchen Orientierungspunkt für di eSeefahrt.

Ein friedlicher Flecken, auch für Hunde

Aber dafür fährt man nicht nach Fejø … Das eigentlich Besondere ist die Weite, der Blick zum Horizont, die naturbelassene Küste, die zum Erwandern einlädt, der Himmel, der sich ständig ändert, das besondere Licht und die Ruhe.

Im Sommer ist ein bisschen mehr los, dann gibt es zusätzlich zum Kaufmann auch immer ein oder zwei kleine Läden mit Textilien und Deko-Artikeln. Doch im Herbst, wenn das Obst reif ist, trifft man nur noch selten andere Urlauber.

Fejø ist eine friedliche Insel, hier fühlt man sich gut aufgehoben! Kriminalität kennt man nur aus der Zeitung, darum sind auch die Türen immer offen und die kleinen Marktstände vor den Häusern mit selbstgeerntetem Obst und Gemüse oder die Flohmarkttische sammeln das Geld in Marmeladengläsern oder Dosen, die niemand unerlaubt mitnehmen würde!

Hunde lieben Fejø

Und es ist der schönste Ort für einen Dänemarkurlaub mit Hund - wenn er nicht gerade die Hühner oder Fasane jagt oder durch die Felder und Gärten stromern. Doch direkt an der Ostsee gibt es keine Hühner und die Möwen sind schneller als Hunde! Im Sommer muss man aber auch auf Fejø seine Hunde anleinen, frei laufen am Meer ist von September bis April erlaubt.

Sletteren, der Strand an der Ostküste

Mehr Sand und kaum Steine bietet die Küste ziwschen Briget Vej und Windrad, östlich des Skoven. Hier kann man prima barfuß ins Meer laufen und, wenn nicht zuviel Seegras am Ufer liegt, sogar eine Sandburg bauen.

Vor der Ferienhaussiedlung in Vesterø ragt im Sommer ebenfalls ein Badesteg ins Meer. Für ein morgendliches Bad ist das sehr verlockend und abends kann man hier den schönsten Sonnenuntergang genießen.

Hühnergötter und andere Steine

Auch der Andemosevej endet am Meer. Hier ist der Strand sehr steinig, aber ideal für verträumte Stunden auf dem großen Stein, der auf der Wiese vor der Küste liegt.

Zwischen den vielen Steinen am Ufer findet man auch die sogenannten Hühnergötter: Feuersteine mit einem natürlichen Loch, die früher als Schutz vor bösen Geistern an die Häuser gehängt wurden. Eine ausgiebige Spazierrunde führte am Wasser vom Andemosevej zum Windrad am Hjortemosen und über Land zurück, vorausgesetzt, das Ufer ist im Spätsommer nicht bereits zugewuchert.

Der Obstgarten der dänischen Südsee

Fejøs Landwirtschaft besteht zum großen Teil aus Obstplantagen, vor allem viele verschiedene Apfelsorten werden hier angebaut. Im Herbst bekommt man an den kleinen Straßenständen überall frische Äpfel, aber auch Birnen und zuvor im Spätsommer Pflaumen, manchmal sogar Feigen.

Mehrere Bauern produzieren auf ihrem Hof Apfelsaft und Cider den man direkt an der Straße kaufen kann. Der Saft von Fejo Cider ist so lecker, dass er in Feinkost-Lokalen in ganz Dänemark serviert wird und in unserem fejo Shop angeboten wird.

Im Oktober ist Æblets Dag

Ein lokaler Wettbewerb auf Fejø kürt jedes Jahr den besten Most. Auf dem alljährlichen Apfeltag Æblets Dag am Hafen Dygvig sind dann alle Teilnehmer mit einem eigenen Stand vertreten. Das Fest findet immer am dritten Samstag im Oktober statt und wird mit der feierlichen Enthüllung eines großen Apfelmosaikes eröffnet.

