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    Aarhus, den lille storby

    Blick über die Ostsee auf die neuen, modernen Hochhäuser am Nordhavn in Aarhus

    Dänemarks zweitgrößte Stadt Aarhus an der Ostseeküste von Jütland hat so viel zu bieten, dass man in jedem Urlaub etwas Neues entdeckt. Im Museumsdorf Den gamle By, im Kunstmuseum Aaros oder im Moesgård Museum vergeht die Zeit wie im Flug.

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    Karte

    Von Aros zum ARoS – eine kurze Stadtgeschichte

    Aarhus ist die zweitälteste Stadt Dänemarks, ihre Gründung wird um das Jahr 770 vermutet. Ribe ist offiziell die älteste Stadt Dänemarks. Sie wurde zur gleichen Zeit gegründet, konnte aber wohl ihren Status als „älteste“ Stadt besser belegen.

    Die ursprüngliche Bezeichnung "Aros" bedeutet so viel wie Flussmündung. Die Stadt entwickelte sich als Handelshafen an der Mündung des Flüsschens Å zur Ostsee. Im Laufe der Jahre änderte sich der Name zu Århus (Haus am Fluss), die offizielle Schreibweise ist seit 2010 Aarhus.

    Vom Mittelalter bis heute

    Nachdem die Wikinger den Ort mit Leben füllten und die etwa 3.000 Bewohner vom Handel lebten, passierte lange Zeit erst einmal nichts Spannendes. Erst im 18. Jahrhundert stieg die Bevölkerung langsam an und die Stadt wurde für erneut als Handelsplatz interessant.

    Neue Straßen und Eisenbahnlinien, die stetige Erweiterung des Hafens und nicht zuletzt eine dänische Landesausstellung um 1900 bewirkten, dass aus dem Wikingerdorf an der Å die größte Stadt in Jütlands und die zweitgrößte Stadt des Landes wurde.

    Dänemarks größte Universität

    Neben dem Handelshafen prägte im 20. Jahrhundert vor allem die Universität und ihre Studenten das Stadtbild. Die Universität Aarhus, an der auch Königin Margrethe II und Kronprinz Frederik studierten, wäre mit rund 45.000 Studenten sogar in Deutschland die viertgrößte Präsenzuniversität. In Dänemark ist sie natürlich die größte.

    Die Hochschule wurde 1928 gegründet, 1930 bekam sie einen wunderbaren Park im Stadtgebiet zur Verfügung gestellt, um dort einen bis heute unveränderten, einheitlichen Gebäudekomplex zu errichten. Als Baumaterial wird nur gelber Klinker verwendet, selbst die Fußwege, die Studentenwohnheime und die Neubauten, mit denen der Campus immer wieder erweitert wird. Dazwischen liegt ein grüner Park mit einem lauschigen See. Mehr zu den Museen im Park weiter untern im Text.

    Widerstand auf Dänisch

    Dass das Hauptgebäude mit der Verwaltung und dem großen Hörsaal im Vergleich zu den sonst recht schlichten Gebäuden etwas überladen wirkt, hat einen historischen Hintergrund: Als im Zweiten Weltkrieg die deutschen Besatzer hier ihr Hauptquartier einrichteten, waren die Bauarbeiten noch im Gange. Die Dänen verzögerten daraufhin die Fertigstellung mit immer neuen Anbauten und Verzierungen, um die ungeliebten Gäste möglichst lange zu stören.

    Kunst, Kunst, Kunst

    Die Kommune Aarhus hat heute 330.000 Einwohner, in der Kernstadt leben etwa 265.000 Menschen, dazu kommen alljährlich hunderttausende Touristen. Der Titel Kulturhauptstadt Europas 2017 hat die Bekanntheit der Metropole noch gesteigert. Vermutlich steigt auch die Bevölkerungszahl noch weiter an, denn das Stadtbild entwickelt sich rasant zu einer modernen Metropole, die den Vergleich mit Kopenhagen nicht scheuen muss.

