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    Roskilde – Stadt der dänischen Könige

     Der Sarkophag der dänischen Königin Margrethe I

    Roskilde ist für Dänen die Stadt der Könige, ausländischen Gästen ist Roskilde eher als Austragungsortes des Roskilde Festivals bekannt, seit fast 50 Jahren eines der größten und beliebtesten Rockfestivals Europas.

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    Fast dänische Hauptstadt – aber nur fast

    Wer sich ein wenig für die Geschichte Dänemarks interessiert, kommt an Roskilde nicht vorbei. Gegründet wurde die Stadt vor etwa 1000 Jahren, natürlich von den Wikingern. Lange Jahre war Roskilde Hauptstadt des Königreichs.

    Harald Blauzahn, der als erster König ganz Dänemark unter einer Krone vereinte, soll 985 die erste Kirche in Roskilde gestiftet haben, mit dem Bau des heutigen Doms begann man im 12. Jahrhundert. Es wurde die erste, gotische Backsteinkirche Dänemarks, in der bis heute alle dänischen Monarchen bestattet werden.

    In den vergangenen Jahrhunderten wurde der Dom ständig erweitert, denn viele Herrscher bauten sich eine eigene Gruft, die natürlich dem Baustil der jeweiligen Epoche entsprach. 1995 wurde der Dom für seine so entstandene, ungewöhnliche Architektur in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

    Ein Geschenk für den Bischof

    Aufgrund seiner wirtschaftlichen und weltlichen Bedeutung hätte Roskilde dänische Hauptstadt bleiben können, doch nachdem Bischof Absalon das bis dato unbedeutende Örtchen Havn geschenkt bekam und dort eine Festung errichtete, entwickelte sich das strategisch günstiger gelegene Havn zum Handelszentrum København, Kopenhagen.

    Der Dom zu Roskilde

    Im 15. Jahrhundert zogen auch die Könige nach Kopenhagen, bis heute tagt die dänische Regierung dort im Schloss Christiansborg. Im Kellergewölbe der Christiansborg kann man die Ruinen der ersten Festung von Absalon besichtigen.

    Ihrem prächtigen Dom in Roskilde blieben die Monarchen treu. Seit dem berühmten König Harald Blauzahn werden die dänischen Monarchen hier beigesetzt. Auch das Grabmal der heutigen Königin ist bereits fertiggestellt.

    Noch ist es verborgen unter einer pastellfarbenen Hülle. Eine Schauwand zeigt, was sich darunter verbirgt. Margrethe II hat ihren Sarkophag vom Bildhauer Bjørn Nørgaard gestalten lassen, es ist ein gläsernes Prachtstück, an dem der Künstler 15 Jahre arbeitete.

    Prächtige Grabstätten aus dem letzten Jahrtausend

    Hinter dem Altar steht der Marmorsarg von Margrethe I. Sie war eine ungekrönte Herrscherin, denn Frauen waren im 15. Jahrhundert nicht vorgesehen in der Thronfolge. Dennoch gilt sie als eine der bedeutendsten Regentinnen des Mittelalters. Margrethe II durfte nach einer Ausnahmeregelung im Thronfolgegesetz 1953 gekrönt werden, seit 2009 sind in der Thronfolge Töchter und Söhne gleichberechtigt.

    Kostbares Interieur aus vielen Jahrhunderten

    Neben den verschiedenen Grabstätten und dem prächtigen Königsportal zwischen den Türmen, das nur für die letzte Ruhe der Monarchen geöffnet wird, sind auch der goldene Altar oder die Holzorgel aus dem 16. Jahrhundert sehenswert. In der oberen Etage zeigt ein kleines Museum Modelle des Doms aus früheren Jahrhunderten.

    Man kann den Dom gegen eine Gebühr besichtigen. Es lohnt sich, an einer Führung teilzunehmen, um die Geschichte des Doms und der zahlreichen Kapellen und Grabstätten zu verstehen.

    Ein Stadtbummel mit vielen Möglichkeiten

    Roskilde ist mit etwa 50.000 Einwohnern die größte Stadt auf Seeland, außerhalb von Kopenhagen. Ensprechend gut sind die Einkaufsmöglichkeiten und die Auswahl an Gastronomie. Am Stændetorvet, dem zentralen Marktplatz, bekommt man im Byens Hus Karten und viele Tipps für einen Rundgang durch die Stadt und zu allen Sehenswürdigkeiten.

    An der Skt. Ole Stræde hinter dem Dom warten gleich drei Museen. Das Museum für Moderne Kunst, das Roskilde Museum zur Archäologie der Region und am Ende der Straße das Roskilde Koster, das aber nur in den Sommerferien für Besucher öffnet.

    Der Klostergarten ist immer zugänglich, ebenso wie die beiden großen Stadtparks zwischen dem Zentrum und dem Hafen am Roskilde Fjord.

    Moderne Architektur

    Eine sehr moderne Sehenswürdigkeit ist die Müllverbrennungsanlage. Das Bauwerk nach einem Entwurf des holländischen Architektens Erick van Egeraat ist mit perforiertem Eisen verkleidet. Aus den unzähligen Löchern leuchtet die Hülle des Nachts wie ein Sternenhimmel.

    Das Gaswerk am Hafen ist eine Galerie für verschiedene, moderne Künstler, auf dem Vorplatz und auch dahinter gibt es ein paar Streetfood-Angebote.

