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Flohmärkte: Auf Schnäppchenjagd in Dänemark

Auf Schnäppchenjagd in Dänemark, geht das? Diese Frage mag man sich stellen angesichts von Lebenshaltungskosten, die bei unserem direkten Nachbarn im Norden um durchschnittlich rund 25 Prozent höher als in Deutschland sind. Wer sich aber zum Beispiel für Secondhand und antike Dinge und Gebrauchsgegenstände interessiert, wird überrascht sein, welche Möglichkeiten sich in Dänemark für die Schnäppchenjagd bieten.

Autor: Nils Hartmann
Aktualisiert: August 2008
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Ein typisches Hinweisschild zu einem Loppemarked

Ein typisches Hinweisschild zu einem Loppemarked

Voraussetzung für eine erfolgreiche Pirsch ist, dass man weiß, wie und wo man suchen muss. Alles, was man neben der Lust am Stöbern dann noch braucht, ist ein bisschen Zeit und Muße. Aber die sollten ja im Urlaub eigentlich immer mit im Gepäck sein.

Wie wird man fündig? Wer als begeisterter Dänemarkurlauber schon mal ein Schild mit der Aufschrift „Loppemarked“ gesehen hat und nichts damit anzufangen wusste, sollte in Zukunft durchaus einen Umweg in Kauf nehmen und einen solchen Markt besuchen. „Loppemarked“ bedeutet übersetzt Flohmarkt und wird im Dänischen gerne auch als „Loppe“ abgekürzt. Dabei kann ein „Loppemarked“ wie ein größerer Trödelmarkt aufgezogen und in den lokalen Zeitungen und kostenlosen Touristenzeitungen annonciert sein. Darüber hinaus bietet Markedskalenderen eine Liste über die großen, offiziellen Flohmärkte in Dänemark. Die Seite ist zwar auf Dänisch, der Kalender ist aber leicht verständlich, da man Datum und Ort jeweils leicht entschlüsseln kann.

Eine andere Form des „Loppemarked“ ist der private Flohmarkt, den man meistens schon an der selbstgemachten Beschilderung erkennt. Diese Schilder stehen oft einfach am Straßenrand und deuten meist auf den privaten Verkauf etwa auf einem Bauernhof, Garagenverkauf oder Verkauf an der Straße hin. Das Sortiment eines „Loppemarked“ richtet sich dabei nach dem Grad der Professionalität. Auf festen, regelmäßigen Floh- oder Trödelmärkten (z.B. in ehemaligen Lagerhallen) findet man teilweise sogar richtige Antiquitäten, während es sich bei den kleinen privaten Anbietern häufig um einen gelegentlichen Verkauf handelt – auf Grund eines Umzuges, einer Hausstandssauflösung o. ä. Der Weg dahin lohnt sich jedoch fast immer, denn die Atmosphäre ist typisch dänisch gelassen und entspannt und vor allem in den touristischeren oder grenznahen Gegenden sprechen die Dänen meist so gut Deutsch, dass man auch leicht ins Schnacken kommen kann. Wer also an einem Schild wie zum Beispiel „Loppemarked hos Ole, 150m til venstre“ (dt.: Flohmarkt bei Ole, 150m links) vorbeikommt, sollte einen kleinen Umweg ruhig in Kauf nehmen.

Ein lohnender Abstecher

Ein lohnender Abstecher

Eine weitere Art, auf Schnäppchenjagd zu gehen, bietet sich, wenn man den blauweißen Straßenschildern mit der Aufschrift „Antik“ folgt. Auch hier kann sich ein Abstecher lohnen. Dabei handelt es sich meistens nicht um professionelle Antiquitätenhändler, sondern die Verkäufer betreiben den Verkauf als Nebenerwerb, häufig nur zu bestimmten Öffnungszeiten (z.B. nur am Wochenende) – in alten Wagenremisen, großen Garagen oder in alten ehemaligen Kaufmannsläden. Im Unterschied zum kleineren privaten „Loppemarked“ steckt hinter dem Schild „Antik“ (das jedoch auch handgeschrieben sein kann) häufig der Verkauf tatsächlicher Antiquitäten – von Möbeln, Geschirr, Besteck über allerlei Kleinkram und Nippes. Auch hier ist die Atmosphäre im Allgemeinen nett und entspannt.

Ein karitativer Secondhandladen

Ein karitativer Secondhandladen

Ein weiteres aus Deutschland nicht so bekanntes Phänomen sind die vielen „Genbrugsbutikker“ (dt. Secondhandläden) karitativer Einrichtungen (Røde Kors, Blå Kors, Kirkens Korshær, Folkekirkens Nødhjælp, Frelsens Hær usw.). Diese Läden finden sich oft auch in den kleinsten Ortschaften und werden häufig von ehrenamtlich tätigen älteren Damen betrieben, die sich liebevoll um das Geschäft kümmern. Unter dem Schlagwort „Genbrug“ lässt sich alles zusammenfassen – Kleidung, Spielzeug, Bücher, Küchenutensilien, Elektrogeräte, Möbel und Wohnaccessoires usw.

Für alle hier beschriebenen Schnäppchenjagden gilt, dass man gute und liebevoll präsentierte Ware finden kann, es aber ebenso passiert, dass man auf ein ziemliches Durcheinander stößt, durch das man erst einmal durchfinden muss. Umso stolzer kann man dann aber sein, wenn man am Ende eine echte „Trophäe“ nach Hause trägt.

Autor: Nils Hartmann
Aktualisiert: August 2008
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