    Über die Kunst schließt sich der Kreis zu Aros, denn die alte Bezeichnung wurde als Name für das ARoS Kunstmuseum wieder aufgegriffen. Bis zum Jahr 2004 verteilten sich die Kunstsammlungen der Stadt auf drei verschiedene Gebäude, mit dem Neubau an der Aros Allé konnten alle Kunstschätze unter einem Dach vereinigt werden.

    Unter dem Regenbogen

    Der mächtige, rote Klinkerwürfel gilt als das größte Kunstmuseum Europas. Zehn prall gefüllte Etagen gipfeln seit 2011 in einem weithin sichtbaren Kunstwerk auf dem Dach – das begehbare Regenbogenpanorama von Olafur Eliasson. Auf der Dachterrasse laden Sitzplätze ein, die vielfältigen Kunsteindrücke zu verdauen. Im Erdgeschoss gibt es ein frei zugängliches Café, dort bekommt man einen ersten Eindruck von der Architektur dieses Prachtbaus.

    Die kleine Aarhus Kunsthalle Kunsthalle Aarhus steht nur 100 Meter entfernt am Åboulevarden. Wer sich moderne Kunst interessiert, sollte auch hier einmal vorbeischauen.

    Musik und Tanz in der Nachbarschaft

    Auch die Nachbarschaft des Museums ist ganz der Kunst und Kultur gewidmet. Nebenan glänzt das Musikhuset, ein verglaster Bau für Musik aus allen Genres. Natürlich ist es der größte Musiksaal im Norden!

    Bei Dunkelheit leuchtet die Glasfront wie ein Goldstück, das sich in den Wasserbecken auf dem Vorplatz spiegelt. Hier spielen, tanzen und singen Größen aus aller Welt.

    Kostenlose Konzerte der Musikschüler bietet das benachbarte Jyske Musikkonservatoriums. Im Tanztheater Bora Bora und im Kulturzentrum Godsbanen wird ein alternatives Kulturprogramm gespielt. Godsbanen war einst ein Güterbahnhof, der zu einem Kunst- und Kulturhaus umgebaut wurde. Auch ohne Dänischkenntnisse lohnt sich ein Besuch des architektonisch sehenswerten Ensembles.

    Spielen und die Sonne genießen

    Rund um die Kulturfläche ist autofreie Zone. Ein hübscher Park und viele Bänke laden zum Verweilen ein. Hinter dem ARoS findet man Parkplätze mit moderaten Parkgebühren.

    Alles neu am Hafen

    Der Hafen von Aarhus lag ursprünglich am Fluss, Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die anlandenden Schiffe ab zu groß und der Hafen zog um in die offene Aarhus Bucht. Dort entwickelte er sich zum wichtigsten Containerhafen des Landes mit insgesamt vier Hafenbecken.

    Doch die Schiffe wurden immer größer und nicht unbedingt schöner, also entschied die Stadtverwaltung 2003, die zentrumsnahe Hafenfront den Bürgern zurückzugeben und zur weitläufigen Freizeitfläche umzugestalten.

    Blickfang DOKK1

    Der zentrale Neubau der Hafenfront ist seit 2015 das DOKK1, mehr dazu weiter unten im Text. Zur Innenstadt und auch weiter Richtung Nordenhafen ist eine autofreie Zone mit vielen Sport- und Spielmöglichkeiten entstanden.

    Moderne Architektur am Nordhafen

    Am Nordhafen fallen die luxuriösen Wohnbauten ins Auge, die den Neubaugebieten in Kopenhagen um nichts nachstehen. Architekturinteressierten Besuchern sei eine Stadtführung in dieses Gebiet empfohlen, deren ungewöhnlichstes Gebäude wohl der Wohnkomplex Isbjerget (Eisberg) ist.

    Ebenfalls neu sind die Architekturschule, das Forschungszentrum Navitas, ein Hafenschwimmbad sowie der Spiel- und Sportpark Ø-Haven. Für die klimafreundliche Verkehrsanbindung wurde eine neue Stadtbahn entwickelt. Die sogenannte Letbane verkehrt auf einem eigenen Schienennetz und bietet U-Bahn-Komfort über der Erde.