Handgesponnene Wolle und warme Halstücher und Capes fertigt die Butik Spælsau am Slettervej. Es ist eher ein Holaden als ein Boutique, der zwei mal pro Woche nachmittags öffnet, im Sommer auch häufiger. Spælsau ist der Name einer norwegischen Schafrasse, deren robuste Wolle schon von den Wikinger für die Segel ihre Schiffe eingesetzt wurde.

Querfeldein und rundherum

Neben der kleinen Insel liegt die noch kleinere Insel Skalø, die über einen Damm mit Fejø verbunden ist. Auf dem Weg dorthin steht das beliebteste Ferienhaus auf Fejø, denn es bietet die schönste Aussicht über das Wasser!

Auf Skalø gibt es einen kleinen, privaten Hafen mit vielen Sitzplätzen, freundliche Gäste sind herzlich willkommen! Die Vogelwelt ist einen Rundgang direkt am Meer entlang wert, der Weg beginnt am Feld hinter dem Hafen. Bitte die Natur und die Felder der Landwirte respektieren und Hunde an die Leine führen. Der Rundweg dauert etwa eine Stunde, wasserfeste Schuhe sind vorteilhaft.

Eine Insel wie gemacht für Fahrradtouren

Fejø ist nicht groß und die Schönheit liegt direkt am Weg, daher sollte man die Insel unbedingt mit dem Rad erkunden. Das macht erstens viel mehr Spaß und zweitens kann man schneller an den kleinen Straßenständen bremsen, um die Auswahl an Flohmarktartikeln, Obst, Gemüse, hausgemachtem Apfelsaft oder Marmelade zu begutachten. Kleingeld nicht vergessen!

Fahrräder bekommt man im Sommer wie schon erwähnt am Hafen. Die Miete wirft man, inseltypisch, einfach in die kleine Spardose. Die Fähre ist auch günstiger, wenn man sein Auto am Ableger in Kragenæs stehen lässt.

Der Himmel über Fejø

Ein Mäusebussard schwebt lautlos über die Felder und hält nach Beute Ausschau. In der Abenddämmerung schreit heiser ein Fasanenmännchen und schlägt mit den Flügeln. Überall laufen Hasen, sogar im Garten. In den Bäumen und Sträuchern gibt es eine vielfältige Vogelwelt und an den Küsten große Kolonien mit Schwänen, dem dänischen Nationalvogel.

Ein Eldorado für Hobbyornithologen. Wer früh auf den Beinen ist, kann in den Morgenstunden oder an den Herbstabenden Rehwild begegnen. Vorsicht bei nächtlichen Fahrten auf der langen Inselstraße, die Tiere laufen unvermittelt über den Weg!

Zu den beeindruckendsten Erlebnissen auf der Insel zählt die Betrachtung des Sternenhimmels. Da es auf Fejø keine „Lichtverschmutzung“ gibt, sind hier die einzelnen Sternbilder und sogar die Milchstraße besonders gut zu sehen. Bei Vollmond kann man sich durch das intensive Licht gut orientieren.

Wenn kein Mond scheint, muss man sich erst an die Dunkelheit gewöhnen. Aber eine Nachtwanderung oder auch einen Hundespaziergang unter Sternen, begleitet vom sanften Rauschen des Windes und der Ostsee, wird man so schnell nicht vergessen, ebenso wie die farbenprächtigen Sonnenauf- und -untergänge am unverbauten Horizont!

Allein mit der Natur

Die Vegetation auf Fejø ist zwar durch die intensive Landwirtschaft geprägt, aber auf den Strandwiesen wachsen interessante Pflanzen und an mehreren Stellen, z.B. auf Skalø, Skovnakken und Avernakken, kann man einsame Riet- und Lagunenbiotope entdecken (behutsam sein und Mückenschutz nicht vergessen!)

Besonders idyllisch ist die Stimmung in der alten Apfel- und Tannenbaumplantage am Ende des Storemosevej. Die Plantagen werden nicht mehr bewirtschaftet, darum schmecken die letzten Äpfel umso süßer! Zwischen den Bäumen darf man kostenlos zelten. Es gibt auch eine Feuerstelle am Ufer und eine rostige Eisentreppe, um zum Wasser hinterzusteigen.

