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Wonderful, wonderful: Kopenhagen

Blick über Kopenhagen vom Kirchturm in Christianshavn

Die dänische Hauptstadt Kopenhagen liegt im Osten von Seeland, wo deutsche Urlauber nicht unbedingt ihre Ferien verbringen. Aber die Stadt ist so schön, dass kein Weg zu weit ist für einen Besuch in dieser vielseitigen und gemütlichen Metropole.

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Karte

Willkommen in der schönen Hauptstadt!

"Foreigners, don't leave us alone with the Danes!" Lasst uns nicht allein mit den Dänen, bittet ein Anbieter von Segway-Touren in Dänemarks wunderbarer Hauptstadt. Dieser Einladung an Besucher aus der ganzen Welt sollte man als Dänemarkfan unbedingt einmal folgen.

Da sind zunächst einmal die berühmten Sehenswürdigkeiten wie die Kleine Meerjungfrau, das Opernhaus oder Schloss Rosenborg mit Kronjuwelen und anderen Schätzen. Aber auch die vielen Geschäfte mit dänischem Design, stylischer Mode oder Kunsthandwerk begeistern die Gäste.

Vor allem beeindruckt Kopenhagen mit der entspannten Atmosphäre in der Stadt. Trotz der unzähligen Touristen aus aller Welt prägen und beleben vor allem die Bewohner ihre Hauptstadt.

Eine Stadt für Genießer

Kopenhagen ist rundum sauber. Die Straßen, die Luft und das allgegenwärtige Wasser lassen den Puls sinken und die Laune steigen. Ein Tag in Kopenhagen ist wirklich ein Urlaubstag! Überall stehen kostenlose Liegestühle zur Verfügung, alle Bars und Cafés sind familienfreundlich ausgestattet, der nächste Spielplatz und die nächste Grünanlage sind nicht weit entfernt.

Auch wenn man keinen Museumsmarathon plant oder viel Geld ausgeben will, kann man an einem Tag viel erleben und versteht sicher, warum Kopenhagen immer wieder zu einer der lebens- und liebenswertesten Städten der Welt gekürt wird!

Rauf auf's Rad

Da ein Parkplatz in Kopenhagen teurer ist als ein Bahnticket vom Stadtrand ins Zentrum, lässt man am besten sein Auto auf einem Parkplatz an der S-Bahn stehen, packt Sonnenbrille und eine Windjacke ein und leiht sich in der Innenstadt ein Fahrrad. Das Fahrrad ist hier, neben dem gut ausgebauten, öffentlichen Nahverkehr, das perfekte Verkehrsmittel.

Stau gibt es in der Rush Hour eher auf den Radwegen, weshalb man als Urlauber nicht gerade zu dieser Zeit seine erste Fahrradtour starten sollte. Wenn die Wege dann frei sind, ist es ein Vergnügen, durch die Stadt zu radeln, nicht zuletzt wegen der kurzen Entfernungen zwischen den Stadtteilen und den hyggeligen Cafés überall.

Karten und Tipps in der Touristeninformation

Hinter dem Hauptbahnhof, an der Vesterbrogade ist der Copenhagen Visitor Service täglich von 9 - 17 Uhr geöffnet, im Sommer auch länger. Hier bekommt man Stadtpläne, Prospekte, persönliche Ratschläge und jede Menge Inspirationen für die Stadt. Das offizielle Hinweisschild für Touristeninformation ist übrigens grün, andersfarbige Schilder deuten auf kommerzielle Anbieter hin.

In einem relativ kleinen Stadtgebiet mit nur einer halben Million Einwohnern und kurzen Entfernungen ist es leicht, Energie und Abgase zu sparen. Autos sind so teuer, dass man sicher schon aus Kostengründen lieber Rad fährt. Doch autofreie Mobilität ist hier mehr als eine Notlösung.

Bürgerfreundliche Stadtplanung

Kopenhagen als Wohnort bekam in den letzten Jahren viele Titel verliehen: Grünste Hauptstadt, Lebenswerteste Stadt, Hauptstadt der glücklichsten Europäer. Einen großen Beitrag dazu leistet sicher die gute Luft und das ausgewogene Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit.

Der "Fingerplanen"

Der Stadtentwicklungsplan Fingerplanen aus den 1940er Jahren gilt noch heute: Öffentlicher Nahverkehr bildet die Grundlage der innerstädtischen Mobilität. Der Abstand zwischen Wohn-, Arbeits- und Grünflächen soll so kurz wie möglich gehalten sein. Kopenhagens Grundriss erinnert an eine Hand mit gespreizten Fingern, zwischen denen die Stadtteile mit ihren Wohn- und Freizeitflächen angeordnet sind.