    Ein Stadtzentrum zwischen Wald und Meer

    Das Zentrum von Aarhus, in dem sich das öffentliche Leben abspielt und man einen Eindruck von der Vielfalt der Stadt bekommt, bilden die Stadtteile Frederiksberg, Midbyen und Latinerkvarteret. Südlich von Frederiksberg schließt sich ein kilometerlanger Küstenwald an, in dem das Tivoli Friheden, der Mindepark mit dem Marselisborg Schloss und außerhalb der Stadtgrenze dann der Moesgård Wald liegen. Mehr dazu weiter unten im Text.

    Nördlich des Latinerkvarteret liegt der Vorort Trøjborg, zu dem der neue Jachthafen und die Sportinsel Ø-Havn gehört. Dahinter beginnt der hügelige Stadtwald Riis Skov. Dieser Wald ist seit über 200 Jahren ein beliebtes Ziel im Grünen. Mit Pferdekutschen und Segelbooten fuhren damals die Ausflügler zu den Waldgaststätten, wo sie bei Musik und Speisen die Sommernachmittage verbrachten.

    Freibad auf Dänisch

    Das schöne Strandgasthaus Sjette Frederiks Kro führt diese Tradition zumindest kulinarisch noch heute fort, damals hieß das Lokal allerdings "Salonen". Im Hochsommer öffnet hier das Strandbad Den Permanente. Die schöne Aussicht auf die Stadt zeigt das Titelbild dieses Artkels.

    "Midtbyen", das Stadtzentrum

    Midtbyen ist das Stadtzentrum rechts und links der Aarhus Å, die vom Mølleparken an der Vester Allé bis zum DOKK1 quer durchs Zentrum fließt, auf beiden Seiten begleitet vom Åboulevarden.

    Am nördlichen Ufer ist der Åboulevarden ein Fußweg, am Südufer dürfen bis zum Parkhaus am Kaufhaus Magazin noch Autos fahren. Da die Sonne mehr auf das Nordufer scheint, ist dieses Ufer gesäumt von Restaurants, Cafés und Eisdielen.

    An der Sankt Clemens Bro kreuzt die Fußgängerzone Søndergade den Fluss, sie reicht vom Bahnhof im Süden bis zum Latinerkvarteret im Norden. Es ist eine typische Einkaufsmeile, die wie in Kopenhagen "Strøget" genannt wird. Alle großen Handelsketten sind vertreten, dazwischen ein paar kleine Geschäfte, Imbissbuden und so fort.

    Sonnenplätze am Åboulevarden

    Der Åboulevarden fließt eine Etage unterhalb der Einkaufsstraße, von den Brücken kann man das muntere Treiben unten recht gut beobachten und nach dem besten Sonnenplatz Ausschau halten.

    Das Rathaus von Arne Jacobsen

    In der Nähe des Bahnhofs steht das Rathaus von Aarhus. Es wurde in den 40er Jahren nach Plänen von Arne Jacobsen und Erik Møller gebaut.

    Das funktionalistische Gebäude wurde aus Beton gegossen, mit norwegischem Marmor verkleidet und es ist ein wunderbares Beispiel für das Bauhaus-Prinzip „form follows function“. Gradlinig und grau von außen, elegant, hell und luftig von innen ist es auch heute noch ein hochmodernes Gebäude, in dem man sich gern aufhält.

    Der 60 Meter hohe Turm war ursprünglich nicht vorgesehen, aber die Bürger haben sich durchgesetzt und nun ist der markante Turm ein weithin sichtbares Beispiel für dänisches Design des 20. Jahrhunderts. Das Bauwerk steht seit 1994 unter Denkmalschutz und kann jederzeit besichtigt werden.

    Ein Jahrhundert auf dem Titelbild

    In der Frederiksgade 72 lohnt der Blick durch das mächtige Holztor der Jyllands Gården, einem alten Bürogebäude, in dem heute eine Anwaltskanzlei sitzt. Früher war hier das Büro der Tageszeitung Jyllandsposten. Im Gang zum Innenhof hängen Titelseiten der Zeitung mit den bewegendsten Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte von der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 über die erste Mondlandung bis zur deutschen Wiedervereinigung.