    Das Wikingerschiffsmuseum

    Das Wikingerschiffsmuseum am Roskilde Fjord verdankt seine Schätze einer Verteidigungsanlage vor der Stadt. Um die Fahrrinne im Roskilde Fjord gegen Feinde zu sichern, versenkte man im 11. Jahrhundert fünf Holzschiffe als Barriere. Nur ortskundige Schiffer konnten danach die Passage zwischen den Buchten und Inseln in der sogenannten Peberrende gefahrlos bewältigen.

    Nachdem Archäologen durch angeschwemmte Planken auf den Fundort bei Skuldelev aufmerksam wurden, konnte man 1962 die Wracks von fünf Wikingerbooten aus dem Schlick bergen.

    Schiffswracks aus dem 11. Jahrhundert

    Das Museum in Roskilde wurde 1969 für diese ersten Funde errichtet. Im Laufe der Jahre fand man noch weitere Wrackteile im Fjord. Sie wurden in der Museumswerft konserviert und teilweise rekonstruiert.

    Das Kriegsschiff Skuldelev 2 aus dem ersten Fund stammte ursprünglich aus Irland, mit einer Länge von 30 Metern gehört es zu den größeren Funden. Mit einem Nachbau dieses Schiffes, der Havhingsten von Glendalough, werden Rundfahrten angeboten.

    Eine Woche Rock'n Roll

    Irgendwie schrill und sehr modern ist das Popmuseum Ragnarock im neuen Stadtteil Musicon. In interaktiven Ausstellungen wird die Geschichte des Rocks und Pops in Dänemark erzählt, abends finden Vorträge zu internationalen Musikgrößen statt.

    Das Musicon entwickelte sich seit 2008 zu einem kulturellen Hotspot der Region. Musiker, Künstler, Sportler und kreative Unternehmen haben auf dem ehemaligen Gelände eines Betonwerks den neuen Stadtteil gegründet.

    Roskilde Festival

    Im Musicon ist auch die Verwaltung des Roskilde Festivals beheimatet. Alljährlich treffen sich auf dem Festival am ersten Wochenende im Juli Musikfans, um Rock- und Popgrößen wie die Rolling Stones, The XX oder The Cure zu erleben. Das Festival dauert eine Woche, die Konzerte finden von Mittwoch bis Sonntag auf mittlerweile sieben verschiedenen Bühnen statt.

    Wer nicht auf dem Festivalgelände zelten mag, kann ein Ferienhaus in Dänemark buchen und mit dem Zug nach Roskilde fahren.

    Sagenhaftes Gammel Lejre

    So wie Kopenhagen der Stadt Roskilde den Rang als Hauptstadt abgenommen hat, erging es im frühen Mittelalter Gammel Lejre, das noch heute als kleines Dorf südlich von Roskilde existiert. Vermutlich wegen des sumpfigen Bodens wurde das Zentrum der Macht irgendwann weiter nach Norden verlegt.

    Im Umkreis von Gammel Lejre wurden Gräber und Mauerreste von der Steinzeit bis zum 17. Jahrhundert gefunden, so dass man die Geschichte der Besiedlung fast lückenlos nachvollziehen kann. Die gesamte Region gilt als Wiege Dänemarks, was vielleicht auch ein Grund für die Ernennung zum Nationalpark Skjoldungernes Land war.

    Am Ortsrand von Lejre steht das Schloss Ledreborg, ein Rokoko-Gutshof mit einem weitläufigen Landschaftspark. Seit acht Generationen befindet es sich in Familienbesitz. Der Park und eine Gemäldesammlung im Haus können besichtigt werden. Auf dem Schlossgelände liegt der Ledreborg Golfplatz.

    Sagnland Lejre

    Einen Teil des Grundstücks belegt das Freiluftmuseum Sagnlandet. Dieses "Land der Legenden" ist wirklich sagenhaft.

    Man kann Wikinger spielen, Holzboote schnitzen, Brot backen oder tatsächlich Familien besuchen, die im Sommer hier leben - wie in der Steinzeit, in einer archäologisch begleiteten Siedlung. Alles ist zum Anfassen, Mitmachen und Ausprobieren. So wird Geschichtsunterricht zum reinen Vergnügen!

    Ganz in der Nähe gibt es noch ein Museum zur Geschichte, das Lejre Museum, mit Funden aus den Anfängen der dänischen Monarchie. Von hier führt ein Spaziergang zu Wikingerspuren in einer traumhaft schönen, grünen Landschaft. Die Ernennung der Region zum Nationalpark Skjolungerenes Land wird sicher die Infrastuktur für Besucher in den kommenden Jahren noch verbessern.

    • Schlecht Strandurlaub
    • Mittel Kinderfreundlich
    • Gut Shopping
    • Mittel Hundefreundlich
    • Gut Sport & Spiel
    • Mittel Fahrradverleih
    • Gut Lokale Leckereien
    • Mittel Kunsthandwerk
    • Mittel Wandern

    Kathrin von Maltzahn
    Seit mehr als 40 Jahren liebe ich die dänische Gemütlichkeit, die wunderbare Natur und die herrlichen Küsten! In meinem Reiseführer Dänemark für Kenner verrate ich euch mehr über Roskilde und die Erlebnisse in den benachbarten Regionen.

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