Die Handfläche bildet das Indre By (Innenstadt), nach außen zeigen die Straßen Vesterbrogade, Åboulevard, Fredensgade und Østerbrogade, dazwischen liegen die äußeren Stadtteile. Die Kopenhagener Seen, ein Teil der ehemaligen Wallanlagen, bilden einen grünen Naherholungsstreifen zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen.

Vorfahrt für Radfahrer und die Metro

Hohe Parkgebühren und wenig Parkflächen, dafür breite Radwege und eine neue Metro sorgen ebenfalls für ein gutes Klima. Die Metro verkehrt auf vier Linien und ist die schnellste Verbindung zwischen den Stadtteilen.

Zum Auftakt eine Stadtrundfahrt

Die Hop-on, Hop-off genannten Bustouren werden von zwei Unternehmen angeboten, Tickets gibt es überall an den Stationen. Die Tour ist recht teuer und teilweise nur mäßig spannend, weil einige Strecken nur dazu dienen, Gäste von ihren Hotels abzuholen.

Mit öffentlichen Buslinien und mit der Metro erreicht man alle Sehenswürdigkeiten ebenso schnell. Mit dem City Pass small kann man für 80 DKK alle Verkehrsmittel in der Stadt 24 Stunden nutzen, ein Einzelticket kostet pro Fahrt 24 DKK. Die Metrostationen sind etwas unübersichtlich, man sollte sich vorher genau über Linie und Endstation erkundigen.

Stadtspaziergänge für kleines Geld

Vor dem Rathaus warten Stadtführer mit roten oder hellgrünen Schirmen auf Kundschaft, immer zur vollen Stunde beginnt ein Stadtspaziergang, der mit Trinkgeld bezahlt wird. Jeder gibt, was er für angemessen hält. Im Artikel Kopenhagen fast umsonst gibt es weitere Tipps für einen kostengünstigen Ausflug nach Kopenhagen.

Eine Hafenrundfahrt

Die beste Aussicht auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt hat man vom Wasser. Die offenen Ausflugsboote von Netto Bådenen und von Stromma, die auch die Bustouren anbieten, fahren das ganze Jahr über mit deutschem Audio-Guide.

Parks und Schwimmbäder mitten im Zentrum

Die Innenstadt präsentiert sich als gelungener Mix aus alter Bausubstanz und moderner Architektur, umgeben von unzähligen Grünanlagen mit Spielplätzen und natürlich viel Wasser.

Der Gewerbehafen liegt inzwischen außerhalb, der Innenhafen zwischen Zentrum und Christianshavn ist den Ausflugsschiffen, der Königlichen Marine und den gelben Wasserbussen vorbehalten.

Auch Wassersport ist hier zuhause, es gibt mehrere Hafenschwimmbäder, Kanuvermietungen und zahlreiche Segelclubs in der Stadt. Kayak Republic an der Knippelsbro bietet geführte Kanutouren durch Kopenhagens Kanäle an. Wer sich auskennt, darf auch auf eigene Faust paddeln.

Großstädtische Hektik erlebt man nur auf der Einkaufsmeile Strøget oder den touristischen Hotspots, wenn gerade eine Ladung Kreuzfahrer an Land gegangen ist.

Die schmucke Altstadt

Zwischen dem Rådhuspladsen, der Hafenfront und Schloss Amalienborg liegt die Altstadt mit ihren schmucken Bürgerhäusern und zahlreichen Kirchen. Die wenigen Neubauten fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

Vom Rathaus zum Nyhavn: die Strøget

Die Fußgängerzone Strøget, die eigentlich aus vier Straßen besteht, führt vom Rådhuspladsen bis zum Kongens Nytorv, dem großen Platz vor den bunten Häuserfronten des Nyhavns. Vor allem den vorderen Bereich der Strøget säumen große Textil-Ketten und arabische Dönerbuden (die hier Shawarma heißen).

Im weiteren Verlauf wird es dann etwas eleganter mit den Kaufhäusern Illum und Illums Bolighus, berühmten Modemarken und hochwertigem Wohndesign von Georg Jensen oder Royal Copenhagen.