    Wikingerspuren im Keller

    Im Keller der Nordea Bank zwischen Bispetorv und Skt. Clemenstorv ermöglicht das Wikinger Museum einen Blick auf die Ursprünge der Stadt im 8. Jahrhundert, denn an dieser Stelle befand sich schon vor mehr als 1.200 Jahren das Zentrum von Aarhus. Der Eintritt zu dieser Ausstellung mit Fundstücken aus der frühsten Geschichte Dänemarks ist frei.

    Rund um die Domkirche Skt Clemens

    Am anderen Ende der Fußgängerzone steht die Aarhus Domkirke mit dem höchsten Kirchturm Dänemarks, eingerahmt vom Bispetorvet und dem Storetorv, auf dem allerlei Märkte und Sportveranstaltungen stattfinden.

    Die Domkirke ist ein Kirchenbau der Superlative: Der gewaltige Turm ist mit fast 93 Metern ebenso hoch wie der Dom lang ist. Es ist Dänemarks größte Kirche mit dem höchsten Buntglasfenster, dem größten Bildnis des Schutzheiligen Skt. Clemens, dem größten Schiffsmodell in einer dänischen Kirche und noch einigen weiteren Rekorden.

    Höhenmessung am Kirchturm

    Die Kirche ist innen wie außen sehr sehenswert und kann täglich von 10 bis 15 Uhr besichtigt werden, im Sommerhalbjahr auch etwas länger. Noch ein Wert für Statistikfans: Die offizielle Höhenmessung in Dänemark "Dansk vertikal Reference", was dem deutschen Normalhöhennull entspricht, orientiert sich an einem Referenzpunkt in etwa 5 Metern Höhe im Kirchturm.

    Schönes Theater

    Neben der Kirche steht steht das Aarhus Theater, dessen Jugendstilbau mit einer prächtigen Fassade glänzt. Ein großer Pub und ein Steakhouse servieren Speis' und Trank, die Besucher auf den vielen Bänken am Bispetrovet bringen ihre Verpflegung jedoch eher selber mit.

    Kleinkunst bei Kerzenschein

    Das Café Hack im Nebengebäude des Theaters bietet abends ab und an kleine Konzerte bei Wein und Kerzenschein, der Name des Lokals erinnert an den Architekten Hack Kampmann, der als Königlicher Baumeister das schöne Theatergebäude Ende des 19. Jahrhunderts entwarf.

    Nachtleben in der Skolegade

    Hinter dem Theater in der Skolegade findet man die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt mit traditionsreichen Kneipen, die in Dänemark Værtshus heißen. Ein Værtshus ist eine Bar, in der man sich gern schon morgens zum Trinken und Rauchen trifft. Tagsüber sitzen dort eher ältere Semester, abends kommen dann die jungen Leute und füllen die Bars und Straßen bis zum frühen Morgen mit Leben.

    Das alte Studentenviertel Latinerkvarteret

    Nach so viel Kultur wird es Zeit für Müßiggang. Falls man die eher massentaugliche Gastronomie am Åboulevarden nicht so gemütlich findet, ist das alte Latinerkvarteret genau das Richtige. Das Quartier beginnt nördlich der beiden großen Kirchen Domkirke und Vor Frue Kirke, welche im Mittelalter den Dom von Aarhus darstellte.

    Unter der For Frue Kircke fand man die Überreste einer Krypta von etwa 1060, die zum ersten Dom von Aarhus gehörte. Ab und an werden hier besondere Gottesdienste abgehalten. Im 13. Jahrhundert beschloss Bischof Peter Vognesen, einen neuen Dom an anderer Stelle zu erbauen und über der mittelalterlichen Krypta wurde ein Dominikanerkloster errichtet.