Angeln - erholsam, aber nicht so ertragreich

Wer im Sommer auf Fejø angeln möchte, sollte nicht groß auf Fang hoffen. Dafür ist das Meer zu warm und das Wasser zu flach. Nur im Mai, wenn die Hornhechte da sind, gibt es Fanggarantie. Am Naturcampingplatz südlich der Kirche trifft man einheimische Angler, ebenso wie an der Küste rund um die Halbinsel Skalø. Vielleicht ist das ein Geheimtipp!

Ausflüge auf die Nachbarinseln

Sollte man doch einmal etwas anderes als Ruhe und Natur erleben wollen, bieten die benachbarten Inseln Lolland und Falster attraktive Ausflugsziele.

Das bekannteste Ausflugsziel ist der Safaripark Knuthenborg auf dem Gelände des gleichnamigen Guts in Bandholm. In dem kleinen Dorf gibt es noch einen weitere Besonderheit: Die historische Museumsbahn. Im Sommer zuckelt diese älteste Dampflok Dänemarks ab und an nach Maribo.

Maribo ist mit seinen Kopfsteinpflastergassen, der Domkirche und dem lauschigen Maribo See das kulturelle Zentrum von Lolland. Mit dem Ausflugsschiff "Anemonen" kann man Rundfahrten auf dem See buchen.

Alljährlich im September wird die Apfelernte von Fejø nach Kopenhagen verschifft. Dieses Ereignis hat inzwischen eher symbolischen Charakter, aber genau wie der traditionelle Karnevalsumzug zu Pfingsten wird diese Tradition immer wieder liebevoll zelebriert, auch in Kopenhagen. Die köstlichen Äpfel und vor allem der Apfelsaft aus Fejø werden in verschiedenen Feinkostgeschäften und Restaurants in ganz Dänemark angeboten.

Anreise nach Fejø

Vom frühen Morgen bis Mitternacht setzt die Fähre M/F Christine ungefähr stündlich von Kragenæs nach Fejø über. Die Überfahrt dauert 15 Minuten. Man kann nicht reservieren, doch wenn die Fähre einmal voll sein sollte, dann setzt man sich in die kleine Grillbar direkt am Fähranleger und genießt die herrliche Aussicht über die Ostsee nach Fejø. Schon ist die nächste Fähre da.

Die Fähre nach Femø legt ebenfalls in Kragenæs ab. Wer einen Ausflug auf die Nachbarinsel machen möchte, muss zunächst zurück nach Kragenæs tuckern und von dort nach Femø übersetzen. Ein Ausflug für Geduldige, denn man ist über drei Stunden mit der Fähre unterwegs - hin und zurück.

Fährinformationen und Fahrplan (Sejlplan)

Besonders günstig ist die Fähre nach Fejø nicht, aber da man auf der Insel nicht viel Geld ausgeben kann, gleicht man es dadurch vielleicht wieder aus. Und wer zu Fuß oder mit dem Rad übersetzt, muss ebnfalls nicht viel zahlen. Das Ticket muss nur für die Hinfahrt gelöst werden, auf dem Rückweg wird nicht kassiert.

Das sagen unsere Gäste

  • Schlecht Strandurlaub
  • Gut Kinderfreundlich
  • Schlecht Shopping
  • Gut Hundefreundlich
  • Schlecht Sport & Spiel
  • Gut Fahrradverleih
  • Gut Lokale Leckereien
  • Mittel Kunsthandwerk
  • Gut Wandern

Kathrin von Maltzahn
Seit mehr als 40 Jahren liebe ich die dänische Gemütlichkeit, die wunderbare Natur und die herrlichen Küsten! In meinem Reiseführer verrate ich euch mehr über Fejø und die Erlebnisse in den benachbarten Regionen.