Zur Strøget gehören auch die traditionsreichen Plätze Gammeltorv und Nytorv sowie der Amagertorv mit dem angrenzenden Hobro Plads. Sie endet am Kongens Nytorv, wo als Shoppingparadies das zweite, große Kaufhaus Magasin du Nord steht. Auch Kopenhagens elegantestes Hotel d'Angleterre und das Königliche Theater säumen den Platz.

Etwas gemütlicher als die Strøget ist es in den parallel verlaufenden Strædet mit den Straßen Kompagniestræde und Læderstræde. Das Gebiet nördlich der Strøget zwischen Købmagergade, dem Nørreport und der Vester Voldgade ist das Szeneviertel im Zentrum. Hier ist die alte Universität Kopenhagen zuhause und mit ihr Studentenflair, gemütliche Kneipen und urige Geschäfte.

Hygge im Studentenviertel

Das Viertel heißt auch Latinerkvarteret, da hier zur Gründungszeit der Universität im 15. Jahrhundert Latein gesprochen wurde. Kleine Läden mit Mode und Schmuck säumen die Gassen, vieles ist handgemacht oder zumindest aus kleiner Produktion. Dazwischen reiht sich eine Bar an die andere, viel Retro-Ambiente oder auch Schmuckstücke wie das Paludan Bogcafe, ein beliebtes Café in einer alteingesessenen Buchhandlung.

Der Gråbrødretorv

Vor allem abends ist der Gråbrødretorv rund um eine große Platane der schönste Platz im Viertel. Dicht gesäumt von unterschiedlichen Restaurants, die das ganze Jahr über im Freien servieren, verbreitet er eine fast südländische Atmosphäre – die niedrigeren Temperaturen gleicht man in Dänemark einfach mit Wolldecken und sonnigem Gemüt aus.

Die Torvehallernen

Die besten Markthallen, natürlich auch preisgekrönt wie so vieles in dieser schönen Stadt, sind die Torvehallerne zwischen Nørreport Station und dem Israels Plads.

Eine Halle widmet sich Fisch und Fleisch, die andere Obst, Gemüse, Backwaren und Getränken. Wer wissen will, welche Speisen in Kopenhagen gerade angesagt sind, muss nur schauen, wo sich die längsten Schlangen bilden.

Die Hallen sind täglich geöffnet und schließen um 19 Uhr, am Wochenende auch etwas früher. Lange Schlangen stehen zum Frühstück an einem der köstlich duftenden Bäckerstände oder bei Grød, wo es frisch zubereiteten Getreidebrei mit allerlei ungewöhnlichen Toppings gibt.

Am Nyhavn trifft sich die Welt

Sehnsucht nach dem Leben am Meer bekommt, wer einen Liegestuhl an der Hafenkante ergattert. Liegestühle, Sitzsäcke und rustikale Holzbänke stehen zur freien Verfügung und füllen sich bei den ersten Sonnenstrahlen, vor allem gegen Feierabend.

Am Nyhavn trifft man eher Touristen an. Die farbigen Häuser auf der Nordseite des Nyhavns beherbergen fast alle ein Lokal. Nur wenige davon sind traditionell-dänische Gaststätten wie das Leonore Christine. Die meisten Restaurants servieren internationale Küche und sind fast unverschämt teuer.

Wenn man sich sein Getränk am Kiosk um die Ecke kauft und ein Plätzchen an der Hafenmauer findet, kann man dem munteren Treiben preiswert folgen. Ab November ist der Nyhavn weihnachtlich geschmückt und in den kleinen Holzbuden bekommt man Gløgg oder wollige Accessoires.

Müßiggang auf der Sonnenseite

Dass die Lokale auf der Nordseite des Nyhavn angesiedelt sind, hat historische Gründe: Das Südufer stand früher unter königlicher Verwaltung und da sollte es anständiger zugehen als am städtisch verwalteten Nordufer. Was für ein Glück, dass das Nordufer die Sonnenseite ist!

Im Süden steht die Charlottenborg mit der Königlich dänischen Kunstakademie, einer Kunsthalle und der Dänische Kunstbibliothek, einem Schmuckstück im Verborgenen.

Tivoli: Ein Fest zu jeder Jahreszeit

Der Vergnügungspark Tivoli zwischen dem Hauptbahnhof und Rådhuspladsen ist ein farbenprächtiger, unterhaltsamer Ausflugsort mitten in der Stadt. Bei seiner Eröffnung 1843 lag er vor den Toren der Stadt, aber das ist sehr lange her!