    Straßennamen wie Klostertorvet, Guldsmedegade oder Badstuegade erinnern an das Leben damals. Ein schöner Weg zum Latinerkvarteter ist der Møllestien. Die kleine Kopfsteinpflastergasse mit bunten Häuschen und Stockrosen beginnt hinter dem Mølleparken am ARoS.

    Lieblingsbars

    Das Casablanca in der Rosengade soll das Stammlokal von Kronprinz Frederik während seiner Studentenzeit gewesen sein, die kleine Grünfläche gegenüber ist des Nachts ein beliebter Treffpunkt der heutigen Jugend.

    Beliebte Bars sind auch die Raucherkneipe Ris Ras, das Café Engelen oder die immer volle Bar Café Drudenfuss, sehr gut und gemütlich Fisch essen kann man im Restaurant Mefisto in der Gasse Volden.

    Markttag in Frederiksberg

    Ob der Kronprinz in Frederiksberg gewohnt hat, ist nicht überliefert. Wer hier wohnt, hat es auf jeden Fall gut getroffen. Das Viertel beginnt südlich vom Bahnhof und wird auch der „Brotkorb“ von Aarhus genannt, weil es so viele Feinkostgeschäfte gibt. Dazwischen bieten Kunsthandwerker und kleine Boutiquen das passende Geschirr und Wohnaccessoires an.

    Das Viertel wurde im 19. Jahrhundert angelegt, als Aarhus seine erste Eisenbahnlinie bekam. Der Mittelpunkt des Stadtteils ist der Ingerslev Boulevard. Auf dieser breiten Allee findet jeden Mittwoch und Samstag ein stimmungsvoller Wochenmarkt statt.

    Die mehrstöckigen Bürgerhäuser mit blühenden Vorgärten sind ein begehrter Wohnort. Vis á vis des Marktes steht die moderne Skt. Lucas Kirke aus den 20er Jahren, die um 2000 mit einem ebenfalls sehr eleganten Gemeindehaus erweitert wurde.

    Skt. Pauls Kirke und der Skanseparken

    Etwas älter ist die Skt. Pauls Kirke, die entgegen der üblichen Ausrichtung (von Ost nach West) gen Norden zum Stadtzentrum zeigt. Das war die Bedingung des Spenders M.P. Bruuns. Hinter der Kirche lädt ein grafisch angeordnetes Ensemble aus Hecken und Bänken zum Ausruhen ein.

    Ein paar Meter weiter liegt der Skanseparken mit Spielgeräten und einem Gemüsegarten. Die WG-Einrichtung aus den 70er Jahren im Museum Den Gamle By stammt aus einem Wohnhaus am Skansen. Hier wohnten wohl schon immer Bürger, die die Gestaltung ihrer Stadt nicht allein der Verwaltung überlassen wollten.

    Shoppen in Bruuns Galeri

    Zwischen Bahnhof und Frederiksberg steht die Bruuns Galeri, nicht etwa ein weiterer Kunsttempel, sondern ein neues Einkaufszentrum mit einem beliebten Selbstbedienungsrestaurant in der oberen Etage, wo man gut und günstig speisen kann.

    Den Gamle By am Botanischen Garten

    Das Freilichtmuseum Den Gamle By ist eine nachgebaute, kleine Stadt im Botanischen Garten westlich vom Latinerkvarteret und vom Zentrum aus gut zu Fuß erreichbar. Der Botanische Garten ist frei zugänglich, auch sein Gewächshaus mit einer Pflanzensammlung aus vier verschiedenen Klimazonen. Die Anlage gehört zu den Naturwissenschaftlichen Museen der Universität und wird von fachkundigen Mitarbeitern gepflegt. Die Aarhusianer nutzen diesen schönen, leicht hügeligen Park mit vielen verborgenen Nischen als grünen Picknickplatz.

    Im den Gamle By kann man viele Stunden verbringen und dabei durch drei Jahrhunderte Stadt- und Gesellschaftsentwicklung wandern. Alle Gebäude sind Originale, die an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und hier in perfekter Umgebung neu aufgebaut wurden. Da auch die Straßen nach historischem Vorbild gepflastert sind, ist dieses Museum nicht unbedingt barrierefrei, auch nicht für Kinderbuggys.