Die kleine, wunderbare Welt versteckt sich hinter einer hohen Mauer, die kaum erahnen lässt, was für ein Paradies sie verbirgt. Es wäre schade, nur einmal kurz hineinzuschauen und dann den nächsten Programmpunkt anzusteuern. Dafür ist der Eintritt auch zu hoch.

Die höchsten Fahrgeschäfte ragen weit über die Mauer hinauf, aber die ganze Fülle an Attraktionen, märchenhaften Gärten und die unzähligen Restaurants entdeckt man erst, wenn man die Tore passiert.

Öffnungszeiten beachten

Der Park hat im Winter einige Wochen geschlossen. Wenn man kein Freund wilder Karussellfahrten ist, kann man ein Ticket ohne Zugang zu den Fahrgeschäften kaufen. Auch Konzerte und Musicals werden im Tivoli aufgeführt, der Besuch des Parks ist dann im Eintrittspreis enthalten. Es lohnt sich, das Programm zu studieren, bevor man sich für einen Besuch im Tivoli entscheidet. Und, versprochen, es gibt Angebote für wirklich jedes Alter!

Berühmte Neubauten an der Hafenkante

Am Hafen zwischen der Innenstadt und Holmen sind berühmte Kulturbauten entstanden: die Königliche Bibliothek, das neue Schauspielhaus, die Königliche Oper und dahinter das Heizkraftwerk Copenhill, auf dessen Dach eine Ski- und Sportbahn eröffnet wurde.

Am Sydhavn rund um das imposante Einkaufzentrum Fisketorvet sind es die neuen Büro- und Geschäftsgebäude sowie Wohnblocks, die den Blick auf sich ziehen. Dazwischen liegen bunte Hausboote und kleine Segeljollen, immer wieder laden Bänke oder Cafés zum Verweilen ein.

Das Dänische Architekturzentrum

Das neuste, architektonische Prachtstück ist das BLOX, ein überwiegend gläserner Würfelbau am Hafen zwischen der Bibliothek und der Langebro. Das Gebäude ist Architektur und Design gewidmet, das Dänische Architekturzentrums DAC zeigt hier wechselnde Ausstellungen zum Thema Bauen und Wohnen. Vom Restaurant in der oberen Etage hat man einen fantastischen Blick über den Hafen.

Die umweltfreundliche Architektur trägt dazu bei, dass Kopenhagen sein selbstgestecktes Ziel, bis 2025 CO2-neutral zu sein, erfüllen könnte. Öffentliche Bauten sind so konzipiert, dass immer Tageslicht einfällt. So spart man Energie für Beleuchtung und nebenbei ist die Atmosphäre in den Gebäuden wesentlich angenehmer.

Holländisch inspiriert: Christianshavn

Der Innenhafen trennt Seeland von der vorgelagerten Insel Amager. Hier entstand im 17. Jahrhundert der erste, neue Stadtteil außerhalb der Stadtmauern, Christianshavn.

Christianshavn sollte ein bisschen Amsterdam nach Kopenhagen bringen, so der Plan von König Christian IV. Bei den Offizieren der Königlichen Marine, die dort wohnen sollten, kam die Idee nicht besonders gut an, doch heute ist der idyllische Stadtteil ein Publikumsmagnet und eine bevorzugte Wohnlage.

Autofreie Brücken

Zu Fuß erreicht man Christianshavn am besten über die autofreie Inderhavnsbroen am Nyhavn. Die Brücke ist Teil des Havneringen und nur für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Für Radfahrer gibt es noch zwei weitere Brücken über den Hafen.

Damit man auch die Kanäle zur Inselgruppe Holmen und zum südlichen Teil von Christianshavn schnell überqueren kann, wartet hinter der Inderhavnsbroen eine weitere Brücke: die Butterfly Bridge, eine Klappbrücke mit drei Armen. Zwischen den Brücken gibt es Streetfood, im Sommer mit Liegestühlen, im Winter kann man hier Schlittschuh laufen.

Vor Frelser Kirke

Der goldene Turm der Vor Frelser Kirke ist das höchste Bauwerk von Christianshavn. Der Turm ist ein Aussichtspunkt für Mutige, denn die Treppe führt außen um den Turm bis hinauf zur Spitze.

Der selbsternannte Freistaat Christiania

Hinter der Vor Frelser Kirke fordert ein buntes Tor auf, die EU zu verlassen und den Freistaat Christiania zu besuchen.

Wohnungsnot und Protest gegen die Regierung bildeten den Auftakt zu diesem weltbekannten Wohnprojekt. Im September 1971 beschlossen Anwohner, die Zäune um ein verlassenes Militärgelände niederzureißen, die Gebäude zu besetzen und Spielfläche für ihre Kinder zu schaffen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus der selbsternannte Freistaat mit eigenen Gesetzen und enormer Kreativität.

Kreativität als Publikumsmagnet

Die selbstgebauten Häuser, fantasievoll gestaltete Lokale und nicht zuletzt das Lastenrad Christiania Bike zeigen, wie Menschen sich in dieser freien Atmosphäre verwirklichten. Das Gelände gehört nach wie vor dem dänischen Militär, wurde aber inzwischen offiziell den Bewohnern von Christiania verpachtet.

Die alternativen Cafés und Restaurants und die Hallen mit Kunsthandwerk ziehen Nachbarn und Touristen gleichermaßen an. Besonders ausgefallene Handarbeiten gibt es beim alljährlichen Weihnachtsmarkt, für den die Besucher Schlange stehen!

Drogen und Kriminalität

Seit einem Zwischenfall im Sommer 2016 haben die Bewohner die Händler von harten Drogen aus ihrem Bezirk verbannt. Cannabis-Produkte gibt es nach wie vor, was viele, vor allem junge, Gäste anzieht. Auch wenn Christiania meisten recht friedlich ist, sollte man seine Taschen rund um das Areal besonders im Auge behalten.

Schöner Wohnen statt Kanonen: Holmen

Die Inselgruppe Holmen im Norden von Christianshavn, auf der einst Kanonenboote und Munition der Königlichen Marine stationiert waren, zählt heute zu den teuersten Wohnflächen in Kopenhagen. Die hölzernen Kanonenhütten wurden zu Freizeit- und Bürogebäuden, dazwischen stehen schicke Neubauten.

Das Nebeneinander von alternativem, fast kostenlosem Wohnraum in Christiania und den hochpreisigen Luxuswohnungen wurde mit einem der teuersten Kulturbau geadelt: Für "sein" neues Opernhaus wählte der Sponsor Arnold Mærsk Mc-Kinley Møller ebenfalls eine Holmen-Inseln.

Szenetreffpunkt Refshaleøen

Die Refshaleøen am nordöstlichsten Zipfel von Amager entwickelt sich zum neuen Hotspot der Kopenhagener Szene. Der Copenhagen Cabelpark, eine Paintballarena und diverse Clubs und Cafés ziehen vor allem junge Leute auf die Insel.

Als fast unbewohnter Flecken ist die Refshaleøen der ideale Ort für das Heavy-Metal-Festival Copenhell oder das Pop-Festival Haven.

Das Restaurant Noma hat hier ebenfalls eine neue Heimat gefunden. Günstiger speist man in den Streetfood-Ständen, die im Sommer öffnen.

Wohnen und erholen auf Amager

Im Westen der Insel Amager liegt das Amager Fælled, ein großer Park mit Rodelberg, BMX-Strecke und vielen Radwegen. Das angrenzende Wohngebiet heißt Islands Brygge. Im Havneparken am Wasser entstand das erste Hafenschwimmbad der Stadt.

Der Havenparken vereint Spielflächen, Restaurants und Bars, Bootsanleger und Freiflächen für Open-Air-Veranstaltungen. Im Sommer trifft sich hier vor allem die junge Bevölkerung.

Und noch eine neue Freizeitfläche zieht die Städter auf die Insel: die künstlich angelegte Strandfläche Amager Strandbad und das Kastrup Søbad mit einer überdimensionalen Holzmuschel als Badesteg.

Ein Ausflug für Romantiker: Dargør

Das Schmuckkästchen von Amager ist Dragør, eine eigenständige Kommune im Südosten der Insel. Die gelben Fischerhäuser stehen oft so dicht beieinander, dass man durch einige Gassen nicht mal mit dem Rad fahren darf.

Den Hafen schmückt ein historischer Lotsenturm. Er gehört zum Amager Museum, ebenso wie das Museumsdorf Store Magleby. Dort lebten im 16. Jahrhundert holländische Einwanderer, die Kopenhagen mit Obst und Gemüse versorgten. Auf der Hauptstraße gibt es hübsche Geschäfte und viele Lokale.

Moderne Architektur auf der Insel

Die große, flache Insel Amager war bis vor wenigen Jahren vor allem Gewerbe- und Industriefläche mit dem Flughafen Kopenhagen und der Autobahn zur Øresundbrücke nach Schweden.