    Eine Reise durch die Jahrhunderte

    Der Rundgang führt vorbei an Handwerkerhäusern und einem prächtigen Münzmeisterhof aus dem 18. und 19. Jahrhundert, durch eine kleine Siedlung aus den 1920er Jahren und zu einer Straßenzeile aus den 70ern, die vielen Besuchern wie ein Ausflug in ihre Kindheit vorkommen wird. Ein Spielzeugmuseum, ein Plakatmuseum und verschiedene kleine Ausstellungen sind in den alten Gebäuden zu besichtigen. Alle Häuser sind voll möbliert, in einigen wird gearbeitet, man kann beim Zuckerbäcker nostalgische Bonbons kaufen oder im Jazzkeller aus den 70ern Livemusik hören.

    Noch mehr Museen

    Auf dem Gelände der Universität gibt es zwei spannende Mussen für kleine und große Forscher: Steno Museum und das Naturhistorische Museum haben beide ihren Standort im Universitätspark.

    Im Steno Museum geht es vor allem um wissenschaftliche Erkenntnisse, um Naturgesetze und medizinische Themen. Ein Planetarium mit einer Sternwarte im Stadtteil Højbjerg und ein großer Garten mit Heilpflanzen runden das Angebot ab.

    Zwischen der Domkirche und dem Latinerkvarteret stehen zwei besondere Museen: Ein Museum zur deutschen Besatzung und das Frauenmuseum. Letzteres ist ziemlich einzigartig und auch für Männer interessant!

    Ausflug in die Mols Bjerge

    Das Naturhistorische Museum hat seinen Hauptsitz am Rande des Universitätsparks. Mit mehr als 500 verschiedenen Tierexponaten und seiner kindgerechten Präsentation wurde es bereits zum kinderfreundlichsten Museum von Aarhus gekürt, aber auch Erwachsene können viel lernen.

    Die Entwicklungsgeschichte der Erde, Überlebensstrategien der Tiere oder die Natur rund um Aarhus sind nur einige der vielen Themen. Das Museumsteam bietet auch geführte Wanderungen in die Umgebung an. Eine Außenstelle ist das Mols Laboratorium im Nationalpark Mols Bjerge in der Nähe von Ebeltoft.

    Großartige Architektur für alle: DOKK1

    DOKK1, der Blickfang an der Hafenfront, ist zwar Bibliothek und Bürgerbüro für die Anwohner der Stadt, aber es ist ebenso spannend für Besucher, vor allem mit Kindern. Die Bibliothek hat eine einmalig große und schöne Kinderabteilung, zudem mit der schönsten Aussicht über den Hafen. Verschiedene, großzügige Spielecken zum Bauen, Verkleiden, Malen oder Basteln darf jeder nutzen.

    Die Buchsammlung umfasst auch deutsche, englische oder französische Kinderbücher. Für Jugendliche gibt es eine eigene, abgeschirmte Nische mit Liegesesseln, Videospielen und Gesellschaftsspielen. Wer nur mal eine Pause braucht, lässt sich in die gemütlichen Sessel am Fenster nieder und genießt die Aussicht.

    Ein Gong für jedes Baby der Stadt

    Falls der Gong ertönt, ist in einem Krankenhaus in Aarhus ein Baby geboren. Die riesige Stahlröhre in der Kinderabteilung ist ein Kunstwerk zu Ehren aller Kinder und ganz nebenbei auch der größte Gong der Welt. In jeder Geburtsabteilung der Stadt können Eltern den Glockenschlag auslösen, wenn ihr Baby das Licht der Welt erblickt hat.

    Alle Angebote der Bibliothek sind kostenlos, auch das W-LAN, für das man an der Touristeninformation im Eingangsbereich ein Kennwort bekommt. Es gilt für alle Hotspots der Stadt. Die Bibliothek befindet sich in der ersten Etage, außen herum läuft ein breiter Balkon mit mehreren Spielplätzen, die als Reise um die Welt angelegt sind. Hier lässt sich auch bei Regen im Trockenen toben, denn der Balkon ist überdacht.