Die flache Insel bot sich nahezu an für den neuen Stadtteil Ørestad. Mit ihm entwickelte sich die Insel zu einem Anziehungspunkt für Liebhaber moderner Architektur.

Die Metro verbindet Amager mit dem Stadtzentrum. Eine Linie endet am Flughafen, die andere führt nach Ørestad und Vestamager. Die oberirdische Fahrt durch Ørestad erinnert ein wenig an eine Reise durch die Stadt der Zukunft!

Preisgekrönte Bauwerke

Das DR Byen oder das preisgekrönte Wohnhaus 8TALLET stehen hier, ebenso Dänemarks größtes Einkaufszentrum Field's und das Bella Center, Skandinaviens größtes Messeglände. Dies sind nur einige der spannenden Gebäude, auf Amager ist viel Platz, sodass immer neue Objekte hinzukommen.

Hinter dem 8TALLET ist aber Schluss, dort beginnt ein Naturschutzgebiet. Im Naturcenter Amager kann man ein Fahrrad mieten und durch die Wiesen radeln.

Schon immer Szeneviertel: Vesterbro

Vesterbro beginnt hinter dem Kopenhagener Hauptbahnhof, westlich der Innenstadt. Interessant sind hier vor allem die Istedgade und der ehemalige Fleischgroßmarkt Kødbyen.

Die Istedgade war einst ein Rotlichtviertel. Im vorderen Bereich Richtung Bahnhof ist sie das immer noch. Stadtauswärts hat sich jedoch ein buntes, multikulturelles Kneipenleben entwickelt, das besonders von jungen Leuten gern besucht wird.

Spielen und Quatschen im Grünen

Wichtige Treffpunkte für die Anwohner von Vesterbro sind die Mariakirche mit einem umfangreichen, sozialen Engagement und der große Spielplatz Skydebanhave, der sich auch als Picknickplatz mit Kindern anbietet. Der Enghave Park am Ende Istedgade ist die größte Grünanlage des Viertels.

Lecker speisen im Kødbyen

Auf dem Gelände des Fleischgroßmarktes, dem sogenannten Kødbyen, findet man jede Menge angesagter Bars und Restaurants wie die Fiskebaren, die Bier- und Steakbar Warpigs oder die Pizzeria Mother, wo die Pizza wirklich nach Italien schmeckt.

Die Fahrradvermietung Baisikeli

Die größte Fahrradvermietung der Stadt ist Baisikeli an der Dybbølsbro, direkt an der gleichnamigen S-Bahnstation. Auch Anhänger, Kinderräder oder Lastenräder bekommt man hier.

Am Ende der Dybbølsbro steht das schicke Einkaufszentrum Fisketorvet mit Aussicht auf den Sydhavn. Die Wand zum Hafen ist über mehrere Etagen komplett verglast, was die Restaurants in der oberen Etage zu einem beliebten Treffpunkt macht.

Bicycle Snake

Vor dem Fisketorvet flitzen Radfahrer über die Bicycle Snake, einer schwungvollen Fahrradbrücke Richtung Islands Brygge. Fußgänger sind auf diesem Teil der Brücke nicht erlaubt, erst die anschließende Bryggebroen über den Hafen ist für Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen freigegeben.

Carlsberg Byen

Vesterbro grenzt an ein weiteres Neubauprojekt: das Wohnviertel Carlsberg Byen auf dem ehemaligen Gelände der Carlsberg Brauerei. Moderne Wohnblocks, eine Schule, etwas Gastronomie und die denkmalgeschützten Bauten der Brauerei stehen hier dicht beisammen. Noch wird gebaut; wenn alles fertig ist, soll auch wieder ein Carlsberg Museum geben.

Multikulti in Nørrebro

Nørrebro ist der mittlere Stadtteil, jenseits der Kopenhagener Seen. Es ist ein studentisch geprägtes Wohngebiet mit einer großen Dichte beliebter Restaurants, Frühstückscafés und mit Feierabendkneipen. Zwischen dem Jagtvej und der Nørre Allé liegt das Geländer der neuen Universität.

Trendige Lokale in der Jægersborggade

Besonders die Jægersborggade ist sehenswert. Sterneküche serviert das Relæ, eine beeindruckende Weinauswahl und kleine, allerdings sehr teure Speisen bekommt man im gegenüberliegenden Manfreds. Dänisches Design, jung interpretiert, Schokolade, Kaffee und Süßes verkaufen die kleinen Boutiquen auf beiden Straßenseiten.

Rund um den St. Hans Torv und in der Ravnsborggade gibt es einen weiteren Hotspot mit Bars und Kneipen. Wie viele Kulturen in diesem Viertel vertreten sind, zeigt die Architektur des Spielparks Superkilen hinter den Nørrebrohallen.

Döner auf Dänisch

Verspürt man nächtliches Magenknurren, hilft ein Besuch in einem Shawarma. Shawarma ist die schon erwähnte, arabische Variante eines Döners, etwas süßlich gewürzt und oft mit Rindfleisch zubereitet. Sehr köstlich und bei den libanesischen Landsleuten beliebt ist das Sheik Shawarma an der Nørrebrogade.

Park und Friedhof zugleich: Assistens Kirkegård

Der Assistens Kirkegård ist der bedeutendste Friedhof Kopenhagens, denn hier fanden berühmte Dänen wie Hans Christian Andersen, Søren Kierkegaard oder der Designer Finn Juhl die letzte Ruhe. Assistens bedeutet, dass er als Ausweichfriedhof angelegt wurde, als die Grabstätten innerhalb der Stadtmauern belegt waren.

Um deren Grabstätten auf eigene Faust zu finden, braucht man ein wenig detektivischen Spürsinn. Hilfreich ist die Karte vom Kulturcentret Assistens, das auch Führungen anbietet.

Radeln zwischen den Gräbern

Der große Friedhof ist von zwei Fahrradwegen durchzogen, auf denen reger Verkehr herrscht. Die Freiflächen sind als Picknickplätze und zum Sonnenbaden beliebt, was dem Fremden zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen mag.

Über Nacht werden die Tore geschlossen, Gespensterpartys um Mitternacht sind auch auf diesem Friedhof nicht erlaubt.

Favorit bei Familien: Østerbro

Ganz im Osten zwischen Nørrebro und dem Nordhavn liegt Østerbro, der bevölkerungsreichste Stadtteil von Kopenhagen, kurz Ø genannt. Besonders bei Familien ist dieses Viertel beliebt. Einen großen Teil der Fläche nimmt der grüne Fælledparken ein.

Dieser Park besteht vor allem aus Spiel- und Sportflächen für jede Altersstufe. Begrenzt wird die weitläufige Grünanlage vom dänischen Nationalstadium Telia Parken und dem Rigshospitalet, Dänemarks größtem Krankenhaus.

In Østerbro geht es geruhsam zu. Spätestens nach Feierabend gegen 16 Uhr trägt man seinen Picknickkorb mit Kind und Kegel in den Fælledparken, zieht die Joggingschuhe an oder trifft sich mit Freunden auf ein Bier an den Kopenhagener Seen.

Die kleine Meerjungfrau

Das Hafenareal mit der Kleinen Meerjungfrau, dem mächtigen Gefionbrunnen und dem sternförmige Kastellet aus dem 17. Jahrhundert gehören ebenfalls zum Staddteil Østerbro.

Stadt in der Stadt: Frederiksberg

Frederiksberg liegt westlich von Vesterbro und Nørrebro. Es wirkt wie ein Stadtteil von Kopenhagen, politisch betrachtet ist es aber eine eigenständige Kommune. Mit etwas über 100.000 Einwohnern ist Frederiksberg sogar die fünftgrößte Stadt in Dänemark und zudem eine der schönsten.

Das liegt vor allem an den alten Bürgerhäusern und den großen Grünanlagen Frederiksberg Have und Søndermarken, die das Frederiksberg Schloss umgeben.

Der sehenswerte Kopenhagen Zoo mit seinen Designerbauten liegt in den Parks. Vom hölzernen Aussichtsturm hat man einen herrlichen Blick über die Stadt.

Die Ausflugslokale Familiehave

Am Rand des Frederiksberg Parks gibt es mehrere, traditionelle Ausflugslokale. Sie heißen Familiehave und erinnern an deutsche Biergartentradition. Karierte Tischdecken und eine üppige Auswahl an Smørrebrød unter freiem Himmel locken die Gäste in Scharen an.

Ein Ausflug in den Familiehave ist bei dänischen Familien sehr beliebt, man sollte vor dem Besuch unbedingt einen Tisch reservieren. Auch zu Weihnachten kann man hier speisen, dann aber in den geheizten Stuben.