    Baden in Spanien

    Südlich vom DOKK1 beginnt eine Straße, die Spanien heißt. Daher heißt das große Schwimmbad hier auch Badeanstalten Spanien. Das Bad wurde 1933 eröffnet, die hohe Schwimmhalle mit dem Sportbecken ist noch genauso schön wie damals. Ein besonders warmes Babybecken und eine Spa-Abteilung mit Whirlpool sind später dazu gekommen, um den heutigen Ansprüchen an ein schönes Schwimmbad zu genügen.

    Hat man sich müde geplanscht, kann man bei Aarhus Streetfood hinter dem Busbahnhof seinen Hunger mit internationalen Köstlichkeiten stillen. Auf dem Freigelände am Sydhavn zwischen der Jægergårdsgade und Spanien kann man (noch) kostenlos parken.

    Rund um die Aarhus Bucht

    Aarhus liegt an der schon seit jeher wohlhabenden Ostküste von Jütland, eingebettet zwischen den höchsten Hügeln im Seenhochland und den in die Aarhus Bucht ragenden Halbinseln des Djursland mit dem Nationalpark Mols Bjerge. Die Küste vor Aarhus ist nicht flach, sondern hebt vom Flüsschen Å nach Nord und Süd etwas an, wodurch die breiten Waldgebiete am Meer besonders schön zum Wandern und Radfahren sind.

    Spaß im Tivoli Friheden

    Nach Süden hin führt die Küstenstraße vom Hafen zunächst am Mindeparken vorbei, in dem der Freizeitpark Tivoli Friheden liegt. Er ist wesentlich kleiner als sein großer Bruder in Kopenhagen, aber auch etwas günstiger und gemütlicher. Die meisten Fahrgeschäfte sind für Kinder geeignet.

    Freitags finden Open Air-Konzerte statt, es gibt reichlich zu essen und zu trinken und im Konzertsaal Hermans wird auch außerhalb der Saison Programm geboten. Tivoli Friheden hat von April bis September, zu Halloween und über Weihnachten geöffnet.

    Die Sommerresidenz der Königin

    Der Mindeparken geht über in den großen Marselisborg Skov mit dem Landschaftspark des Marselisborg Slot. Als Sommerschloss des dänischen Königshauses wird es nach wie vor in den Ferien von der königlichen Familie bewohnt.

    Das dänische Volk schenkte dem Thronfolgerpaar Christian und Alexandrine das Schloss 1898 zur Hochzeit, Königin Margrethe II bekam das Schloss 1967 ebenfalls zur Hochzeit von ihrem Vater geschenkt. Der Schlosspark und der Rosengarten stehen offen, wenn das Königspaar nicht anwesend ist. Wenn sie im Schloss weilen, findet jeden Mittag um halb 12 wie in Kopenhagen der berühmte Wachwechsel vor dem Schloss statt.

    Hirsche am Meer

    Der Mindepark ist immer für Publikum geöffnet, ebenso wie der Marselisborg Tierpark weiter südlich. Hier grasen Sika- und Dammhirsche auf den Wiesen und Wildschweine durchforsten ihr eingezäuntes Gehege nach Leckereien.

    Das Moesgård Museum

    Schlussendlich führt der Strandskovvejen dann in den größten zusammenhängenden Uferwald, in dem auch das Moesgaard Museum steht. Früher war es in dem großen Gutshof Moesgård untergebracht, vor ein paar Jahren bekam es einen prächtigen Neubau mit einem großen, begrünten Dach, auf dem man liegen und in die Landschaft schauen darf.

    Eine Wassermühle im Wald

    Das Restaurant Skovmølle in einer hübsch gelegenen Wassermühle mit einem gemütlichen Biergarten gehört ebenfalls zum Moesgård Museum, die Speisekarte orientiert sich eher an moderner skandinavischer Kochkunst. Günstig speist man am Moesgård Strand, denn hier gibt es nur Eis und Fast Food.

    Jedes Jahr im Juli organisiert das Moesgaard Museum hier ein großes Wikingertreffen. Der Strand ist sandig und liegt geschützt in einer Bucht, dahinter laden weitläufige Wiesen am Hang zum Sonnenbaden ein. Verschiedene Wanderwege führen in den umliegenden Wald.

    Der Waldspielplatz Ornereden

    Versteckt an einer ziemlich steilen Treppe zum Strand liegt das Gasthaus Ørnereden. Eigentlich ist es nur ein Imbiss, der bei schönem Wetter zwischen April bis September öffnet. Ørnereden heißt Adlernest, denn im Jahr 1860 soll in einem der Bäume ein Adlerpaar genistet haben. Heute ist hier ein Naturspielplatz mit einigen Info-Tafeln (auf Dänisch), verschiedene Naturmaterialien bieten sich zum Spielen und Klettern an und der Strand ist schmal, aber sandig.

    Praktische Infos zum Stadtbesuch

    Die Aarhus Card ist ein Angebot für Besucher, die sich ein oder zwei Tage Aarhus ganz in Ruhe anschauen und dabei sparen wollen. Sie kostet pro Person etwa € 40 für 24 Stunden und € 60 für zwei Tage. Mit der Karte kann man kostenlos die Stadtbusse nutzen und hat freien Eintritt zu den meisten Attraktionen der Stadt.

    Ein Ticket für den öffentlichen Stadtbus kostet regulär 20 DKK, ein Parkticket an Wochentagen zwischen 10 und 20 DKK pro Stunde. Bei den Bussen ist der Einstieg übrigens hinten und vorn verlässt man ihn wieder. Für den Ticketautomaten braucht man Kleingeld, Karten werden entgegen der dänischen Vorliebe für Plastikgeld im Bus (noch) nicht akzeptiert.

    Aarhus per Rad

    Aarhus lässt sich prima mit dem Fahrrad erkunden, vor allem, weil man damit auch die schönen Wege entlang der Küstenwälder erreicht. Fahrräder in verschiedenen Ausführungen vermietet Cycling Aarhus in der Frederiksgade 78. Durch den Torbogen geht es auf den Hinterhof, wo viele Räder zur Auswahl stehen.

    Die roten Räder mit dem Aufdruck Cycling-Aarhus bekommt man, wenn man eine Fahrradtour bucht. Es gibt verschiedene Thementouren mit Guide, auch in kleinen Gruppen. Gegen eine Pfandgebühr von 20 DKK darf man die kostenlosen City Bikes (Bycykel) an verschiedenen Radstationen leihen, nachdem man sich im Internet registriert hat.

    Stadtspaziergänge

    Aarhus Guiderne bietet Stadtspaziergänge und Rathausführungen an, auch Touren durch die Mols Bjerge gehören zum Angebot. Die Termine stehen im Internet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Einen tollen, englischen Stadtführer für Aarhus hat der Buchhändler Jørgen Hansen geschrieben: „The Indispensable Guide to Aarhus“. Jørgen verkauft ihn in seinem Buchladen Bog & Idé an der Sønder Allé gleich neben dem Rathaus. Das Büchlein erzählt ein wenig über die Geschichte und das Leben der Stadt und bietet sieben verschiedene, lohnenswerte Stadtspaziergänge an.

    • Mittel Strandurlaub
    • Gut Kinderfreundlich
    • Gut Shopping
    • Mittel Hundefreundlich
    • Gut Sport & Spiel
    • Gut Fahrradverleih
    • Gut Lokale Leckereien
    • Schlecht Kunsthandwerk
    • Mittel Wandern

    Kathrin von Maltzahn
    Seit mehr als 40 Jahren liebe ich die dänische Gemütlichkeit, die wunderbare Natur und die herrlichen Küsten! In meinem Reiseführer Dänemark für Genießer verrate ich euch mehr über Aarhus und die Erlebnisse in den benachbarten Regionen.

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