Ein guter Ort für Schnäppchenjäger

Für Schnäppchenjäger ist der Flohmarkt hinter dem Frederiksberg Rathaus ein Paradies. Jeden Samstag von April bis Oktober gibt es hier alles, vom selbstgehäkelten Mützchen bis zu antiken Möbelstücken.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, lädt das Frederiksberg Center zum Shoppen ein. Schöner ist aber ein Bummel entlang der alten Straßenzüge, unterbrochen von einem Kaffee im schnuckeligen Ipsen & Co oder im Laundromate Café, wo man nebenbei seine Wäsche waschen könnte.

In Frederiksberg sind viele Studenten unterwegs, da einige Fakultäten der Kopenhagener Universität und auch die Copenhagen Business School hier ihren Campus haben. Auch Familien mit kleinen Kindern leben hier gut. Der Park wimmelt im Sommer von jungen Familien und Kinderwagen und der "Schnullerbaum" für abgelegte Nuckis hat offenbar ein großes Einzugsgebiet.

Günstiger übernachten

Für eine Übernachtung in Kopenhagen ist Frederiksberg eine gute Adresse. Die Zimmerpreise sind etwas niedriger, aber man ist trotzdem mitten im Leben und mit der Metro auch sehr schnell in der Innenstadt von Kopenhagen.

Schöner Shoppen

Die Straßen Gammel Kongevej, Frederiksberg Allé sowie die Allégade und die Falkoner Allé zwischen Frederiksberg, Vesterbro und der Innenstadt sind gesäumt von schicken Geschäften und kleinen Bars.

Die Frederiksberg Allé wird ihrem Namen sehr gerecht: Es ist eine breite Allee mit Wohnhäusern, schicken Restaurants und Feinkostgeschäften. Sehr hyggelig ist es in Den go'e Kaffebar, die hausgebackenen Brötchen an computerfreien Tischen mit Zeitschriften und Gesellschaftsspiele serviert.

Pariser Flair am Værnedamsvej

Der Værmedamsvej verbindet die Frederiksberg Allé und den Gammel Kongvej. Die Straße erinnert ein bisschen an Paris, kleine Bistros und Feinkostläden, ein paar Boutiquen oder das kleinste Hotel der Stadt stehen hier dicht beieinander.

Das Granola ist ein bekanntes Bistro mit dänischer Kost in französischem Ambiente, ein Käseteller im Le Gourmand schmeckt wie an der Côte d'Azur. Die Qualität ist hoch, die Preise aber auch.

Dänische Design-Ikonen

Die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen bietet auf ihrem früheren Fabrikgelände in Frederiksberg einen Werksverkauf an. Wer sich selbst in der Kunst des Porzellanmalens versuchen möchte, kann im Hauptgeschäft in der Innenstadt einen Malkurs belegen. Nicht ganz preiswert, aber immer ausgebucht – man muss sich frühzeitig anmelden.

Louis Poulsen

Die berühmten Lampen von Louis Poulsen hängen in Dänemark eigentlich in jedem Gebäude. Eine Sammlung seiner Designklassiker kann man im Showroom der Firma am Gammel Strand bewundern.

Arne Jacobsen

Das SAS-Hotel an der Hammerichsgade wurde von Arne Jacobsen entworfen, viele seiner berühmten Möbel stammen aus diesem Entwurf. Die Bar ist frei zugänglich und ein Drink erschwinglich. Man mag kaum glauben, dass dieses Design aus den 50er Jahren stammt!

Klassik Second Hand

Das Antiquitätengeschäft Klassik an der Bredgade verkauft Originale aus zweiter Hand. Beinah alles, was an Möbeln und Dekoartikel in den vergangenen Jahren in Dänemark designed wurde, bekommt man hier. Auch, wenn Sessel und Tische nicht ins Auto passen, ist es eine Freude, durch diesen Laden zu streifen.

Das Dänische Designmuseum findet man auch in der Bredgade, kurz vor dem Kastellet. Auch im BLOX gibt es ein Bür für dänisches Design.

  • Mittel Strandurlaub
  • Gut Kinderfreundlich
  • Gut Shopping
  • Mittel Hundefreundlich
  • Gut Sport & Spiel
  • Gut Fahrradverleih
  • Gut Lokale Leckereien
  • Gut Kunsthandwerk
  • Mittel Wandern

Kathrin von Maltzahn
Seit mehr als 40 Jahren liebe ich die dänische Gemütlichkeit, die wunderbare Natur und die herrlichen Küsten! In meinem Reiseführer Dänemark für Genießer verrate ich euch mehr über København und die Erlebnisse in den benachbarten Regionen.

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